MiniKrimi vom 27. Dezember 2018

In den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Neujahr sind die Grenzen zwischen sichtbaren und unsichtbaren Welten bekannterweise sehr dünn, zuweilen sogar durchlässig. Kommt gut behütet durch die Zeit, und genießt den einen oder anderen Kurzkrimi. Heute ein Nachlese zum Heiligen Abend von Lydia Heck.

Tief verschneites Land

Selten,  sehr selten zeigt sich der Heilige Abend in dem Gewand, das wir von ihm erwarten. Tief verschneit und unter einem stahlblauen Himmel.  Dieses Jahr war alles perfekt. Die Landschaft um den Chiemsee herum lag unter meterhohem Schnee. In dem Hotel,  in dem das Paar Weihnachten verbringen würde,  zogen seit dem Morgen verführerische  Küchendüfte durch alle Räume.  Fast hatten die gut betuchten  Gäste das Gefühl,  zu Hause zu sein. Es war wie früher,  als die Mutter im Morgengrauen die Weihnachtsgans ins Rohr geschoben hatte. Und der Geruch des Bratens den ganzen Heiligabend begleitete.

Das war kein Zufall. Der Sternekoch,  der dieses Hotel ein paar Jahre zuvor, entgegen dem Rat seiner Kollegen, verwirklicht hatte, wusste genau, was seine Gäste an diesem Tag und an diesem Abend brauchten. Es war die Sehnsucht nach Heimat und Geborgenheit, welche an diesem Abend viele Menschen auf der Welt umtrieb. Jeder der solventen Teilnehmer an diesem besonderen „Abendmahl“ hatte seine ganz eigenen, gut gehüteten Gründe,  nicht im trauten Kreis einer Familie zu feiern. Und weder der Champagner zum Entree noch die zehn Gänge des Festessens auf zwei Sterne Niveau konnten darüber hinwegtäuschen. Genauso wenig wie die erlesenen Weine und Spirituosen,  die in Strömen flossen.

Selbstverständlich besuchte man später die Christmette in Aschau. Ein kleines Dorf,  dessen hellster Stern besagtes Hotel geworden war. Inklusive der Zwei Sterne-Küche. Nach der Christmette waren auch die letzten Hotelgäste von einem wohligen Gefühl erfüllt. Dieser Heiligabend war gelungen – und jeden Euro des mehrstelligen Betrages wert, den sie darin investiert hatten. Ganz sicher waren sie sich vorher nicht gewesen.  Die Erleichterung,  den Abend trotz der vielen unterschwelligen Probleme und der Einsamkeit so stilvoll im perfektem Rahmen absolviert zu haben,  gab ihnen Recht.  Sie hatten sich nichts vorzuwerfen.  Sie waren die einsame Spitze dieser Gesellschaft.

Niemand bemerkte den älteren Mann beim Verlassen der Kirche. Er lag zusammengekauert am Rande des Weges, zwischen dem Hotel und der Kirche.  Herr Klein hatte ein renommiertes Unternehmen aufgebaut.  Zusammen mit seiner Frau.  Im November war sie gestorben.  Die beiden Kinder waren schon lange aus dem Haus. Sie führten ihr eigenes Leben.  So hatten Herr Klein und seine Frau sie erzogen.  Stolz waren sie immer auf die Selbständigkeit ihrer Kinder gewesen. Herr Klein hätte seine Kinder  daher nie gefragt,  ob er das Fest bei ihnen verbringen dürfe.  Ein paar Gläser Wein zu viel  an diesem Abend, an dem niemand mehr als ein paar oberflächliche Worte mit ihm gewechselt hatte.  Er war nie ein Meister des Smalltalks gewesen, und selbstverständlich war keiner daran interessiert, die Trauer in seinen Augen näher zu ergründen. Mitmenschliche Gefühle war im Preis nicht inbegriffen.

Ob die anderen Gäste ihn auf dem Rückweg ins Hotel nicht sahen oder nur nicht sehen wollten? In den hellen, warme Räumen gab es noch eine hervorragende Feuerzangenbowle,  begleitet von Andersen Geschichte vom Mädchen mit den Streichhölzern, vorgetragen von einem bekannten Schauspieler. Allen waren sehr berührt. Halleluja.

 

Adventskalender MiniKrimi vom 24. Dezember 2018

So schnell sind alle Türchen aufgegangen. Ich wünsche Euch eine gesegnete Weihnacht! Der MiniKrimi geht in unregelmäßigen Abständen weiter, vielleicht bis Maria Lichtmess, wenn Ihr wollt….

Heute Abend präsentiere ich froh und dankbar den Krimi von Bettina Reimann. Herzlichen Dank dafür!

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Leuchtende Sterne

Er roch es, gleich nachdem er die Tür aufgehebelt hatte. Hier hatte doch jemand Kekse gebacken!

