MiniKrimi Adventskalender am 6. Dezember


Lasst uns froh und munter sein

„Ah, der Herr Bischof. So früh schon unterwegs?“ Es ist sieben Uhr morgens, und auf dem Domberg kauern noch die Schatten der Nacht, durchbrochen nur von den glitzernden Lichtern am riesigen Weihnachtsbaum und ein paar späten Sternen. Ganz hinten, dort, wo der Fluss den Himmel berührt, färbt erstes Morgenrot die Wiesen. Es ist ein idyllisches Bild, und der Bischof bleibt stehen, saugt die klare Winterluft tief ein und mit ihr den Frieden, der über seiner Stadt zu liegen scheint. Aber wie so oft, trügt der Schein auch hier.

Der Skandal um Missbrauch und sexualisierte Gewalt hat auch die Domstadt erreicht. Weniger heftig und weniger laut, als einige es befürchtet und etliche es sich erhofft hatten. Und gottlob liegen die „Fälle“, um die es geht, schon Jahrzehnte zurück. Fälle – das Wort nimmt der Bischof nie in den Mund, zum Kummer seiner Kollegen, Dekane und Priester. Für ihn sind es Schicksale. Jedes besonders, jedes tragisch, jedes so ganz aus der vorgezeichneten Lebensbahn geworfen durch die Hand eines Kirchendieners. Der Bischof mag auch nicht unterscheiden zwischen Priestern und Leitern von Chor und Jungschar. Welche Bedeutung hat es für die Betroffenen, ob es ein geistlicher, ein haupt- oder ehrenamtlicher Missbrauch war, dessen Opfer sie wurden? Für die Kirche wäre es vielleicht schon wichtig, darzulegen, dass viele der Täter keine Geistlichen waren, sondern Mitarbeiter der Kirche. Aber ganz ehrlich? Für den Bischof macht das keinen Unterschied. So oder so hat Kirche versagt. Gegenüber ihren Schutzbefohlenen und gegenüber ihren ureigenen Inhalten.

Auch dass über Jahre, Jahrzehnte hinweg die Gemeindemitglieder selbst Augen und Münder verschlossen haben, mindert die Verantwortung der Kirche nicht. Der einzige Weg durch dieses Tal der Schuld ist steinig und steil und heißt lückenlose Aufarbeitung. Der Bischof ist jung, gerade mal Mitte Vierzig. Deshalb wurde er für den Vorsitz der Kommission ausgewählt. Und deshalb verweigern ihm seine durchweg älteren Kollegen den Respekt, kritisieren seine Entscheidung zu völliger Transparenz, nicht nur gegenüber den Betroffenen, sondern auch in den Medien. Ein nie wiedergutzumachender Schaden, ein unauslöschlicher Makel unserer Institution, mit diesem mahnenden Ruf sind sie bis nach Rom gegangen. Und mit leeren Händen zurückgekehrt. Der Bischof weiß genau, dass sie seitdem nach anderen Möglichkeiten trachten, ihn aus dem Verkehr zu ziehen. Er ist sich keineswegs sicher, ob und wann dieses Trachten von Erfolg gekrönt sein wird. Auch darin hat die Kirche eine große Tradition.

Aber auch, wenn er kein Cesare Borgia ist – Vorsicht kann nicht schaden. Deshalb ist der Bischof heute schon in aller Herrgottsfrühe auf den Beinen, um die Vorbereitungen für seinen Auftritt als Nikolaus, Bischof von Myra, heute Abend zu überwachen. Den Aufbau des Podests, von wo aus er ein paar Worte an die Menschen richten wird – er hat nicht vor, durch eine angesägte Latte zwei Meter auf Kopfsteinpflaster zu stürzen. Die Bereitstellung des Schlittens – mit Rollen, denn bislang hat es noch nicht geschneit, und die für den Abend vorhergesagten Flöckchen würden höchstens für einen malerischen Flaum auf seiner Tiara sorgen und nicht als Unterlage für die Kufen ausreichen. Und dann die mittelalterlich gestalteten Buden, an denen Met und Wuchteln, Früchtepunsch, Maroni und Grillfackeln verkauft werden – alles für einen guten Zweck, nämlich die Jugendarbeit in der Diözese. Es wäre nicht nur tragisch, sondern eine Katstrophe, wenn ein Dach einstürzen, ein Grill explodieren oder die Halterung eines Metkessels umkippen würde.

Damit wären dann gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen, für seine Gegner, weiß der Bischof. Er wäre eliminiert – vom Dom, von seinem Posten als Vorsitzender der Aufarbeitungskommission und, im schlimmsten oder besten Fall, je nach Ansicht des Betrachters, von dieser Welt. Die von ihm dank seines Charismas aufgebaute Familien- und Jugendarbeit, geprägt von Offenheit, Gemeinschaft von Männern und Frauen, egal ob cis oder non-binär, und Kindern, von Musik und Social Media Präsenz, bei der G*ott tatsächlich benannt und bedankt wird, diese Arbeit würde ohne ihn zusammenbrechen wie ein Kartenhaus. Und zeigen, dass es eben so nicht geht. Dass Kirche Hierarchien braucht, und die Kollegen wären schnell dabei, diese wieder hochzuziehen, eherne Mauern aus Respekt, Ohnmacht und Schweigen.

„Du bist paranoid“, sagt ihm Claus, sein Freund und Vertrauter, immer wieder. „Besser als ein Opfer“, antwortet der Bischof dann. Und fügt lautlos hinzu: schon wieder.

Jetzt geht die Sonne über dem Domberg auf. Ein strahlender Wintermorgen. Die Arbeiten auf dem Platz gehen gut voran, der Bischof wechselt hier und da ein Wort, trinkt einen Becher Kaffee. Dann kommt Dominika, eine seiner Jugendleiterinnen. Sie drehen ein TikTok Video über die Vorbereitungen und laden nochmal alle ein: „Heute Abend, 17 Uhr. Nikolaus, der Bischof von Myra, hat Geschenke für alle Kinder dabei. Es gibt genug zu essen, zu trinken, zu feiern und zu singen. Kommt alle. Wir freuen uns auf euch.“

Der Regionale Radiosender hat schon über das Nikolausfest am Domberg berichtet. Es ist das erste nach Corona, das erste, seit der neue Bischof da ist, und das allererste überhaupt in dieser freien Form. Es sind sogar evangelische und muslimische Jugendgruppen mit dabei!

Von einem Fenster im dritten Stock der fürstbischöflichen Residenz, die sich nahtlos an den Dom anschmiegt, betrachtet Bischof Richard missgünstig das bunte Treiben. Und fragt sich, wie schon so oft, wo und wann er den Weg dieses jungen Bischofs hätte umlenken könnten. Wie viel Ärger wäre der Kirche erspart geblieben. Wieviel Schmach! Aber wer hat schon ahnen können, dass dieser hübsche, sensible, stille Junge mit der silberhellen Stimme einmal so ein wort- und gedankenstarker Geistlicher werden würde. So ein gefährlicher Gegner! Er selbst hat ihm sogar noch den Weg gewiesen. Nicht nur zu Jesus, sondern auch ins Priesterseminar. Was für ein kardinaler Fehler! Nun, vielleicht ist es ja noch nicht zu spät, denkt Bischof Richard. Und schaut sich unwillkürlich nach Meta um, seiner mit ihm alt gewordenen Hauswirtschafterin. Und mehr. Die beiden verstehen sich nach über 40 Jahren ohne Worte. Sie schaut ihm stumm in die Augen. Und nickt unmerklich.

