7. Dezember: Adam und Eva


Die Frau wohnt in einer renovierten Altbauwohnung gleich hinterm Wiener Platz. Als er den Schlüssel im Schloss hört, ruft ihr Mann ihr aus dem Schlafzimmer entgegen: „Eva, wo warst du so lange? Ich hab schon gedacht, die Polizei hätte dich erwischt!“ Eva stellt die Tüte mit den Äpfeln auf den Boden. Zieht sich die Outdoorjacke aus und die Schuhe. Schlüpft in bequeme Mokassins. Hebt die Tüte wieder auf und geht zu ihrem Mann. Jedes Mal durchzuckt sie ein Schmerz wie ein Stromschlag oder ein Eiszapfen, der ihr vom Rücken ins Herz getrieben wird, wenn sie ihn so liegen sieht. Blasse Wangen, eingefallen. Dünnes Haar klebrig auf der glänzenden Stirn, altersfleckenübersäht. Der Atem rasselt, raschelt und setzt aus. „Adam“, sagt sie. Er hebt die rechte Hand, klopft leise auf die Matratze. „Setz dich und erzähl.“ Von der Straße und dem Laden und dem schnellen Griff, der Flucht, dem freundlich nachdrücklichen Türken. Dann steht sie unvermittelt auf geht in den Flur kommt mit der grünen Plastiktüte wieder. Hält ihm einen Apfel hin.

„Ach, Eva, herrje. Naja, aller Anfang ist schwer, weißt du. Nächstes Mal klappt es sicher besser. Vielleicht solltest du gleich zu Käfer gehen? Aber dort solltest du dich besser nicht erwischen lassen. Das wirft uns sonst um Monate zurück. Und du weißt, soviel Zeit habe ich nicht mehr…..“

6. Dezember: …. ist der Wurm drin


Der türkische Gemüsehändler musste sich nicht beeilen, um die alte Frau einzuholen. Drei, vier, fünf große Schritte, und er war mit ihr auf  gleicher Höhe, auf dem schmalen Bürgersteig gegenüber dem Universitätskrankenhaus. „Halt, bleiben Sie doch stehen“! Sein Deutsch ist akzentfrei, aber irgendwie nicht der Situation angepasst. „Halt, stehenbleiben“ wäre plausibler gewesen. Vielleicht hat das Unterbewusstsein der alten Diebin genau das verstanden. Sie friert jedenfalls mitten im Ausschreiten fest. Schlägt Wurzeln im Asphalt, ohne sich zu ihrem Verfolger umzudrehen. Jetzt greift er nach ihrem Arm. Dem Jackenärmel. Redet auf sie ein. Ich kann seine Worte nicht verstehen. Also spricht er leise. Schreit nicht. Die Frau schaut zu Boden. Dann plötzlich hebt sie den Kopf. Guckt ihm mitten ins Gesicht. Er zupft an ihrem Ärmel. Dreht sich Richtung Laden. Zieht die widerstrebende Alte mit sich mit. Bleibt erst vor der Auslage stehen. Lässt sie los, bleibt dabei aber so stehen, dass er ihr den Weg versperrt. Greift mit der Linken nach einer dünnen grünen Plastiktüte. Mit der rechten nach ein zwei drei vier fünf dicken roten Äpfeln. Packt sie in die Tüte, drückt sie der Frau in die Hand. Nickt ihr zu, wie um sie aufzumuntern, und geht dann schnell über die Schwelle hinein ins Ladendunkel.

Die alte Frau hat wieder Wurzeln geschlagen. Ihre Wangen sind hochrot. Sie starrt dem Gemüsehändler nach. Dann plötzlich lässt sie die Schultern hängen und geht über die Ismaninger Straße Richtung Wiener Platz. Als wögen die Äpfel in ihrer Hand Tonnen.