Man sollte keinen Einbruch begehen, wenn man Hunger hat, dachte er. Leise schlich er durch die Küche, deren Außentür jetzt offen stand. Das Licht der Taschenlampe fiel auf ein großes Blech mit Keksen. Es roch nach Zimt und wunderbar süß.

Er konnte ja mal einen probieren. Ein zweiter ging auch noch.

Das Haus hatten seine Freunde ausgespät. Er wusste genau, wohin er jetzt gehen musste. Die Besitzer waren nicht im Haus, das hatten seine Kumpels herausgefunden und warteten vor dem Restaurant, in dem die Hausbewohner speisten, um ihn gegebenfalls zu warnen.

Im Wohnzimmerschrank, linke Tür, untere Schublade, da waren sie, die Werte, auf die er es abgesehen hatte. Er lachte auf dem Weg in das Wohnzimmer. Und drehte plötzlich um, denn er wollte auf jeden Fall noch so einen Keks. Mann, waren die lecker.

Er stopfte die Kekse gierig in sich rein und konnte schon bald ein glückliches Lachen nicht mehr unterdrücken. Auch kam ihm das Haus jetzt gar nicht mehr so dunkel und leer vor, es schien sogar zu leuchten. Und der Himmel da draussen, in der kalten Nacht, er strahlte auf einmal – alle Sternen schienen zu leuchten und ihn anzuziehen.

Ohne nachzudenken verließ er das Haus wieder, er wollte diesen Sternen nah sein. Er ging immer weiter, bis er am Fluss angekommen war. Die Weihnachtslichter der Gebäude am anderen Ufer strahlten so herrlich! Er stellte die Tasche mit dem Einbruchswerkzeug ab und lief eine ganze Weile lang auf dem Uferweg. Dann setzte er sich auf eine Bank, immer noch lachend, ganz allein in frostiger klarer Luft.

Als sie nach Haus kamen, merkten sie gleich, dass etwas nicht stimmt. Der kalte Luftzug aus der Küche….

Der Polizei sagten sie später, es fehle nichts. Das stimmte ja auch – und von den frisch gebackenen Haschkeksen mussten die Freunde und Helfer wirklich nichts wissen.

Die Spur des Einbrechers endete an der Straße – da war nichts zu machen. Er konnte überall sein.

Er konnte das Handyklingeln nicht hören – seine verlassene Tasche stand weit entfernt, achtlos am Wegesrand. Seine Freunde fuhren noch ein paar Mal die Gegend ab, um ihn zu finden und verließen die Stadt vor dem Morgengrauen.

Schließlich schlief er ein – auf der einsamen Bank am Flussufer in eisiger Nacht. Seine letzten Gedanken galten den Sternen, die in dieser Nacht so viel schöner geleuchtet hatten als je zuvor.

Ein erfrorener Mann auf einer Parkbank, nur eine kleine Meldung wert in einer Stadt, in der es in jedem Winter Obdachlose erwischte.

Wieder jemand, der nicht vermisst wurde – ohne Ausweis und viel zu dünn angezogen, um draußen zu übernachten. Traurig.

Adventskalender MiniKrimi vom 23. Dezember 2018

Ihr Lieben – gestern spielte ganz offensichtlich der Server verrückt. Und der MiniKrimi wurde nicht veröffentlicht!. Hier ist er nun.

Heute danke ich Lydia Heck dafür, dass sie mir diesen tragisch bösen MIniKrimi für das vorletzte Türchen gegeben hat. Mitten aus dem Kochen Backen Schmücken grüßt Marie.

So ein Schmarrn 

Der 23. Dezember war ein nasser Tag.  Wie so oft in den letzten Jahren würde es keine weißen Weihnachten geben.  Ob das dem Klimawandel geschuldet war oder nicht,  darüber gab es jedes Jahr aufs neue Diskussionen.  Irene griff sich ihren Einkaufstrolly und machte sich auf den Weg zur Münchener Tafel. Ihren kleinen Wagen hatte sie als erstes verkauft, nachdem sie arbeitslos geworden war. Das war vor zwei Jahren.  Im ersten Jahr bezog sie Arbeitslosengeld 1. Mit dem sie kam noch einigermaßen über die Runden. Auch die Raten für ihre kleine Eigentumswohnung in der Minervastraße konnte sie zahlen.

Das änderte sich schlagartig,  nachdem Irene zum „erwerbsfähigen Hilfebedürftigen“ wurde. So war die offizielle Bezeichnung für Menschen die im Bezug von Arbeitslosengeld 2 waren. Dieser menschenverachtende Begriff steht für das gesamte System der Sozialhilfe. Den Beziehern von Hartz IV wird damit unterstellt,  dass sie nur zu faul zum arbeiten seien. Dass es für Menschen in Irenes Alter, die über 50jährigen, keine Jobs mehr gibt, bleibt unerwähnt.