Und dann ist es Abend. Wie vorhergesagt, fallen weiche Flocken vom dunkelblauen Winterhimmel. Sie legen sich zart auf die Dächer der Hütten, das Kopfsteinpflaster und die Mützen und Locken der Menschen. So viele sind gekommen. Der Rauch von den Feuern, über denen Grillfackeln schmoren, steigt senkrecht auf und mischt sich mit dem Nelkenduft von Met und Punsch, mit dem süßen Geruch gebrannter Mandel. In der Mitte des Platzes lodert ein helles Feuer, oben auf dem Podest spielt die Band „Last Christmas“ und dann, auf ein Zeichen des Bischofs, „Lasst uns froh und munter sein“. Ein bunter Chor, alte Stimmen, junge, helle, tiefe stimmt ein, der ganze Platz bebt und lacht. Ja, Lacht. Vergessen ist für diesen Moment alles, was trennt. Den Domberg mit seiner geistigen, geistlichen Last, und die Menschen. Der Bischof lächelt. Dankbar.

„Und jetzt schaut mal, was ich euch mitgebracht habe“, ruft er, springt vom Podest und zum Schlitten voller Pakete und Päckchen. Im Handumdrehen ist er umringt von Händen, nackten, behandschuhten, schüchternen, greifenden. Er lacht und legt in jede Hand ein kleines Geschenk. So schnell ist der große Schlitten leer. Nur noch ein kleines Päckchen liegt auf dem rotsamtenen Kutschbock. Der Bischof nimmt es und geht hinüber zur Residenz am Rande des Platzes. Dort, vor dem Portal, stehen Bischof Richard und eine Handvoll seiner Kollegen und machen gute Miene zum bösen Spiel. „Hier, Exzellenz“, sagt er und reicht Richard das Päckchen. „Auch für Sie hat der Nikolaus etwas dabei. Sie waren so lange der Domherr hier. Nehmen Sie die Pralinen, Ich weiß, es ist ihre Lieblingssorte, Meta hat es mir verraten. Und seien Sie mir, Ihrem Nachfolger, nicht allzu böse dafür, wie ich die Geschäfte hier weiterführe. Geistlich und weltlich. Es ist Advent. Kommen Sie, machen auch wir uns auf den Weg.“

Um sie herum wogt und tobt das friedliche Fest. Es ist kalt in der Bischofstracht aus Rauchmantel, Albe und Mitra. „Hier, Maximilian. Nimm einen Schluck Glühwein. Du bist ja komplett ausgekühlt. Das kann ich gar nicht mit ansehen! Aber um dich kümmert sich ja keiner.“ „Außer dir, gute Meta. Danke.“ Und der Bischof nimmt den Becher, den Meta ihm reicht.

Später wird er in den Armen seines besten Freundes liegen, der vergeblich auf den Rettungswagen wartet. Zuviel los, heute, in der Stadt. „Damit hätte ich nicht gerechnet. Meta! Ihr ganzes Leben lang hat er sie ausgenutzt. Und jetzt macht er sie auch noch zur Mörderin“, flüstert der Bischof. „Aber ich gehe nicht allein. Und vielleicht ist es wirklich am besten so, denn G*ott verzeiht es nicht, wenn man selbst zum Richter wird. Doch ich konnte nicht mehr länger warten. Richard hat ja nicht nur mein Leben zerstört, als er mich missbraucht hat, immer und immer wieder, damals, sondern er hat auch noch so viele andere kaputt gemacht. Vor mir und nach mir, da bin ich mir sicher. Aber er ist unantastbar. Ich habe niemanden gefunden, der gegen ihn aussagen will. Und mir würde keiner glauben! Ich bin ja sein Konkurrent.

Ich hatte geglaubt, dass ich meinen Frieden gefunden habe. Meine Aufgabe. Dass ich heilen kann, wo andere verletzt haben. Aber dann habe ich Richard gesehen. Im Bogengang. Mit Christian, unserem Solisten. Er ist noch ein Kind! Da habe ich gewusst, es muss aufhören. Und auch, dass ich selbst das Heft in die Hand nehmen muss.“

Als der Rettungswagen endlich kommt, ist es für Bischof Maximilian schon zu spät.

Am nächsten Morgen kommt der Notarzt noch einmal auf den Domberg. Bischof Richard ist ebenfalls in der Nacht gestorben. An einem Herzinfarkt, wie es in der Verlautbarung des Ordinariats heißen wird.

Claus wird sich bemühen, den Mord an Maximilian aufzuklären. Er weiß, dass er sich damit auf eine lebensgefährliche Mission begibt.

Gut möglich, dass diese Geschichte polarisiert. Aber auch ein MiniKrimi Adventskalender ist halt ein Ponyhof. Und ich freue mich auf eure Kommentare! In diesem Sinne: habt einen schönen Nikolausabend. Und obacht beim Glühwein!

MiniKrimi Adventskalender am 5. Dezember


TOD MIT TIEFGANG (Auszug)

von Joyce Summer

Prolog

Der alte Löwe streckte seine Glieder und sprang. Das kalte Wasser umhüllte seinen Körper und ein belebendes Prickeln durchströmte Arme und Beine. Als er auftauchte, schüttelte er die Wassertropfen aus seiner Mähne und atmete tief die salzige, nach Algen riechende Luft ein.

Fast wie im Herbst zu Hause, dachte der Mann. Nur ist die Ostsee wärmer als der Atlantik im Schatten des Tafelberges.

Er rückte seine Schwimmbrille zurecht und setzte zum Freistil an.

Mal sehen, wie viele Bahnen ich heute schaffe. Achte auf deine Wasserlage, die Phasen des Armzuges und die Rotation des Körpers, zitierte er seinen alten Schwimmtrainer bei der Marine und begann das Morgentraining.

Sein Körper glitt mühelos durch das Wasser. Für einen alten Mann wie mich gar nicht schlecht. Gleich bin ich am Anschlagbrett.

Die nächsten langen Züge. Er schaute kurz nach vorne, um sich zu orientieren. Dann atmen nach links. Als er den rechten Arm ins Wasser tauchte, fühlte es sich an, als ob er seine Hand in Watte steckte. Hmm, heute scheint mir die Kälte doch etwas mehr zuzusetzen als erwartet. Ein Krampf zog sich durch seinen linken Fuß und kroch langsam die Wade hoch. Sofort reduzierte er seinen Beinschlag, um die beanspruchten Beinmuskeln zu entlasten. Seine Schläfen begannen zu pochen und sein Kopf fühlte sich an, als steckte er in einem überdimensionalen Schraubstock, der langsam immer fester gezogen wurde. Die verfluchte Kälte! Plötzlich war das Schwimmen kein Spaß mehr. Jeder Zug wurde zum Kampf. Aber Aufgeben kam nicht infrage. Was würde der Löwe tun? Das Vorgehen anpassen und sich dem Kampf stellen. Wieder hob er leicht den Kopf, um sich zu orientieren. Das Anschlagbrett war kaum nähergekommen.

