MiniKrimi vom 11. Dezember 2014


Heute wieder ein Gastkrimi, diesmal von Petra Scheuermann. Ganz herzlichen Dank für diese „kriminelle“ Spende. Mehr über die Autorin finden Sie hier: www.petrascheuermann.de. Ihr erster Roman „Schoko-Leiche“ ist im Oktober bei KSB-Media erschienen. 

Das Jubiläum

Katharina sah aus dem Küchenfenster auf ihren Garten, der jetzt im Dezember etwas grau wirkte. Mit Pflanzen kannte sie sich aus. Zum Glück! Vorsichtig knetete sie ihr besonderes Gewürz in den Teig der Elisenlebkuchen. Katharinas Weihnachtsgebäck war in der Firma berühmt. Morgen würde sie die Lebkuchen wie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit ihrem Chef reichen. Immer und immer wieder hatte Katharina sich überlegt, mit welchem Präsent die Firma sie zu ihrem 30. Jubiläum überraschen würde. Mit diesem Geschenk allerdings hatte sie nicht gerechnet. Beim Aufräumen hatte sie ihre eigene Kündigung in einer Unterschriftenmappe gefunden. Auf einem gelben Klebezettel stand: „Durch Jüngere zu ersetzen!“ Als letzter Tag ihres Arbeitsverhältnisses war der Tag ihres Jubiläums angegeben.

Während sie die Lebkuchen in den Ofen schob, dachte sie: ‚Dieser junge Schnösel von Chef geht vor mir. Und es wird aussehen wie ein Herzinfarkt.’

SMS-Adventskrimi. 19. Dezember: Schiller der Thriller


Weihnachtszeit ist Zweisamzeit. Tim ist es leid, alles alleine genießen zu müssen. Glühwein, Bratwurst und Lebkuchen schmecken geteilt einfach besser. Seit er seinen eigenen Single-Blog hat, braucht er nicht einmal mehr die Online-Börsen zu besuchen. Schon nach drei Kommentaren zu seinen Single-Life-Berichten hat Hot Candy ihn zum Candleligtdinner eingeladen. „Wenn Du Lust auf einen erotischen Abend hast, gerne mit dem Feuer spielst und über Kamasutra nicht nur philosophieren willst – dann komm heut Abend zu mir. Der Schlüssel liegt unterm Blumentopf am Fenster.“ Dazu eine Adresse ganz in seiner Nähe.Wer könnte dazu schon nein sagen? Tim hat noch nie was anbrennen lassen. Außer bei Nora. Die hatte nach seinem letzten Seitensprung nur verbrannte Erde zurückgelassen, in seiner Wohnung. Zum Glück war er gut versichert…

Punkt acht schaut Tim unter den Blumentopf. Dabei zieht er sich prompt einen Kaktusstachel ein. „Kranich“ steht auf dem  provisorischen Klingelschild. Er lacht. „Na warte. Hot Candy, mein Vögelchen“. Im selben Moment geht die Tür auf, und in der eisernen Umarmung einer Angoraunterhose ist Tim schnell seinen letzten Atem los. „Hättest du in der Schule mal besser aufgepasst“. Nora nimmt das Namenschild ab und steigt trällernd über den reglosen Körper. „Sieh da, sieh da, Timoteus…“