Die Zwangsräumung von Irenes kleiner Wohnung war für Februar anberaumt worden.  Damit wäre dann auch ihre Alterssicherung Vergangenheit.

Irene schüttelte sich,  um die dunklen Gedanken zu vertreiben.  Sie hatte die Tafel fast erreicht.  Heute gab es etwas ganze besonderes für die Armen der Stadt.  Ein großes Unternehmen hatte hunderte tiefgefrorener Gänse gespendet.  Nicht ganz uneigennützig weil gut für’s soziale Image,  aber Irene konnte sich sich keine Sozialkritik leisten.  Das letzte Fleischgericht, ein Stück alter Schweinebraten vom Nachbarn, lag zu lange zurück. Als sie den Vorraum der Tafel betrat – es war brechend voll – hörte Irene eine Stimme, die ihr irgendwie bekannt vorkam. Tatsächlich gehörte sie dem Arbeitsminister, Nils Schmarrn. Er hatte es sich nicht nehmen lassen,  persönlich das spendable Unternehmen zu würdigen,  verbunden mit dem Versprechen,  im nächsten Jahr noch mehr ein Euro Jobs zu schaffen und damit die Armut in dieser reichen Stadt endgültig zu besiegen.

Nils Schmarrn war eine beeindruckende Erscheinung.  In seinem Maßanzug, gerade mal 31 Jahre jung, hatte er schon eine steile politische Karriere hinter sich.  Gerade machte er sich auf, den Parteivorsitz der CKU (christlich kapitalistische Union) zu übernehmen.  Darum hatte Schmarrn sich bereit erklärt,  einen Tag vor Weihnachten diesen medienwirksamen Termin bei der Tafel wahrzunehmen.  

Er bildete einen seltsamen Kontrast zu den vom Leben gebeutelten Gestalten um ihn herum. Aber auch Hilfebedürftige waren Wähler.  Außerdem hatte Schmarrn  diese Zielgruppe eine Woche zuvor vor den Kopf gestoßen,  als er in einer Rede behauptet hatte,  man könne sehr gut von Hartz 4 leben.

Wahrscheinlich wusste Nils Schmarrn nicht,  dass von den 410 Euro zum Lebensunterhalt auch Strom,  Telefon,  Versicherungen u.s.w. bezahlt werden mussten. Natürlich nur, wenn man sich einen solchen Luxus leisten wollte.  Irene  blieben dadurch grade mal 100 Euro im Monat zum Leben. Ohne die Tafel wäre ihr Kühlschrank sehr oft gähnend leer.

Jetzt versuchte sie, die penetrante Stimme des Politikers auszublenden und ruhig darauf zu warten,  bis sie an der Reihe war. Ein kurzer Blick in die Gesichter der Mitwartenden genügte Irene,  um den wachsenden Zorn der Menge zu bemerken. Sie ergriff die Initiative. Kurz darauf verursachte eine Rollstuhlfahrerin vor der Halle einen Tumult und lenkte Schmarrns Leibwächter ab.

Nils Schmarrn bemerkte nichts. Als alle Gänse verteilt waren,  zerstreute sich die Gruppe. Der Arbeitsminister war nirgends auffindbar.  Die Leibwächter waren der Meinung, er sei wieder mal ohne sie losgezogen. Das machte er gerne, vor allem. wenn er ein geheimes Rendez-vous geplant hatte.

Der Zorn der Hilfebedürftigen war inzwischen einer tiefen Befriedigung gewichen. Es gab sie doch, die Gerechtigkeit. Morgen,  an Heiligabend nach dem Gänsemahl,  würde von den Tatwaffen nur noch Knochen übrig sein. Die Tafel öffnete ihre Pforten erst wieder im Januar.  Bis dahin war Nils Schmarrn gut aufgehoben im Kühlhaus der Tafel. 

Adventskalender MiniKrimi vom 22. Dezember 2018

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Meine lieben Leserinnen, vor allem meine lieben Leser: diese Geschichte ist ASBOLUT frei erfunden. Sie entspringt meinem zugegen zuweilen etwas exaltierten Autorenhirn und sollte von Euch „cum grano salis“ gelesen werden.

Die etwas andere Agentur

Das ganze Jahr über waren ringsherum Hunde gestorben. Im Frühling Milka, dann über den Sommer verteilt Edi, Nero, die Chihuahuadame Chéri und im Spätherbst dann der West Highland Terrier Soda. Emily, die es schon in den Sandkastenjahren ihres Kindes vermieden hatte, auf dem Spielplatz mit anderen Müttern zu kommunizieren und alle Kindsnamen auswendig zu kennen, bekam dieses Hundesterben nur deshalb mit, weil sie auf ihren Gassigängen immer weniger Menschen begegnete.