Was ist nur mit mir los?, fragte er sich, während sein rechter Ellbogen aus dem Wasser auftauchte. Er drehte den Kopf nach rechts, um Luft zu holen, und öffnete den Mund. Tausend Nadeln stachen in seine Brust. Kein angenehmes Prickeln wie beim Eintauchen in das kalte Wasser, sondern purer Schmerz. Anstatt belebender Luft schluckte er salziges Ostseewasser. Aus seinem Magen suchte der Frühstückskaffee mit einem sauren, beißenden Geschmack seinen Weg nach oben. Er stoppte und versuchte sich umzudrehen, zurück zum Steg zu schwimmen, zu den Menschen, die dort gerade ihre Utensilien auf der Plattform aufbauten. Das klare morgendliche Blau des Himmels und des Wassers verschwammen zu einem dumpfen Gelb‑Grün. Als wäre er in einem alten Farbfilm gelandet, dessen Farben durch das Alter verblasst und verändert waren. Seine Glieder wurden schwer und zogen ihn nach unten. Anstatt eines Schreis entwich ihm nur ein leises Gurgeln. Kraftlos glitt er in Richtung Meeresboden. Wieder umhüllte ihn das kalte Wasser. Nur diesmal würde es kein Auftauchen für ihn geben.

Seebadeanstalt Holtenau

Die grün‑graue Welt breitete sich vor ihr aus, ihre Sicht getrübt und durch das kleine Fenster begrenzt. In klobigen, schweren Stiefeln stapfte sie langsam über den Grund. Einzelne zarte Pflanzen, zerdrückt durch ihre Masse, zierten als traurige Überbleibsel ihren Pfad.

Als wäre ich eine große orange‑gelbe Walze, die hier alles platt macht, was sich mir in den Weg stellt.

Sie widerstand dem Drang, Schwimmbewegungen zu machen, um endlich an die Oberfläche zu gelangen. So lange war sie noch nie unter Wasser gewesen und sie fühlte sich immer beklommener in ihrer Lage. Von wegen hier würde sie das Gewicht der Ausrüstung nicht mehr spüren. Es war zwar nicht so schwer wie über Wasser, aber sie empfand Hilflosigkeit. Sie wedelte mit den Armen, um voranzukommen und das an ihr zerrende Gewicht der Bleischuhe zu verringern.

Um sie herum blubberte und zischte es. Luftblasen entwichen dem historischen Kupferhelm, der fest an ihrem Anzug verschraubt war. Als Leif vor zehn Minuten mit einem riesigen Schraubenschlüssel ankam, um den Helm zu befestigen, hielt sie das zunächst für einen Witz. Aber das hier war keiner. Die lebensnotwendigen Schläuche lagen hinter ihr auf dem Grund, und jeder Schritt war ein Kampf gegen den Widerstand des Wassers. Bestimmt bin ich, wenn ich wieder aus diesem kalten Wasser komme, nass geschwitzt vor Anstrengung. Diese wollene Unterwäsche, die sie mir wegen der Kälte aufgedrängt haben, hätte ich gar nicht gebraucht. Wahrscheinlich ist das nur für Berufstaucher gedacht, die bei solchen Tauchgängen nicht unter Adrenalin stehen, sondern die ganze Zeit tiefenentspannt sind. Sie drehte langsam den Kopf, und Michael, ihr Sicherungstaucher, erschien vor der Scheibe.Im Gegensatz zu ihr war er nicht mit Schläuchen an die Außenwelt gebunden, sondern tauchte mit Pressluft. Fast neidisch beobachtete sie, wie er sich ohne das schwere Gerödel schwebend über den Boden bewegte. Michael machte irgendwelche Zeichen mit den Armen.

Was will er mir damit sagen?

Sie schaute an sich herunter. Ihre Arme standen beinahe im rechten Winkel zu ihrem Körper und der Anzug war dick aufgeblasen. Verdammt, sie hatte die letzten Minuten vergessen, über das Ventil im Helm Luft abzulassen. Wenn sie so weiter machte, würde sie wirklich gleich nach oben treiben. Stine neigte den Kopf zur Seite und betätigte das Ventil. Mit der entweichenden Luft schmiegte sich der Anzug wieder an. Endlich gelang es ihr, die Arme zu senken. Michael nickte ihr zu und formte das Okay‑Zeichen mit Daumen und Zeigefinger.

Zu dem Zischen im Helm kam ein Knacken und die metallene Stimme von Leif hallte im Helm wider.

»Alles okay bei dir, Stine? Versuch mal, die Arme nicht nach oben zu strecken, dadurch strömt Luft über die Armmanschetten in die Handschuhe. Und die werden dir dann von den Händen geblasen. Das willst du nicht. Also schön regelmäßig Luft ablassen. Pass außerdem ein bisschen auf die Versorgungsleitung auf, damit du dich darin nicht verhedderst. Wenn du irgendwo lang gehst, immer schauen, wo die Leitung ist und den Rückweg immer daran entlang.« Seine Stimme klang ruhig, aber Stine meinte, Sorge darin zu hören.

Denkt er auch, dass ich lieber oben geblieben wäre und den anderen bei ihrem Helmtauchversuch zugeschaut hätte?

Ihr Blick folgte dem Luftschlauch. Leif hatte ihr gezeigt, dass nichts passieren konnte, wenn sie aus Versehen darauf trat, weil der Schlauch mit Stahldraht verstärkt war. Aber sie wollte nichts riskieren. Sie ging weiter, den Blick leicht nach hinten auf den Schlauch gerichtet. Bloß nicht verheddern, dachte sie, als ein dumpfes »Klong« in ihrem Helm dröhnte und sie gegen ein Hindernis stieß. Holzplanken ragten vor ihr auf. Von hinten klopfte ihr Michael auf die Schulter.

Wieder ertönte Leifs Stimme: »Du bist jetzt direkt unter uns. Vielleicht solltest du die Richtung wechseln, wenn du nicht unter der Seebrücke feststecken möchtest. Hier gibt es auch nicht viel Interessantes zu sehen, glaub mir. Lass dich von Michael in Richtung Anker führen. Den wollen wir später noch bergen. Du kannst ja schon mal die Lage erkunden. Achte beim Zurückgehen darauf, dass du an der Versorgung entlanggehst, damit du sie nicht um die Pfähle wickelst.«

Stine tastete sich an dem Balken entlang. Vor ihren Augen tauchte eine Plastikdose auf, die sich anscheinend dort verklemmt hatte.

Auch in der Ostsee gibt es schon überall Müll, sinnierte sie, als sie wieder Michaels Hand auf ihrer Schulter spürte. Mit sanftem Druck korrigierte er ihren Kurs in die entgegengesetzte Richtung. Dankbar bemerkte sie, dass er sie keinen Moment aus den Augen ließ. Ihr Puls beruhigte sich ganz langsam und sie fing an, die Unterwasserlandschaft zu beobachten. Kleine abgerissene Fetzen von Algen und Seegras schwammen um sie herum. Ab und zu nahm sie das silberne Glitzern eines Fisches wahr. Eine große Feuerqualle glitt vor ihr durch das Wasser. Als Schwimmerin hätte sie jetzt das Weite gesucht, aber geschützt durch den Anzug konnte sie in Ruhe die Schönheit dieses Lebewesens beobachten. Rot und Orange schimmerte sie in dem Licht, das von der Wasseroberfläche in die Tiefe fiel. Die Tentakel streiften Stines Sichtfenster und sie konnte sogar die Organe der Qualle erkennen. Ein Schwarm kleiner Fische zog direkt an ihr vorbei. Er und Michaels fester Griff leiteten sie in Richtung Anschlagbrett der Seebadeanstalt. Wieder tauchten Holzpfähle vor ihr auf. Das musste das Brett sein, welches für die Schwimmer des Seebades die 50 Meter begrenzte. Als sie sich näherte, konnte sie kleine Krebse sehen, die sich, festgeklammert an den Pfählen, vom Wasser umspülen ließen. Direkt unter dem Steg wiegte sich etwas Weißliches im Wasser. Ein großer Plastikbeutel? Oder eine Boje? Kann sich das Plastik an dem ominösen Anker verfangen haben?