5. Dezember: In einem kleinen Apfel…..


IMG039Auf der Ismaninger Straße in unmittelbarer Nähe vom Max-Weber-Platz reihen sich die kleinen Geschäfte aneinander. Der Schreibwaren-Lotto-Toto-Laden mit dem Geschenke-Eck, in dem selbst die Briefumschläge dezent nach Zigarettenrauch riechen. Der überteuerte Grieche mit den wie gemalt in der Auslage prangenden Pizzarädern, aus dessen enger Tür Sommer wie Winter die Mittagsgäste ihre verwartete Zeit  auf die Straße ergießen. Und der Gemüsetürke, eine breitgesichtige Frau und ihr untersetzter Mann, genauer gesagt. Vor der Tür sind exotische Früchte in Holzkisten drapiert, saisonale Blumenbüschel daneben. Jetzt eben grade Tannengestecke mit staubbeschichteten Christbaumkugeln. „Mei, die Türken halt, was sie so von Weihnachten wissen“, flüstern die Alten im Vorübergehen. Und Alte gehen viele vorüber. Vor mir wieder eine. Drahtig und ganz aufrecht, das schulterlange strohweiße Haar frisch gelegt. Ihre blaue Stoffhose aus den Siebzigern mit Schlag gut gepflegt, die Sportjacke ein modernes Outdoormodell. Wie auf einem Gleis gehend strebt sie dem Gemüseladen zu. Bleibt vor der Auslage ruckartig stehen. Zieht den Kopf ein, ich sehe es ganz deutlich, wie eine Schildkröte, die zum Angriff ansetzt oder zur Flucht nach innen. Ihre behandschuhten Finger schießen hervor, umklammern einen Apfel – wie der Greifarm in den Münzaquarien, die früher an jeder Raststätte standen, bunt gefüllt mit billigsten Plüschtieren. Blitzschnell steckt sie den Apfel in ihre Jackentasche. Steht wie angewurzelt und schraubt ihren Blick ins Innere des Ladens. Erst, als der Besitzer auf sie zu kommt, bewegt sie sich. Dreht sich um und läuft, nicht rennt, gemessenen Schrittes davon. „Halt, halt!“ ruft der Türke und springt auf den Bürgersteig,……

 

4. Dezember: Gestohlene Zucchini sind hippie


DSCN2893Weihnachtsessen können richtig spannend sein. Eine Balkan-Pizzeria neben einem heruntergekommenen Nobelhotel, in dem heute Gastarbeiter wohnen – nein, keine Asylbewerber, diesmal. Eine Stufe höher, immerhin. Zimmerpalmen und Gummibäume auf den Fensterbrettern, „Aubergine mit Sinkenrollen“ oder „Klbsschnizel“ auf der Speisekarte. Dann doch lieber Pizza! Mein Gegenüber fragt nach meinem Alter und enthält sich gnädig jeden Kommentars. „So alt!“ wäre natürlich genauso daneben gewesen wie „siehst aber jünger aus“ oder „hast dich aber gut erhalten“! Und so können wir ungehindert abdriften in Erzählungen aus der Vergangenheit. Erkennt man Alter daran, dass man nicht mehr über die Kleinkindzeiten der Kinder spricht, sondern sich wieder an sich selbst erinnert?

Ihm haben in der Studentenzeit 200 Mark für einen Monat gereicht. Bei mir waren die 80 Mark für die Woche schon am Dienstag futsch. Danach lebte ich von geklautem. Champagner und Gänseleberpastete. Heute könnte ich das nicht, würde ohnmächtig werden vor Angst, noch bevor ich die Hand nach der Flasche ausstrecken und in die Manteltasche schieben könnte.

„Ich hab nur einmal geklaut“, erzählt er. Einmal und nie wieder. „Ich war in Griechenland unterwegs. Wie immer mit einem Schlafsack, einem Bundeswehr-Umhang und einem Pulli. Ohne Geld. Ich war Hippie, damals. Da lag auf einer Gartenmauer nicht weit vom Strand eine riesige Zucchini. Ich  wusste nicht ,was das war. Hatte so’n Ding noch nie gesehen. Ich fand das interessant. Und hab’s mitgenommen. Einfach so, ohne groß drüber nachzudenken.