Da sie nicht unter einem beschädigten Selbstwertgefühl litt, dachte sie keinen Moment, dass ihr alle Hundebesitzer nacheinander aus dem Weg gingen. Deshalb fragte sie ihre Nachbarin Silke. Die Antwort war ebenso plausibel wie aufschlussreich – und, wie sich herausstellen sollte, folgenschwer.

Nach ihrem Einzug in das neue Wohngebiet in der Minervastraße hatten sich viele Bewohner einen Hund zugelegt, ziemlich gleichzeitig und aus der gleichen Motivation heraus: Sie wollten raus ins Grüne, das die Minervastraße umgab, aber weil sie allein zu faul waren, musste ein Hund her. Mit der Zeit wurden die Tiere zu echten Gefährten, und Silke berichtete Emily von den verschiedenen Formen, die die Trauer um den verlorenen Vierbeiner angenommen hatte. LEIDER waren ja Tiergräber im hauseigenen Park verboten, ebenso wie Seebestattungen im Naturteich. Deshalb hatten die meisten ihren Liebling verbrennen lassen. Die Urnen in den abenteuerlichsten Farben und Formen zierten nun Kaminsimse und Nachttischchen.

Emily verbrachte ein paar begegnungsarme Wochen im nahegelegenen Wäldchen. Doch als es auf Weihnachten zu ging, traf sie am Morgen auf das Ehepaar Wagner, beide in nagelneu glänzenden Outdoor-Gummistiefeln, mit Pfeifen, Leckerli und Kotbeuteln gefüllten neuen Funktionsjacken, und einem neuen Hund, genauer gesagt einem Labradorwelpen. Labradore waren im Moment offenbar sehr angesagt, denn schon eine Woche später begegnete ihr Frau Hausmann, ebenfalls mit einem Labrador aus dem ungarischen Tierschutz. Allerdings war der sicher nicht ganz reinrassig, dachte sich Emily. Aber sie hütete sich, etwas zu sagen. Und so ging es weiter. Nach und nach kamen ihr auf ihren Morgen-, Mittags- und Abendrunden wieder die gleichen Menschen entgegen wie im letzten Jahr, vor dem großen Minervischen Hundesterben.

Emily hoffte insgeheim, dass mit dem neuen Hund und dem neuen Glück auch ein friedlicheres Miteinander bei den tierischen Begegnungen einhergehen würde. Ihre beiden Dobermänner waren zwar optisch womöglich furchteinflößend, vor allem für Chihuahua-Erstbesitzer in Slim fit Jeans auf Highheels. Diese rissen die armen Tierchen schon hektisch in die Arme, wenn Emily sich mit ihren beiden am Horizont der Minervastraße zeigte. Aber Emma und Mr. Steed gehorchten aufs Wort. Was von den meisten anderen Vierbeinern nicht gesagt werden konnte. Sie überlegte schon,  eine Welpenschule zu gründen – ihre 2-Frauen-Werbeagentur lief momentan nicht besonders, da kam ihr eine viel bessere Idee.

Denn nach den Hunden hatten in der Minervastraße im nächsten Frühling etliche Ehemänner das Zeitliche gesegnet. Auch hier das gleiche Prinzip: Die Ehepaar, die vor rund einem Jahrzehnt eingezogen waren, um hier ihren Lebensabend beschaulich zu genießen, waren in die Jahre gekommen, in denen, rein statistisch gesehen, Männer, in diesem Falle Ehemänner, versterben.

Auch wenn Emily von keiner Witwe gehört hatte, die ihren Mann im Naturteich hätte beisetzen wollen oder seine Asche in einer Urne auf dem leeren Kopfkissen lagerte („Gute Nacht, Erich, jetzt stört es dich sicher nicht mehr, dass ich noch lese“) – die Damen trauerten. Und Emily dachte darüber nach, wie sie diese Trauer lindern könnte.

Sie besuchte eine Dame nach der anderen, mit Kuchen und einem stattlichen Din A 4 Ordner. Sie kam einmal, zweimal, dreimal. Und irgendwann sah man Frau Weber den  mäandernden Weg im Park der Minervastraße an der Seite eines gut und gepflegt aussehenden Mannes entlangschreiten, der sogar viel besser zu ihr zu passen schien als der Ex. Sie wirkte um Jahre jünger,  und bald taten es ihr andere Witwen gleich.

Emily stellte eine Headhunterin ein, denn die Wünsche der Witwen waren teilweise sehr exklusiv. Die Tatsache, dass es in ihrer Alterskategorie naturgemäß weniger Männer als Frauen gab, fiel nicht ins Gewicht, denn die Damen wünschten sich ohnehin lieber etwas frischeres.