Sie räusperte sich und sofort ertönte wieder Leifs Stimme: »Du müsstest gleich bei dem Anker sein. Geht es dir gut? Kein Schwindel so weit?«

»Ja, alles gut. Magst du mir noch mal sagen, warum wir den Anker suchen? Stellt er eine Gefahr für die Schiffe dar?«

Eine kurze Pause folgte, dann hörte sie jemanden im Hintergrund lachen.

»Nein, keine Gefahr für die Schiffe. Aber es ist gut, wenn wir das Ding bergen.«

Eine zweite Stimme meldete sich. Es klang nach Astrid, Leifs Frau. »Leif will nur nicht zugeben, dass er ›grabbeln‹ will.«

»›Grabbeln‹? Was soll das sein?«

Sie hörte Astrid erneut lachen. »Das bedeutet, dass mein Mann noch mehr unnützes Zeug vom Meeresboden bergen und zu seiner Sammlung zu Hause packen will. Du musst bei Gelegenheit mal bei uns vorbeikommen und dir sein Museum ansehen.«

Stine überlegte kurz, ob sie umkehren sollte, da der Notfall des am Boden liegenden Ankers ja keiner mehr war. Aber dann siegte ihre Neugier, und sie setzte ihren Weg fort, Michael immer in ihrer Nähe wissend. Wann würde sie wieder die Gelegenheit haben, am Boden der Ostsee entlangzulaufen? Sie war keine Taucherin, Schnorcheln konnte sie so leidlich, aber das war kein Vergleich mit dieser Erfahrung. Sie tat den nächsten Schritt und versuchte, durch die kleine Scheibe die gesamte Umgebung im Auge zu behalten. Diesmal wollte sie keine Holzpfähle rammen. Keine Sekunde später blieb ihr rechter Fuß hängen und ihr Körper bewegte sich in Richtung Boden. Nur die Trägheit hinderte ihren Fall.

Dieses beschränkte Sichtfeld macht mich wahnsinnig! So muss es sich anfühlen, wenn man alt wird. Angeblich soll man dann ja auch alles nur noch ausschnittweise wahrnehmen können. Was musste das für eine Belastung sein? Stine merkte, wie ihr Herz immer heftiger klopfte. Ich möchte zurück, raus aus diesem Anzug! So langsam wird es mir hier unter Wasser unheimlich.

»Hast du was gesagt, Stine?« Leif wieder.

Habe ich laut vor mich hin gebrabbelt? Hoffentlich nicht.

»Nein, nein. Alles okay hier. Aber ich glaube, ich möchte wieder zurück zum Steg. Lass lieber einen von den erfahrenen Tauchern nach dem Anker suchen. Ich …« Sie stockte. Während sie sich auf das Gespräch mit Leif konzentrierte, war sie viel zu nah an die Unterwasserbauten des Anschlagbretts geraten.

So ein Mist, schimpfte sie. Notiz für mich: Unter Wasser bin ich definitiv nicht multitasking‑fähig.

Die weißliche Masse, die sie von weitem schon gesehen hatte, schob sich in ihr Gesichtsfeld.

Das war keine Plastiktüte. Das Gesicht eines Mannes starrte sie mit weit aufgerissenen Augen an.

Politik und Intrigen kennt die Autorin nach jahrelanger Arbeit als Managerin in verschiedenen Banken und Großkonzernen zur Genüge: Da fiel es ihr nicht schwer, dieses Leben hinter sich zu lassen und mit Papier und Feder auf Mörderjagd zu gehen. Die Fälle der Hamburger Autorin spielen dabei meistens nicht im kühlen Norden, sondern in warmen und speziell ausgesuchten Urlaubsregionen wie Madeira und Südafrika. 

Tod mit Tiefgang, Taschenbuch, 340 Seiten broschiert – ISBN-13: 978-3-758373848Tod mit Tiefgang, Ebook – ISBN-13: 978-3-759219497 bzw. ASIN: B0CW1HP2P2

Das Buch ist bei Thalia, Amazon, im Buchhandel und überall, wo es sonst noch Bücher online oder stationär gibt erhältlich/bestellbar

Mehr über die Autorin findet ihr auf https://www.joycesummer.de

MIniKrimi Adventskalender am 2. Dezember


VERBOTENE LUST

von Monika Buttler

Nein, sie würde das nicht unterschreiben. Wer bürgt, wird erwürgt. Und wenn er sie zwang? Aber wie denn? Sie müsste schon tot sein, damit ihr Mann sich noch retten könnte. IT-Branche. Als wenn das ein Selbstläufer wäre.

In ihrem Zimmer, im Gästehaus des Samariterwerkes zu Volkertshausen, schaut Caren Rickmers sich um. Sie wartet, ob sie fremdelt, wartet auf die Hotel-Depression, die sie wie immer aus dem Takt werfen wird. Aber sie hat Glück. Helle, warm getönte Holzmöbel, Teppiche und Wäsche in frischem Apfelgrün. Softeis für die Seele, denkt sie, und kichert leise. Denn süße Tröster sind hier tabu. Zwei Wochen „Heilfasten“ im katholischen Samariterwerk. Heilerfolge seit 75 Jahren!

Ihr Fett – für jedes Hasswort ihres Mannes hat sie ein Törtchen gebraucht – , ihr Speckgürtel würde dahinschmelzen. Sie würde leichter und leichter werden, erst am Leib, dann an der Seele, flügelleicht wie ein Engel und energievoll wie – der Teufel! Caren, unterbricht sie sich selbst, du bist in einem Christenhaus.

Sie öffnet die Balkontür. Vor ihr, im sommerlichen Abendlicht, strecken sich Wiesen und Äcker hin. Kein Wind, nur Wärme streift ihre Haut. Wirklich angenehm. Ausgeglichenes Bodensee-Klima, memoriert sie den Prospekt. Über allem scheint glockengleich ein Friede zu schweben. Menschen, die ohne Hektik in ihren Gärtchen und am „Häusle“ werkeln, der Singsang ihres „Schwätzens“, der sie heiter umhüllt und dessen Sinn sie nie ganz versteht … Sie zupft ihre Sachen aus dem Koffer. Ein pinkfarbener Jogging-Anzug, perfekt zu ihrem blond gesträhnten Haar, Tops in Türkis, die Träger nur ein Hauch. Sie würde wieder attraktiv werden, mit 55 noch einmal durchstarten. Erotik … Wie war das noch? Wie ging das noch? Einst hat sie ihren Mann bewundert, hat wohlig geblüht im Schatten seiner Stärke. Jetzt hat sie Angst vor ihm. „Gut, eine letzte Frist!“, hat Herbert mehr gebrüllt als gesprochen, „dann hau doch ab, fahr zu diesen Saft-Heinis und Dinkelfressern. Muss mir mein Steak ja sowieso immer selbst machen. Aber danach unterschreibst du!“

„Verbotene Lust“ steht in der neu erschienenen Kurzkrimi-Sammlung „Tödliche Taten“, dem zweiten Band von zwei Neuerscheinungen. Band eins heißt „Manchmal nützt nur Mord. Kriminalgeschichten de luxe“.