Später lag ich mit meiner Freundin am Strand. Ein toller Strand, ich hab grad kürzlich im Internet gesehen, dass das heute noch so ein toller Strand ist. Wir lagen also so da. Da legt sich ein junger Grieche in unsere Nähe. Schaut mich an und fragt plötzlich in total perfektem Deutsch: „Warum klaust du?“ Ich war sprachlos. „Warum klaust du meiner Großmutter die Zucchini?“ Er studierte in München, war in den Semesterferien zu Hause. Und hatte die Zucchini erkannt. Das war das erste und das letzte Mal, dass ich was gestohlen habe“.

Ich sitze am Laptop, und vor mir schlagen die Wellen an den griechischen Strand, ich muss immer noch grinsen. Danke für das Weihnachtsessen und den Ausflug in die 1970er Jahre. War wirklich ein bunter Abend.

3. Dezember: Schneetänzerin auf den Isarterrassen


IMG_0251Die Winternacht hat der Stadt ihre Stimme geraubt. Jetzt, im fahlen Montagsgrau, steigt sie als Basso Continuo heiser dumpf aus der Dämmerung herauf. Kriecht über das Isarwehr und die Auen empor, abgasächzend. Raben hüpfen von einem aufs andere Bein, als wären die eisigen Kiesel zu spitz, in den Schnäbeln tragen sie weiß bepuderte Beute. Der Schnee auf der Wiese ist grün gesprenkelt. Weit breiten die Winterlinden schwarznackte Arme aus, ohne die  rieselnden Flocken zu fangen.

Dort, wo die Terrassenwege sich gabeln, am Scheitelpunkt fast zwischen Straße und Park, steht eine blasse Figur wie auf einem Teppich. Die Hände nach Lindenart ausgestreckt, den kurzdunklen Kopf kerzengrade, eingehüllt in  eng anliegenden mattweißen Stoff, vollführt sie exakte Bewegungen, beugt sich im Takt einer nur für sie hörbaren Harmonie. Schneetänzerin zwischen Dunkel und Morgen.

Adventskalender 2.0. 24.Dezember: High noon and tight night


„Das gibts ja nicht. Dieser Lügner!“ Ich flüstere mich heiser. Immer wieder „Lügner. Lügner.“ Damals, als ich in Beirut in den Terroranschlag hineingeriet, typisch ich, natürlich, immer auf der Suche nach Abenteuern abseits der ausgetreten Pfade, aber wie abseits, in diesem Markt Teppiche und Drogen, damals wurde mein Gehirn in Sekunden zur Maschine. Chancen ausrechnen, Wahrscheinlichkeit durchchecken, und dann los, jeder Handlung wie ein Uhrwerk. Ich höre die selben Schreie wie auf dem sonnengetränkten Souk. Schnelle Schritte, schweres Fallen. Langsam lege ich den Schalter um in meinem Kopf. Schließe die Augen, sehe die Schattenmänner auf sicheren Sohlen in meiner Wohnung. Das Paneel hinter dem rechten Vorhang. Richtig, es löst sich von einem Versteck. Ich greife hinein und ziehe das Päckchen mit dem weißen Pulver raus. Wie schwer es ist. Gut! Ich schnappe mir das Handy und drücke auf Wiederwahl. Ohne zu warten zische ich in dieser undefinierbaren Lautstärke: „Hey Amigo, wir sind aufgeflogen. Schnell hol dir den Stoff ich warte im Müllhäuschen“.

Von gegenüber höre ich Schüsse. „Hände hoch, Polizei!“ ruft eine Stimme und rast sekundenlang durch mein Blut. Ich schalte mich auf Automatik. Gefühle waren gestern. Jetzt geht’s mal wieder um mich, zur Abwechslung. „Eh du Verrätaschwein“, schreit jemand, dann klirrt Glas. Hektik im Hof. Fenster werden aufgerissen. Leute gaffen. Ich nicht. Ich wische meine Fingerabdrücke von Francks Ausweis, geh in die Küche, hole ein Messer und warte. Jetzt ist es still.