Die Nachfrage war so groß und die Warteliste so lang, dass Emily schließ einige Bewohnerinnen, von denen sie wusste, dass sie eventuell in einer nicht allzu fernen Zukunft auf sie zukommen würden, sehr dezent darauf hinwies, dass eine rechtzeitige Reservierung – ggf sogar noch zu Lebzeiten des Angetrauten – von Vorteil sein könnte.

Und dann passierte es. Ausgerechnet bei Frau Dr. Kramer -Weidenhoff! Emily mochte die elegante 80jährige besonders gern, denn sie wusste, dass das Leben mit dem exzentrischen und schon vor der einsetzenden Demenz aggressiven Wissenschaftler Prof. Dr. Dr. Weidenhoff kein Zuckerschlecken gewesen war. Sie gönnte der alten Dame von Herzen einen goldenen Lebensherbst, und deshalb schauten sie sich beide die Fotos in dem beträchtlich gewachsenen Ordner ganz besonders intensiv an. Und wurden fündig. Leonardo von Medberg hatte zwar kein Vermögen mehr, dafür aber Manieren – und den innigen Wunsch, gut (aus)gehalten zu werden. Treu war inzwischen mit Sicherheit, dafür war ihm seine Zukunft zu wichtig. Alles schien perfekt.

Aber der Professor hing an seinem Dasein mit einem eisernen Willen. Gleichzeitig tyrannisierte er seine arme Ehefrau mehr denn je. Einmal sah Emily sogar blaue Flecken an ihren Armen. Leonardo wurde langsam unruhig. Da schritt Emily, die ehemalige Krankenschwester, zur Tat.

Sie hatte erwartet, dass ihr Gewissen sie plagen, dass sie bei den Damen in der Minervastraße vielleicht sogar unter Verdacht geraten würde. Aber weit gefehlt! Sie sah sich vielmehr von ihrer Kundschaft geradezu genötigt, ihre Agentur um ein „rundum-sorglos“ Angebot erweitern……

Adventskalender MiniKrimi vom 21. Dezember 2018

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Schwarze Schwingen

„Papa, ist es noch weit? Papa, ich mag nicht mehr laufen…“

Sie war sein Ein und Alles. Gewesen. Nur wegen ihr war Andreas mit Anna zusammen geblieben. So lange. Er hatte ihr alle Wünsche von den Augen abgelesen, sogar die, von denen sie noch gar nichts wusste. Das Prinzessinnenkleid mit Swarowskisteinen. Den Wuschelhund. Das Zimmer mit Rutsche und Himmelbett.

Es war ihm nicht leicht gefallen, die Wohnung in der Minervastraße zu kaufen. Dann hatte Anna aufgehört zu arbeiten, einfach so. Keine Lust mehr. Von heute auf morgen. Sie wollte Emma lieber selbst ins Bett bringen. Dabei war die Nachtschicht im Krankenhaus gut bezahlt. Er hatte mehr Projekte übernommen – und weniger Zeit für seine Prinzessin gehabt.

Aber nach einer Weile war ihr sogar das nicht genug. Als er am Abend des 21. Dezembers nach Hause kam, stand Emma im Kinderzimmer, neben sich einen prallen Koffer, im Arm ihr Schlummerle.

„Was ist los?“ hatte er gefragt. „Wir gehen. Hat Mama gesagt. Sie bringt nur noch den Wuschel ins Tierheim.“ Er hatte die weinende Emma auf den Arm genommen, die Treppe runter, ins Auto. Und los. Bis zum Waldrand. Dann weiter zu Fuß. Wenn Anna ihm Emma wegnehmen wollte – dann sollte auch sie ihre Tochter nicht mehr haben.

„Papa, fahr nicht so schnell, mir wird schlecht….“

Ich fahre nicht schnell, ich fahre nur zügig, hatte Oliver gedacht. Zügig, um nicht zu spät nach Hause zu kommen. Um zu vermeiden, dass Lea wieder Stress machte. Wie immer, wenn er mit Yannick bei seinen Eltern war. Dabei war sie nur eifersüchtig, weil sie dort nicht willkommen war. Nicht standesgemäß. Stimmte ja auch.

Olivers Fuß drückte aufs Gaspedal. Der neue Chayenne ging ab wie Schmidts Katze. Dunkel war es an diesem 21.Dezember. Und neblig. Der Schnee wollte sich nicht einstellen, dafür stieg zähe Feuchtigkeit aus den Wiesen entlang der Landstraße.

Noch so ein Thema. Warum können Deine Eltern nicht hier in der Stadt wohnen? In der Minervastraße ist sicher noch was frei. Wenn das nicht edel genug ist, weiß ich auch nicht, sagte Lea immer wieder. Und sie mochte es nicht, wenn er so lange in Huglfing blieb. Die Strecke sei so kurvig, und er trinke zu viel, weil er nicht nein sagen könne, bei seinen Eltern.