„Tödliche Taten“ ist im Buchhandel erhältlich.

Autorinnenfoto Monika Buttler Autor*innenfoto Monika Buttler (c) privat

Und das ist die Website von Monika Buttler: www.monikabuttler.de

Meine Fans


Ich bin – rein geburtstechnisch betrachtet – nicht mehr ganz taufrisch. Mental, psychisch und im Hinblick auf mein Selbstbild mag das anders sein. Da bin ich je nach Gemütszustand, körperlicher Verfassung, besonderen Glücksmomenten mal 5, mal 15 oder auch mal 100.

Nun habe ich den Verdacht, dass es einigen meiner „Fans“ genauso geht. Gestern hatte ich eine fantastische Lesung in Moosch. Im „Seniorenclub Lebensfreude“. Im Vorfeld hatte ich mich bei der Leiterin nach der mentalen Verfassung meiner Zuhörer*innen erkundigt, um die Lesung entsprechend zu gestalten. Die Antwort wies mich – freundlich – in die Schranken. Die Mehrzahl der Damen sei ungefähr so alt wie wir (!), lebe alleine und selbstversorgt und sei mit allem ausgestattet, was ein moderner Alltag mit sich bringe: Handy, Computer, Internet und Hörgeräte.

Letztere trage ich auch, seitdem die Hersteller versprechen, damit auch einem Tinnitus beizukommen. Klappt bei mir leider nur so lala, weshalb ich permanent ein Konzert in den Ohren habe und infolgedessen zuweilen einfach nicht verstehe, was mir Menschen über diesen kopfinternen Lärm hinweg zu sagen versuchen. Aber sei’s drum: ich bin meinen Zuhörer*innen tatsächlich auf vielen Ebenen verbunden.

Gestern stand ich nun in dem gut gefüllten Saal – und begegnete erwartungsvollen Augen. „Wird’s spannend?“, „Wird’s auch deutlich genug`“ „Laut genug?“ Der Saal hat eine grauenhafte Akustik, die durch ein Mikro nicht wirklich verbessert wird. Ich stellte mich also vor, fragte ab, ob meine Zuhörerinnen (kein Gendern nötig) thrillertauglich seien („Je brutaler, desto besser“, war die Antwort 🙂 ) und machte gleich einen Verständnistest. Ich war, so hatte mir die Leiterin berichtet, das Highlight im herbstlichen Veranstaltungskalender. Die Latte hing also hoch.

Und ich begann.

Meine Lesungen sind „szenisch“, bzw. „performe“ ich eher, als dass ich nur lese. Oft erzähle ich auch zwischendrin und weiche vom Text ab. Dabei schaue ich immer in die Gesichter und reagiere spontan auf das, was ich sehe. Mache einen Scherz mehr, singe ein Liedchen weniger. Ihr wisst, was ich meine. Nun, gestern stand ich vor einem sehr vielfältigen Ausdrucksmix. Die einen lachten, die anderen lächelten, einige schauten konzentriert – und eine döste mit geschlossenen Augen. Zuviel Kaffee, Kuchen, zu warme Luft?

Ich ezählte gerade, wie die Gräfin S. den Seitensprung ihres zweiten Mannes mit der Büste ihres ersten Mannes aus rotem Alicante Marmor erschlug, da erklärte vorne links eine Dame, in Alicante gäbe es keinen Marmor. Und breitete ihr Wissen über dieses edle Gestein aus, das das meine bei weitem übertraf. Ich hatte lediglich bei Goggle nachgefragt.

Da öffnete die „Dösende“ die Augen und schoss mir einen scharfen, freundlich-komplizenhaften Blick zu. Sie hatte alles genau verfolgt und die Augen nur der besseren Konzentration halber geschlossen. Soweit zu voreiligen Schlüssen.

Nach einer Stunde und drei Geschichten war ich heiser – und froh, dass ein paar der Damen meinten, es sei für heute genug. Den anderen musste ich versprechen, bald wiederzukommen. Und eine gab mir noch den Stoff für einen neuen Thriller mit auf den Weg., WOW. WOW. Ihr werdet ihn lesen. Im MiniKrimi Adventskalender.

Was mir noch nachzutragen bleibt: Es war ein toller Nachmittag. Die älteren Zuhörerinnen waren viel kritischer und aufmerksamer als so manche jungen. Ach ja, mit dem Alicante Marmor hatte ich recht. Uff.

Und auf dem Foto seht ihr mich mit den „Fans“, die bereit waren, allem Datenschutz zum Trotz mit mir abgelichtet zu werden.,

Danke, liebe Frau Röck, für die Einladung. Ich komme gerne wieder.

Die Zeit vergeht schneller. als ich ihr folgen kann….



Die Frankfurter Buchmesse war TOLL. Es war wunderschön, so viele liebe Kolleginnen und Mörderische Schwestern zu treffen.

Das Gastland Italien hat mich mit seinem Auftritt begeistert. Nein, nicht (oder nicht nur), weil das meine emotionale Heimat ist, also mein „Vaterland“ im Wortsinn. Es war ein eindrucksvoller, Herz und Sinne ansprechender Mix dessen, was Italien und seine Kultur ausmacht. Schade nur, dass Meloni linken Autor*innen den Aufritt dort verweigert hat. Nie wieder Faschismus, das gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für Italien! Ich werde mich, wenn ich dort wohne, ganz sicher für den antifaschistischen „Kampf“ engagieren. Friedlich, selbstverständlich.

Ja – und dann war da die Notte Criminale im Café Wacker. Sehr schön, sehr spannend, mit kriminell guter Musik – von Mimi bis zu Macki Messer und dem Kriminal Tango. Danke Michael Klimo (Trompete) und Pit Gerten (Keyboard).

Ich habe dort meine neueste Episode der Agentur zweites Glück vorgestellt; Bella und ihr Gespür für Leichen. Was soll ich sagen? Kam gut an 🙂

Toll waren auch die Lesungen meiner Mörderischen Schwestern Franziska Franke, Monja Luz, Andrea Maluga und Cornelia Mohrmann. Sie entführten das Publikum ins England Sherlock Holmes‘, in Casanovas Venedig – komplett mit Kleid und Perücke!, auf die düstere Seite von Mainz und in die mafiöse Umgebung eines Italienischkurses bei der Berliner VHS.

Es war MEGA.

Und dann hatte und habe ich noch andere Highlights. Der zweite Arche Noah Gottesdienst in der Magdalenenkirche war so schön. Mit Hunden und Menschen und swingender Musik von Raphaela Ulrich und Vera v. Schumann.

Manchmal bedauere ich schon, dass ich nächstes Jahr nicht mehr „einfach so“ Events in München und Deutschland planen kann. Aber ich komme immer mal wieder. Für einen Auftritt allema!.

Heute habe ich noch etwas ganz besonderes vor: ich lese im Seniorenclub der Diakonie Moosach vor krimibegeisterten Menschen, die beinahe mein Alter haben. Tja, let’s face it 🙂

Ich freue mich riesig darauf, habe Emma Peel und John Steed im Gepäck – und werde euch berichten.

Und dann… ja dann ist auch schon bald wieder Advent. Und damit wird sich hoffentlich jeden Tag ein MiniKrimi-Türchen öffnen. Nur hier und nur auf mariebastide.blog.

