Adventskalender MiniKrimi vom 14. Dezember 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Ausfahrt Chemnitz

Vorbemerkung: Heute bin ich als Mitfahrerin nach Dresden gereist. Seit meiner Studentenzeit hat sich das Prinzip Mitfahrzentrale professionalisiert. Aber immer noch fahren Fremde miteinander von A nach B. Ich hatte wirklich Glück: der Wagen war komfortabel, die Mireisenden nett und der Fahrer konnte darüber hinaus auch noch richtig gut autofahren. Daher kommt heute und übermorgen (Fortsetzung) ein Mitfahr-Krimi.

Dafür, dass sie praktisch ohne Geld aufgebrochen war, Hals über Kopf geflohen, soszusagen, war Alina schon weit gekommen. Es erschien ihr, als habe sie Manuel und seine Finka an der Algarve schon vor einer Woche verlassen. Dabei waren kaum 48 Stunden vergangen, seit sie ihn mit der Galeristin Nadja im Bett erwischt und unmittelbar darauf ihre Sachen gepackt und ihn verlassen hatte. Den ersten Teil der Reise hatte sie per Autostop bewältigt. Es war erstaunlich schnell gegangen. Auf Parkplätzen hatte sie deutsche Touristen angesprochen und ihre Geschichte erzählt – tränenreich ausgeschmückt -, so war sie bis Frankreich gekommen. In der Schweiz allerdings war ihr der Fahrer eines Kühltransports  ihr an die Wäsche gegangen. Sie hatte sich nur durch einen Sprung aus der Fahrerkabine und einen Sprint in die nahegelegene Raststätte  retten können.

Drinnen suchte und fand sie – Smartphone sei Dank – eine Mitfahrzentrale, bei der sie online eine Fahrt von München nach Chemnitz buchen konnte.

Diesmal dauerte es lange, bis sie, von einem der parkenden Wagen zum nächsten schlendernd, jemanden fand, der sie bis München mitnehmen wollte. Genauer gesagt war es Frauenpärchen. Die beiden hatten sich in Portugal kennengelernt, waren voll ihres Glücks und nur zu gerne bereit, einer jungen Frau mit solch tragischem Schicksal zu helfen. Sie boten ihr sogar an, sie direkt bis zum Treffpunkt zu fahren.

Inzwischen war es dunkel geworden. Alina überlegte. Sie würden München frühestens um Mitternacht erreichen. Ihre Weiterfahrt war um sieben Uhr morgens geplant. „Lasst mich einfach an der Straße raus, wo ich abgeholt werde, da soll eine Bushaltestelle sein. Ich warte dort bis zum Morgen,“ sagte sie den beiden.

Sie konnte nicht ahnen, welchen Fehler sie damit beging.

……

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