Dann ein Klopfen. „Gisa, Liebes. Alles vorbei. Ich habs dir versprochen. Mach auf.“ „Ich renne zur Tür. Lasse mich wortlos in die Arme nehmen, drücke Franck fest an mich, ganz fest. Dann steche ich zu. Genau zwischen die Schulterblätter. Das kann ich. Ich kann alles. Nur nicht zuschauen wie er stirbt, mit diesem fragenden Blick. Er hat wirklich keine Ahnung.

Die Latexhandschuhe stecke ich ein. Auf dem Weg zum Parkplatz gehe ich querbeet über den Rasen, schaue ich ins Müllhäuschen. Jemand duckt sich hinter die Tonnen. „Der Typ da inner Wohnung hier im dritten Stock, mit den blutunterlaufenen Augen und dem weißen Zeug im Sack, gehört der zu dir? Ich soll dich raufschicken, jedenfalls. Haste Handschuhe?

Er grinst und läuft los. Ich auch. In die entgegengesetzte Richtung. Keiner hält mich auf, als ich den Porsche anlasse und ganz gemächlich auf den Parkplatz rolle, hinaus auf die Straße. Und dann Richtung Autobahn. In den Süden. Dort ist das Zeug ne Menge wert. Leben, ich komme.

An der Tanke dreht sich der Typ vor mir in der Schlange um. Schaut mich an. Nicht übel. Haselnussbraune Augen tasten mich ab. Von Kopf bis Fuß. „Biste in Scheiße getreten?“ Fragt er. „Kann sein. Heute ist wohl mein Glückstag“, grinse ich. „Ich heiße Leah. Und du?“

Adventskalenderkrimi 2.0. 23. Dezember: Von Wölfen und Schafen.


„Und du hast mein Leben riskiert, um dein letztes dreckiges Geschäft abzuwickeln?“ Ich bin nur verwundert. Über ihn und mich, weil mich das so kalt lässt. „Nein, um uns ein neues Leben wahr zu machen. Uns. Dir und mir! „Hab Vertrauen.“ „Bis wann?“ Franck schaut mich an. Lächelt. Streicht mir meine vorwitzige Strähne aus der Stirn. Setzt zum Antworten an, da klingelt sein Handy. Er rührt sich nicht, wir schauen uns an und schwimmen in unseren Augen wie in Bergseen. Er zittert. Mein See ist ein Gletscher.

Es hämmert gegen meine Tür. Ich erschrecke. Das ist kein Spiel. Ich hab schon viel Scheiße gemacht in meinem Leben. Hab viele Chancen sausen lassen, bin auf hoher See im Orkan gesegelt. Hab ne Million verlassen, weil ich keine Lust mehr hatte auf Austern zum Frühstück. Ich wohn in ner kleinen Etagenwohnung und hab kein Auto und kein Geld. Mehr. Aber zum ersten Mal in meinem Leben hör ich auf zu spielen. Franck springt auf. Schnappt sich Hose Socken Hemd und rennt zur Tür. Reißt sie auf. Knallt sie zu. Ist weg.

Ich zähle langsam bis hundert. Dann schnappe ich mir sein Handy, das ihm aus der Tasche gefallen ist. Zusammen mit einem Ausweis.

Adentskalenderkrimi 2.0. 22. Dezember: Neustart.


Auch wenn mein Herz grade singt und lacht, in meinem Kopf bohren die Fragen. Ich schiebe meine Hand unter seinen Rücken. Streichle mit der Zunge seine Ohrmuschel und flüstere – ich klinge eher müde als überzeugend, dabei – : „Franck, was los mit mir? Kommmm, sagsssss“. „Hmmmmm“ brummt er genüsslich. dann, fragend: „Hmmm?“ „Frahanck, komm schon“ „Schon wieder?“ murmelt er. „Ich kraule seine Schultern und warte auf eine Antwort. Als ich aufwache, scheint die Sonne ins Zimmer. Franck liegt dicht neben mir und schaut mich aus der Horizontalen schräg an. „Gisa“, sagt er. „Ja?“ „Gisa, das war so nicht geplant, weiß du? Ich war ziemlich lange weg, in Frankreich, in der Türkei. Geschäftlich. Ich bin da an die falschen Leute geraten. Ich geb’s zu. Das Leben ist nirgendwo einfach. Als Ausländer schon gar nicht. Und ich hab nun mal’n Faible für schnelle Autos. Und für schnell verdientes Geld. Ich…… ich wollte aussteigen. Aber….. die sind mir nach. Ja. Und als ich so ganz tief drin saß, in der Scheiße, da stehst plötzlich zu neben mir an der Kasse. Gisa – ich liebe dich!“