Ach ja: noch etwas gibt es zu berichten. Ich schreibe ja auch Haikus. Und einer davon, der „Tauferer Advent“ wird auf eine Glasstelle geätzt und wird den ganzen Advent über erleuchtet den Marktplatz von Mais im Vinschgau verschönern, zusammen mit 23 anderen Adventstexten übers Licht. Fotos folgen!

Stay tuned.

Täglich was aufs Auge gibt’s bei semisappho auf Instagram. Come in and join!

Adventskalender MiniKrimi am 3. Dezember


Heute sollte es ein Schneechaos-Krimi werden? Hatte ich mir fest vorgenommenb, stimmt. Aber dann war ich bei einem Fotoshooting, dass viviènne model management für Kinder der Deutschen Lebensbrücke als Weihnachtsgeschenk vorbereitet hatte. Kinder mit zum Teil lebensbedrohlichen Krankheiten. Oder Kinder, die morgens ohne Früshtück in die Schule gehen und von der Deutschen Lebensbrücke etwas Leckeres vor dem Unterrichtsbeginn bekommen. Mit viel Liebe und Sorgfalt hatte das Team besondere Kleidungsstücke rausgesucht, die Kids wurden geschminkt, gestylt – und sahen hinterher natürlicher und frischer aus als vorher, aber keine Spur von aufgesetzt.

Jedenfalls dauert das Shooting – natürlich – länger als von mir geplant. Ihr werdet noch davon lesen, und ich werde auch ein paar Fotos hochladen. Das war für die Kids ein unvergessliches Erlebnis. Und dann schickte mir meine früher Twitter-, jetzt Blue Sky-Freundin Birgit Schiche einen wunderschönen, spannenden, tiefsinnigen Adventskrimi. Und den gibt es heute hier zu lesen.

Viel Spaß dabei!

Die Weihnachtsbande

„Mama, kommt der Weihnachtsmann eigentlich zu allen Kindern in der Welt?“

„Ja, mein Schatz, zu allen, die es sich wünschen.“

„Aber, Mama, wie schafft der Weihnachtsmann es denn, an nur einem Tag überall in der Welt Geschenke zu bringen?

Jonas war fünf Jahre alt und ein aufgewecktes Kind.

„Weißt du, das ist so“, setzte Melanie an und Jonas wusste, nun würde sie ihm eine Gute-Nacht-Geschichte darüber erzählen. Er kuschelte sich wohlig unter seine Decke.

Seine Mutter erzählte ihm, dass der Weihnachtsmann viele Helfer hat: den heiligen Nikolaus und Knecht Ruprecht, Santa Claus in den USA, die Hexe Befana in Italien, Väterchen Frost in Russland und in Schweden den Weihnachtswichtel, genannt Jultomte, das Christkind in Süddeutschland nicht zu vergessen. Sie erzählte auch davon, dass die Kinder zwar hier in Deutschland an Heiligabend beschenkt werden, aber in anderen Ländern am 25. Dezember, in der Neujahrsnacht oder sogar erst am 6. Januar, dem Dreikönigstag. Jonas war froh, dass er nur noch bis Heiligabend und nicht noch länger auf die Bescherung warten musste. Und morgen war doch schon Nikolaus, da würden sicher ein kleines Geschenk und Süßigkeiten in seinem Stiefel stecken. Mit diesen angenehmen Gedanken schlief er ein.

Zur gleichen Zeit auf einem gut besuchten Weihnachtsmarkt saß eine kleine Gruppe an einem Tisch. Alle wärmten sich die Hände an ihren Glühweinbechern. Es herrschte dichtes Gedränge, der Duft von Schmalzgebäck, gebrannten Mandeln und Grillwürstchen vermischte sich mit dem Glühweinduft, und von überall her ertönte Weihnachtsmusik.

„So eine Kostümprobe ist doch albern, und dann noch hier draußen an so einem scheißkalten Tag“, murmelte Igor schlecht gelaunt in seinen weißen Bart und zupfte seinen blauen Väterchen-Frost-Mantel zurecht. „Väterchen Frost ist kalt“, die darin liegende Ironie ließ Nikola schmunzeln. Sie war als Christkind verkleidet und trug eine dicke Thermostrumpfhose und Angora-Unterwäsche unter ihrem aus Wollstoff gefertigten Kostüm und eine Perücke mit blonder Lockenpracht auf dem Kopf. Das ließ sie zwar ziemlich mollig aussehen, hielt aber einigermaßen warm. Nikola mochte die Weihnachtszeit nicht, obwohl sie am morgigen Nikolaustag ihren 30. Geburtstag feiern konnte. Oder gerade deswegen, denn dass sie nach dem heiligen Nikolaus benannt war, hatte in ihrer Kindheit zu ganzjährigen Lästereien ihrer Mitschüler geführt. Klaus, Jahrgang 1958 und mit einem klassischen Weihnachtsmannkostüm ausstaffiert, und Nico, gerade 20 Jahre alt und als Jultomte verkleidet, konnten Nikola verstehen, denn auch sie hatten ähnliche Hänseleien ertragen. Cordula war die Fünfte in der Runde und trug ein Hexenkostüm. Sie hatten alle auch Masken dabei, die ihre Gesichter vollständig verbargen, und die sie jetzt jedoch in ihren Taschen ließen. Als Sechster hatte Ruprecht am Tisch Platz genommen. Ja, er hieß zu seinem Leidwesen wirklich so, und damit war sein Kostüm ebenfalls festgelegt: ein pelziges, schwarzes Teufelskostüm. Er war der Stratege unter ihnen und hatte die Generalprobe einberufen.

„Nur bei so einer Kostümprobe können wir sehen, ob man uns wirklich nicht erkennt und ob uns die Kostüme ausreichend Bewegungsfreiheit geben. Klaus und Igor, achtet darauf, dass eure Mäntel nicht zu lang sind, ihr könnt sonst nicht schnell laufen, falls das notwendig wird!“

In aller Öffentlichkeit besprach die illustre Runde ihre Pläne für die Weihnachtszeit. Zur Freude des Standbesitzers blieb es nicht bei nur einer Runde Glühwein. Viele Gäste des Weihnachtsmarktes freuten sich über die kostümierten Geschenkeboten, blieben stehen und bestellten ebenfalls heiße Getränke am Stand.

„Am Abend des gestrigen Nikolaustages fand in der größten Einkaufspassage der Stadt ein mysteriöser Raubüberfall statt. Die umsatzstärksten Geschäfte der Passage wurden um ihre Einnahmen gebracht. Die Täter wurden als Weihnachtsmann, Christkind, Weihnachtself oder -wichtel, Hexe und Knecht Ruprecht beschrieben. Sie alle verschwanden ohne Aufsehen zwischen den weihnachtlichen Attraktionen der Einkaufspassage“, berichtete die Nachrichtensprecherin a, 7.Dezember. Melanie schaltete das Autoradio ab und sah im Rückspiegel nach Jonas, der in seinem Kindersitz schlief. Gestern waren sie noch in dieser Einkaufspassage gewesen, die mit vielen passend kostümierten Schauspielern und Schauspielerinnen mehr Publikum anlocken und diese in Kaufstimmung bringen wollte. Das war auch gelungen – zum Vorteil der „Weihnachtsbande“, wie sie von den Medien nun plakativ bezeichnet wurde. Jonas hatte sich so gefreut, dass seine Mutter ihm die Figuren aus seiner vorweihnachtlichen Gute-Nacht-Geschichte dort alle zeigen konnte. Mit dem Jultomte, Väterchen Frost und der Hexe Befana, die er alle noch nie gesehen hatte, hatte er sogar Fotos machen dürfen – für Jonas das größte Highlight in der Adventszeit.