So ein Schmarrn!, dachte Oliver noch. Dann sah er die Lichter des entgegenkommenden Autos. Er wich aus und prallte gegen einen Baum am Straßenrand. Weder er noch der Chayenne nahmen großen Schaden. Oliver konnte sich wirklich nicht mehr daran erinnern, ob er Yannick zu Fahrtbeginn angeschnallt hatte……..

 

„Mama, die Bonbons sehen lustig aus, darf ich sie essen?“

Sunny antwortete nicht. Das tat sie selten, wenn es Abend wurde. Und heute, am 21. Dezember, war es ganz besonders schnell dunkel geworden. Wenn sie morgens aufwachte, war Sunny der Meinung, dass sie den Tag ganz gut hinbekommen würde. Oft schaffte sie es, aufzustehen, bevor Tante Isi Selina-Michelle zum Kindergarten abholte. Selina nannte sie so, obwohl sie nicht ihre Tante war, sondern die Sozialarbeiterin.

Wenn es ihr besonders gut ging, setzte Sunny ihre Tochter sogar in den Hochstuhl und schob ihr eine Schüssel Cocopops hin. Sollte die Tante ruhig sehen, wie gut sie für ihre Tochter sorgen konnte!

Manchmal wusch sie dann noch etwas Wäsche, machte die Betten und ging in den Supermarkt. Tomaten, O-Saft und Nudeln. Kein Alk. Aber gegen Monatsende war das Geld wieder alle. Wie sollte sie ihre Tochter gesund ernähren, ohne Geld und ohne einen vernünftigen Job? Teufelskreis.

Jetzt hatte im Briefkasten wieder eine Absage gelegen. Sie hätte einen unzuverlässigen Eindruck gemacht, das passe nicht zum Spirit des Unternehmens. Ha! Sie hätte nur Päckchen einpacken sollen. Sunny war wütend. Und traurig. Der Griff zu den Antidepressiva war ein Reflex, und weil sie immer weniger wirkten, spülte sie sie mit Wodka runter.

Sie hörte Selina-Michelles Frage nicht. Sie sah nicht, wie viele Tabletten die Kleine in den Mund nahm und runterschluckte. Sie wurde erst wach, als Tante Isi sie am Morgen packte und schüttelte, hysterisch schreiend, das passte irgendwie gar nicht zu einer Sozialarbeiterin. Da war ihre Tochter schon ganz weiß und kalt.

 

Nach dem Abendkreis haben Andreas, Sunny und Oliver ihre Jacken übergezogen und sind in den Anstaltspark gegangen. Natürlich heißt die Klinik für forensische Psychiatrie, in der sie untergebracht sind, nicht Anstalt. Aber die drei machen sich über die anderen „Insassen“ lustig. Immerhin sind sie „anders“. Auch, wenn sie das nur dann zeigen können, wenn sie unter sich sind. Wie heute Abend. Es ist der 21. Dezember. Ein Datum, das sie verbindet. Sie gehen an der Mauer entlang. Unüberwindbar. Aber was sie gefangen hält, sind ihre eigenen Ängste und Schuldgefühle.

„Glaubt ihr, es gibt einen Platz, von wo aus sie uns sehen können?“ Sunny klingt besorgt und hoffnungsvoll zugleich. „Sicher. Vielleicht.“ „Und von wo aus sie mit uns Kontakt aufnehmen? Und wann?“ „Wenn, dann nur heute.“ Nebel zieht in schweren Fetzen um die Bäume. Er kauert sich auf die Mauer und kriecht langsam hinunter ins welke Laub. „Mamaaaa“. Sunny erstarrt. „Meine Kleine!“ „Ein Käuzchen!“ „Wuuschel, Wuuschel!“ „Der Wind!“ „Halt annn, halt annn!“ „Was für ein blöder Streich! Wir gehen ins Haus!“

Drei Schatten lösen sich von den verwitterten Steinen, sammeln die Dunkelheit um sich herum und streichen mit schwebenden Schwingen den Fliehenden hinterher. Umgreifen, umgeben sie. Saugen den Atem auf und verwandeln ihn in pechschwarze Angst.

Die Lokalzeitung berichtet als Aufmacher von der kollektiven Selbsttötung dreier Kindsmörder. Der Bundestag befasst sich mit der Problematik des Maßregelvollzugs bei Tätern mit angenommener psychischer Schädigung. Und der EuGH rügt Deutschland wegen zu laxer Handhabung der Sorgfaltspflicht.