Er hat das alles fast in einem Atemzug gesagt und ganz leise. Ich musste mich total anstrengen, um kein Wort zu verlieren. Aber ich habe alles verstanden. Vor allem das, was er nicht gesagt hat. „Und? Ist jetzt alles vorbei?“ Ich versuche, meiner Stimme einen leichten Klang zu geben. „Ja, jetzt ist alles vorbei. Fast“.

Adventskalender 2.0. 21.Dezember: Punkt oder Strich?


Diesmal dauert es nur ein paar Minuten, bis ich wieder wach bin. Meine Stirn tut höllisch weh, und etwas kleckert klebrig die Wangen hinunter. Ich lehne an der Badewanne. Franck kommt aus der Küche, ein Kühlelement in der einen, einen Waschlappen in der anderen Hand. „Du kriegst ne Riesenbeule. Außerdem hast du dir die Stirn aufgeschlagen. Ich hab dir doch gesagt, du hattest ne Gehirnerschütterung!“ „Ach ja, und woher, bittesehr?“ Bevor ich dich kannte, war mein Leben vielleicht langweilig, ich hatte keinen Hummer sondern Semmeln aus der Tüte und dazu ne Zigarette. Aber auf diese Art von Spannung kann ich, glaube ich, verzichten“. Ich funkele ihn an. Aus die Maus, denke ich. Egal, was dieses dumme Herz da drinnen macht. Soll es wummern und heiß laufen. Ich bin eben nicht gemacht für ein Leben  auf der wilden Seite der Straße. „Sorry, Gisa. Tut mir leid. Aber wie die Dinge stehen, wirst du mich jetzt noch nicht los“. Franck sagt das ohne Bedauern. Ich höre sogar ein kleines, lustiges Ende direkt vor dem Punkt.

„Was soll das…?“ setze ich an. Aber da verschließt er mir schon den Mund mit seinen Lippen, schiebt die Zunge zwischen meine Zähne und trägt mich ins Schlafzimmer, als sei ich eine Schaufensterpuppe. „Jaaaa“…. schreit mein Herz. Und während wir miteinander schlafen, sehe ich uns vor mir, morgen früh, wie wir Kaffee trinken, in der Sonne. Hand in Hand durch den Englischen Garten gehen. Ins Auto steigen und einfach Richtung Süden fahren. Oh nein! Nicht schon wieder!

Adventskalenderkrimi 2.0. 20. Dezember: Am seidenen Faden


Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen. Rufe: „Frahaaanck“. Und warte. Dabei merke ich, dass mir die Beine zittern. Schwäche innen oder außen? Dann steht er in der Badezimmertür. Ich hatte ganz vergessen, wie er aussah. Naja, viel Gelegenheit, ihn mir einzuprägen, hatte ich ja auch nicht, vorher. Vor was, eigentlich? „Hallo, ich sehe, du bist wieder fit?“ Vieles hätte ich erwartet, aber nicht diesen Smalltalk-Ton. Ist der Engel ausgeflogen, der in seiner Stimme flatterte, die letzten Tage über?

„Hm geht so“, murmele ich. Und dann: „Franck was war eigentlich los?“ „Wie meinst du das?“ Plötzlich und ohne Vorwarnung platzt mir der Kragen. Reißt der Geduldsfaden. „Du weißt genau, wie ich das meine“, brülle ich. Mir bleibt die Luft weg. Mir wird schwindelig.  Dann schwarz. „Siehst du?“ höre ich Franck noch sagen, dann kippe ich nach vorn ins harte Schwarz.

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