Am 23. Dezember traf sich die Weihnachtsbande erneut für ihre letzten Absprachen am Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt, diesmal schon am frühen Nachmittag. Igor hatte Skiunterwäsche und einen extra dicken Weihnachtspulli unter seinem Väterchen-Frost-Kostüm und nippte gut gelaunt an seinem heißen Glühwein. Leider vermieste ihm Ruprecht die gute Laune: „Diesmal lasst ihr Trottel euch nicht wieder fotografieren! Ihr könnt von Glück reden, dass niemand die Fotos an die Polizei weitergeleitet hat!“

Am Heiligen Abend brachen Knecht Ruprecht und seine weihnachtlichen Gesellen und Gesellinnen beim größten Online-Händler der Region ein und stahlen sämtliche Waren, die als Retoure zurückgekommen waren. Der Online-Händler ließ diese Waren einfach nur vernichten, denn das war für ihn billiger, als sie erneut in den Handel zu bringen. Die Weihnachtsbande erbeutete jede Menge neuwertige elektronische Artikel, Schmuck, Modewaren, Spielzeug. Niemand wunderte sich über die weihnachtlich kostümierten Gestalten, die riesige Säcke gefüllt mit Geschenken davon schleppten – es war schließlich Heiligabend. Na ja, fast niemand: Melanie und Jonas fuhren im Auto gerade dort vorbei, als sie im Gänsemarsch die Beute zu ihrem Kleintransporter trugen. Melanie und Jonas kamen gerade von den Großeltern zurück, die Jonas sein erstes Smartphone geschenkt hatten. Kaum war der Akku geladen, hatte Jonas ständig Fotos von allem und jedem gemacht. Nun fotografierte er die Weihnachtsgestalten im Gänsemarsch, Knecht Ruprecht und das Christkind gleich vorneweg. Dummerweise trugen diese diesmal keine Masken zu ihren Kostümen, wie Jonas betrübt feststellte. Aber die Kamera war wirklich toll, selbst wenn man aus einem fahrenden Auto knipste. Die gute Straßenbeleuchtung hatte natürlich geholfen.

Am 25. Dezember überfiel die Weihnachtsbande die Bankfiliale, die direkt am Weihnachtsmarkt lag. Bei ihren wiederholten Besuchen am Glühweinstand hatten sie sie vorher gründlich ausspioniert. Bei dem Trubel auf dem Marktgelände war niemand stutzig geworden, diese kostümierten Gestalten gehörten doch offensichtlich zum Programm. Nun war der Platz menschenleer. In der Innenstand wohnte kaum jemand, so dass es auch keine Zeugen für den Bankraub gab. Santa Klaus, wie er in der Runde nur noch genannt wurde, war so umsichtig gewesen, die Überwachungskameras der Bank mit Farbe zu besprühen. Leider war Igor weniger umsichtig als er mit seinem Mantel an einer Türklinke hängen blieb und sich hektisch losriss. Ein Stück von dem billigen blauen Stoff mit Kunstpelzrand war das einzige Indiz, das die Polizei später finden konnte. Es brachte die aufmerksamen Beamten auf die Verbindung mit dem Überfall auf die Einkaufspassage.

„Nikolaustag, Heiligabend und der 1. Weihnachtstag – das ist doch kein Zufall“, meinte Hauptkommissarin Thomsen. Die Soko „Weihnachtsbande“ war am 2. Weihnachtag einberufen worden.

„Na, zum Glück ist Weihnachten ja jetzt vorbei!“, der Polizist hielt seinen Spruch für klug und witzig.

„Nein, nein“, warf seine Kollegin Carina Marino ein. „In Italien feiern wir erst am 6. Januar Bescherung, wenn die heiligen drei Könige kommen und die Hexe Befana Geschenke für die Kinder bringt.“ Als Kind hatte sie die Weihnachtsferien oft bei den Großeltern in Italien verbracht und sich ziemlich vor der Hexe gegruselt.

Doch leider hatten die Beamten keinerlei Anhaltspunkte um vorherzusehen, ob und wo ein weiterer Überfall geplant sein könnte.

Carina Marino sollte Recht behalten. In der Nacht vom 5. Auf den 6. Januar wurde ein Juwelier überfallen, der gerade einige besonders hochwertige Schmuckstücke im Tresor aufbewahrt hatte. Am Tatort fand man keinerlei Spuren bis auf eine Hexenmaske. Diese war allerdings gründlich desinfiziert und gereinigt worden, bevor man sie dort platziert hatte. Mit besten Grüßen von der Weihnachtsbande. Die Polizei ermittelte vergeblich, die dreisten Täter wurden nie gefasst.

Keiner von ihnen hat je erfahren, dass der kleine Jonas sehr gelungene Fotos der Mitglieder der Weihnachtsbande hatte. Die Hexe Befana, Väterchen Frost und der Jultomte, die in der Einkaufspassage fröhlich für Bilder mit Jonas posierten, die seine Mutter mit ihrem Handy aufnahm. Die Bande, als sie mit dem Diebesgut vom Online-Händler im Gänsemarsch zu ihrem Kleintransporter marschierten und keine Masken trugen – festgehalten auf Jonas‘ neuem Smartphone mit der ausgezeichneten Kamera.

Es hat auch nie jemand erfahren, von wem all die nützlichen Dinge wie Kleidung, Spielwaren und Elektroartikel und die in großen Mengen gekauften Lebensmittel und Medikamente kamen, die sich im Kleintransporter auf den Weg nach Osteuropa zu den Menschen in den Flüchtlingslagern machten. Ruprecht am Steuer des Kleintransporters pfiff leise ein Weihnachtsliedchen vor sich hin. Die Weihnachtsbande nahm ihre Rolle als Überbringer von Geschenken sehr ernst. Der Weihnachtsmann und seine Helfer und Helferinnen kamen eben zu jedem, der es sich wünschte. Na ja, und manchmal auch zu denen, die es sich nicht wünschten. Auch in diesem Jahr.

Adventskalender MiniKrimi am 2. Dezember


Eigentlich sollte es heute ein Schneechaos-Krimi werden. War ja selbst mittendrin in den nicht enden wollenden nassen Schneemassen, die sich über München ergossen. Aber dann erzählte mir mein Sohn von einer Krimi-Idee, die ihm – er ist Anästhesist – mal im OP gekommen war. Er warf mir die Gedankenknochen hin. Und ich fand das Thema so spannend, dass ich Fleisch dransetzte (die Allegorie habe ich natürlich mit Absicht gewählt). Et voilà. Schnee kommt dann morgen. Vielleicht.

Am I legend?

„Was ist denn das für ein Geräusch? Der Wecker! Ich hab verschlafen!“ Er setzt sich auf, die Augen noch halb geschlossen, und schiebt die Beine über den Bettrand. Oder vielmehr: er will, aber es gelingt ihm nicht. Irgend etwas fesselt ihn. Das Piepsen wird eindrindlicher. Er öffnet die Augen. „Wo bin ich?“ Das ist nicht sein Schlafzimmer, sondern ein gekachelter Raum mit einer Unmenge an Geräten rund um sein Bett, das nicht mehr als eine schmale Liege ist. „Was hab ich da im Gesicht?“ Er reißt sich die Maske herunter und starrt auf den Tubus, der von ihr zur Quelle des Geräusches führt, das ihn geweckt hat. Ihm wird schwindlig. Er schließt die Augen, lässt sich auf die Liege zurücksinken und versucht, sich zu erinnern. Egal an was.