Adventskalender MiniKrimi vom 20. Dezember 2018

Der Schutzpatron

Nur noch vier Tage bis Weihnachten. In dieser Zeit drängen die Erinnerungen immer mit besonderer Macht in Gregors Gedanken hinein. Silberne Glöckchen und ein heller Kindersopran, knisternde Erwartung, die Kerzen am Baum, die kalte Kirche, die Krippe mit Stroh. Das Weinen, die Wut, seine Ohnmacht. Genug! Gregor beschleunigt seinen Schritt, um schnell am Portal von Sankt Michael vorbei zu kommen. Da sieht er eine ältere Dame, die sich bemüht, die Stufen zur Kirche zu erklimmen. Widerwillig hilfsbereit eilt Gregor hinzu, nimmt den pelzummäntelten Arm und geleitet die Dame hinauf. Damit ist es aber nicht  genug, das sieht er. Also zieht er mit Kraft am kupfernen Griff (wollen die den Gläubigen den Eintritt erschweren oder verwehren?) und hält ihr die Tür auf. Ihr Lächeln nimmt er kaum wahr, sie sagt etwas, aber er hört nicht mehr hin. Wie in einem Orkan brausen die Bilder nun auf ihn ein.

Gregor war im 5. Studienjahr. Er wohnte im Priesterseminar und absolvierte mit einem Mitstudenten ein Gemeindeseelsorgepraktikum in Sankt Michael. Vor Weihnachten hatten sie besonders viel zu tun. Es gab unzählige Gründe für Depressionen angesichts des bevorstehenden Festes in dieser reichen, vereinsamenden Stadt. Zu wenig Geld, zu viel Geld. Niemanden zum Beschenken, zu viele herangetragene Wünsche. Keinen Glauben, enttäuschten Glauben. Und die Kirche schien alle anzuziehen wie ein Magnet. „Die Christmette muss etwas ganz besonderes sein, sie brauchen das, alle. Wir dürfen sie nicht enttäuschen“, hatte der Priester den Druck aufgebaut. Und so wurde der Baum golden geschmückt, und die Chorknaben probten unter der Leitung von Gregors Studienkollegen Stunde um Stunde. Gerade hatte  er mit Max, dem Glockensopran, eine Einzelprobe. So hatte er gesagt, und so dachte Gregor. Aber als er in den kleinen Chorraum hinter der Sakristei kam, sah er den Studenten von hinten über den Knaben gebeugt, und ganz deutlich hörte Gregor diesen weinen.

Erst stand er, zur Salzsäule erstarrt, dann rannte er weg. Nicht zum Priester. In sein Zimmer. Er wusste genau, was er tun musste. Und war zu feige dazu. Später versuchte er, seinen Kommilitonen zur Rede zu stellen. Doch dieser tat  so, als habe Gregor sich das alles erträumt: „Du hast ja eine ganz perverse Phantasie, hast Du. Wenn Du mit Deinen Verleumdungen hausieren gehst, sehe ich mich gezwungen, mit meinem Onkel dem Prälaten über Dich zu sprechen“.

Und während Gregor noch zauderte, nahm die Sache eine ganz andere Wendung. Max’s Mutter kam auf ihn zu, woher sie was wusste – keine Ahnung. Jedenfalls drohte sie ihm mit dem Schlimmsten, wenn er nicht….. Nun, sie hatte ganz offensichtlich Gefallen an Gregor gefunden. Ein Jahr lang hielt er das erzwungene Verhältnis aus. Dann konnte er, der sich wirklich hatte keusch halten wollten vor und für Gott, nicht mehr. Er wurde schwer krank, und nach seiner Entlassung aus der Psychiatrischen Klinik gab er das Theologiestudium auf. Einer Kirche war er in den vergangenen 30 Jahren nie wieder  nahe gekommen.

Jetzt steht Gregor im Mittelgang und zittert. Die Vergangenheit schüttelt ihn so stark, dass er die Hand auf seinem Arm zunächst nicht einmal spürt. „Greegor“, sagt eine Stimme an seinem Ohr. „Greegor!“ Sie alt geworden, vor der Zeit. Trotzdem hätte er sie erkennen können, in ihrem Pelzmäntelchen, wenn er sie nicht in der hintersten Ecke seiner Seele versteckt hätte. Und jetzt? Entschuldigt sie sich? Ist es dafür zu spät? Aber was sagt sie da? „Greegor,  Du hier. Mit mir. Das ist Schicksal, das ist Gottes Fügung. Komm, wir trinken einen Granatapfeltee, so wie immer. Du weißt ja, ich wohne ganz in der Nähe.“

Gregor spürt die Wut in sich aufsteigen. Die Scham. Unbändigen Zorn. Auf sie, die ihm sein Leben zerstört hat. Auf sich, weil er zu feige war, Max zu verteidigen. Auf die Kirche. Auf – er dreht sich zu ihr um, will ihr die Hände um den Hals legen und sie erwürgen. Vor seinen Augen dreht sich alles in Schwarz.

Sie muss einen Schritt zurückgewichen sein, nicht einmal aus Angst. Um ihn besser zu sehen. Dabei tritt sie gegen die Absperrung um den Seitenaltar, der gerade restauriert wird. Ein Balken löst sich vom Gerüst. Sie ist auf der Stelle tot. Der Heilige Antonius schaut aus der Altarnische auf Gregor herab. Er kennt sich mit sowas aus.

 

Adventskalender MiniKrimi vom 19. Dezember 2018

 

Der Tausch

Frank hatte sein ganzes Leben lang um sich gehabt. Als Kind. als Jugendlicher, und auch als Erwachsener. Bis auf ein kurzes Intermezzo an Akademie der Bildenden Künste in Wien war er immer für seine Mutter da gewesen. Nachdem der Vater gestorben war, erwartete sie von ihm ganz selbstverständlich, dass er seinen Platz einnehmen würde. Und das hatte Frank getan,  ganz selbstverständlich. Geld war genug da. Frank musste sich nur im seine Mutter kümmern, einmal am Tag kochen, jeden zweiten Tag eine Spritztour mit ihrem Sportwagen ins Blaue Land, einmal im Monat in den Zoo und am Sonntag essen gehen, mal im Bayerischen Hof, mal bei Schuhbeck. Die restliche Zeit verbrachte Frank damit, zu malen oder mit Freunden auszugehen. Aber nie nach Mitternacht, damit seine Mutter sich keine Sorgen zu machen brauchte. Sie wurde im Alter immer ängstlicher. Deshalb waren sie aus dem Haus in eine Wohnung in der Minervastraße gezogen.

Und dann starb seine Mutter. Ihr Tod kam weder plötzlich noch unerwartet, sie war weit über neunzig und inzwischen schon so dement, dass sie sich nicht mehr alleine zurechtfand. Aber Frank hatte insgeheim angenommen, dass sie ewig leben würde. Irgendwie.

Seitdem ertappte sich Frank dabei, ältere Damen zu beobachten. Im Sommer beim Spaziergang im Tierpark, in den er eigentlich nicht mehr hätte gehen müssen. 

Im Supermarkt um die Ecke, vor dem Regal mit den Keksen. Die alte Dame mit dem Kamelhaarmantel sah so aus, als könne sie genau die Sorte nicht finden, die sie am liebsten mag. Frank blieb neben ihr stehen, beobachtete sie. Sie sah ein bisschen so aus wie seine Mutter, und er wollte ihr helfen. Aber da griff sie zielsicher nach dem Shortbread und legt es in den Einkaufswagen.

Vor dem Schaufenster des großen Kaufhauses am Marienplatz. Diese alte Dame trug die Haare so kurz wie seine Mutter, die Lippen waren kräftig rot geschminkt – mit ungenauen Konturen, die Nägel rot und die Schuhe spitz. Unschlüssig tippelte sie von einem Fenster zum andern. Die Hüte oder die Röcke? Die Röcke oder die Hüte? Er näherte sich ihr, vorsichtig. „Möchten Sie einen anprobieren?“, wollte er grade fragen. Da kam unter den Arkaden ein korpulenter Herr herangeschossen. „Irmi, wo bist Du denn? Komm, die Kinder warten schon“, sagte er und zog die Dame am Ärmel weiter Richtung Marienplatz.

Als er den beiden nachsah, kam ihm auf einmal dieser Gedanke. „Warum nehme ich mir nicht einfach eine andere Mutter?“ Gleich darauf musste er lachen. Wie albern! Aber er legte den Gedanken nur beiseite, ohne ihn zu verwerfen.

Eine Woche später stand Frank an der Ampel an der Schleißheimer Straße. Da hörte er neben sich eine leicht verzitterte Stimme: „Junger Mann, würden Sie mich wohl über die Straße begleiten?“ Als die Ampel grün wurde, schritt Frank mit einer eleganten, zierlichen alten Dame im schwarzen Kostüm, mit Hut und Handschuhen, über die Straße. Drüben angekommen sahen sie sich an, und aus der Laune des Augenblicks heraus fragte er: „Kaffee?“

Abends machte er ihr pochierten Lachs, und als sie im Bett lag – er hatte die Daunendecke mit der Lieblingsbettwäsche seiner Mutter bezogen – las er ihr noch etwas aus dem Zeit-Magazin. „Morgen gehen wir in den Zoo“; sagte er, aber da war sie schon eingeschlafen. 

In den Spätnachrichten auf Antenne wurde die Meldung durchgegeben, dass Frau Mathilde Richter, 93, seit dem frühen Nachmittag vermisst wurde. Sie war im Entenbachstift zur Kurzzeitpflege untergebracht, während ihre Familie den Umzug in ein Haus mit Einliegerwohnung organisierte, wo die demente Mutter mit einer Pflegerin wohnen konnte. „Familie Richter vermisst ihre Mutter und Großmutter schmerzlich und hat eine Belohnung von 1000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgegeben“, hieß es. 

Frank brauchte kein Geld.