„Ja. Heute war der Termin für meine Karpaltunnelsyndrom-OP. Ich war schon Tage vorher sp aufgeregt, dass die Ärztin mir zu einer Vollnarkpse geraten hatte. Meine Frau hat mich in die Klinik gefahren. Ich habe die Ärztin gsprochen, dann kam der Anästhesist. Und dann?“

Blackout. Die Ärztin? Die Assistenz? Pflegeperspnal? Keiner da? „Hallo!“, ruft er. Er atmet tief ein. Hebt den Kopf. Schaut sich um. „Verdammt! Bin ich im falschen Film oder hab ich nen Albtraum?“ Um ihn herum verteilt im kleinen Operationssaal liegen die Ärztin und ihre Assistenz, der Anästhesist, eine Krankenschwester. Alle reglos. Langsam und mühevoll richtet er sich auf. Die Ärztin hat noch das Skalpell in der Hand. Sie sieht friedlich aus. Vielleicht ein klein wenig erstaunt. Jedenfalls nicht verwundet. Aber woher kommt dann das Blut. das auf ihre blassen Lippen tropft? „Das bin ja ich! Ich blute! Die haben mich aufgeschnitten und nicht mehr zusammengenäht!“ Tatsächlich klafft in seiner linken Hand eine tiefe Wunde. Zu tief für den geplanten Eingriff. „Was geht hier vor? Wollten die mich umbringen?“ Nun, das scheint jedenfalls gründlich schiefgegangen zu sein.

Er steht auf. Dabei reißt er sich alle möglichen Drähte und Schläuche vom Körper. Ihn fröstelt. Kalt hier. Vor allem in dem dünnen OP-Hemd. Er muss hier raus und jemanden finden, der ihm hilft. Der ihm erklärt. was passiert ist. Was das hier soll.

Im zentralen Aufwachraum stehen einige Betten mit Patienten. Alle reglos. Alle blass. Genauso tot wie die Leute hinter der Theke.

Jetzt wird er wütend. „Was ist denn das für ein Schlendrian? Es ist wirklich höcshte Zeit, dass sich etwas ändert. Als erstes werde ich die Handchirurgie schließen. Die Abteilung bringt nicht nur zu wenig Kohle, die Leute sind die reinsten Zombies.“

Da kommt ihm ein Verdacht. Sollte der kaufmännische Leiter der Klinik nach dem Gespräch mit seinem neuen Investor trotz ihrer Abmachung geplaudert haben? War die OP ein abgekartetes Spiel, um ihn an der Übernahme des Krankenhauses und den geplanten Schließungen zu hindern?

Aber warum sind dann die anderen tot – und nicht er? Systematisch durchkämmt er das Haus. Und findet überall Leichen. Ohne erkennbare Verletzungen, ohne verkrampfte Gesichtszüge. Aber ganz offensichtlich leblos.

Er irrt durch menschenleere Flure, zieht eine rote Blutspur hinter sich her wie den Ariadnefaden. Keine Menschenseele. Oder vielleicht doch, aber dann nur noch Seelen. Schließlich gelangt er zu einer massiven Metalltür. ‚Kontrollraum‘ steht auf einem angegrauten Schild an der Wand. Daneben ein Knopf. EIn leichter Druck, und die Tür gibt die Sicht frei auf die Kommandobrücke eines veralteten Raumschiffs. Gleich wird Käptn Kirk sich von seinem Thron erheben und…. Da ist er schon. Allerdings sieht er weniger wie ein Sterneflotten-Kommandant aus. Eher wie Rambo. Ein Muskelpaket mit tätowiertem Hals.

„Hey, was machst du hier? Warum? Warum? Bist du nicht tot, wie die anderen? Du musst das Cyanid doch auch eingeatmet haben?“ „Cyanid? Keine Ahnung, was für ein Stoff da in meinem Beatmungsgerät war“, anwortet er.

„Sch…..!“ grunzt Rambo und greift in die geräumige Tasche seines weißen Kittels. „Fehler meinerseits. Da hab ich in der Ausbildung nicht aufgepasst. Wenn du beatmet wirst, kriegst du das Gas natürlich nicht mit. Aber egal. Stirbst du eben später.“ Jetzt hält er eine Spritze in der Hand und hebt drohend den Arm. „Aber warum? Was ist denn hier los?“ „Was hier los ist? Ich hab gerade so meine Krankenpflege-Ausbildung geschafft. War tierisch kompliziert. Dann wollte mich keiner nehmen – Pflegenotstand hin oder her. Ich sei zu unberechenbar und psychisch instabil. Und als ich endlich doch ne Stelle gefunden habe, hier, da kommen Sie und wollten einfach meine Abteilung dichtmachen. Aber nicht mit mir! Ich lass euch alle hops gehen. Sie und die anderen eingebildeten Idioten hier. Ihr steckt doch alle unter einer Decke. Hättet mir wenigstens eine Chance geben können!“

Jetzt stehen sie sich gegenüber. Blitzschnell hebt der Pfleger die Hand und jagt die Spritze in seinen Feind.

„So, das war’s. Hallo? Herr Meister? Hallooo! Ah, da sind Sie ja. Willkommen zurück. Hatten Sie einen schönen Narkosetraum?“

Der Investor starrt den Arzt wortlos an. Später, auf dem Weg nach Hause, fasst er den Entschluss, sich nochmal gründlich über das Krankenhaus zu informieren, bevor er endgültig in die Finanzierung einsteigt.

Meine MiniKrimis auf der Lesebühne Abgebrüht


Am 1. September von 20 bis 22 Uhr lese ich, gemeinsam mit meinen Mörderischen Schwestern Thea Lehmann und Daniela Hartinger im Kulturhaus Milbertshofen.

Musikalisch umrahmt wird der „kriminelle“ Abend virtuos von Multitalent Franz Esser.

Aus aktuellem Anlass werden ich einen brandneuen MiniKrimi präsentieren. ich verrate nur soviel: es geht um etwas richtig Widerliches, das jahrzehntelang in einer Aktentasche schlummerte und dann wieder zum bösen Leben erweckt wurde. Aber von wem?

ich freue mich darauf, euch zu sehen: am 1.9.2023 um 20 Uhr im Kulturhaus Milbertshofen am Curt-Metzger-Platz 1. Das ist quasi im Herzen von München und mit öffentlichen Verkehrsmitteln super zu erreichen (z:B. U 2).

EInlass ab 19.30 Uhr, Eintritt 8 Euro.

Moderiert wird der Abend von der wunderbaren, humorvollen Martina Pahr!

Hier der Link zur Hompage für alle weiteren Infos.

Abkühlung mit Spannungsfaktor


Zu heiß? Am 24.7. um 17 Uhr gibt’s eine spannende Abkühlung. Ich lese aus meinem Trüffel- Krimi Miniataurus und entführe euch dazu in die Frische des Fünf-Seen-Landes und nach San Miniato.

Und zwar auf einem Schiff, hoch über München, der „Alte Utting“. Neugierig? Ich freu mich auf Euch!

Die Lesung wird von den Mörderischen Schwestern in Bayern organisiert Im Link gibts alle Details.