MiniKrimi Adventskalender am 7. Dezember


Gemeinsam statt einsam: Weihnachten in Zeiten von Corona

Dass sie einmal positive Gefühle für Angela Merkel hegen würde, hätte Eva sich nie träumen lassen. Das war ein kompletter Bruch mit ihren politischen und gesellschaftlichen Überzeugungen und ihrem gesamten Leben seit ihrer Studienzeit.

Nach Kindheit und Jugend in einer schwäbischen Kleinstadt erschien ihr das Berlin der 1960er Jahre wie eine Befreiung. Sie hatte sich für Soziologie eingeschrieben, aber schon bald verbrachte sie die meiste Zeit in rauchigen Kneipen, in denen sie mit Kommilitonen, Arbeitern und Leuten, die sich als Philosophen bezeichneten, über die neue Weltordnung diskutierte. 

Einige ihrer Freundinnen und Freunde wollten es nicht beim Diskutieren belassen. Sie waren der Überzeugung, um etwas Neues zu schaffen müsse man das Alte zerstören. Mit Gewalt. Den Worten folgten Taten, und Eva verbachte die nächsten Jahre auf höchst abenteuerliche Weise im Dunstkreis einiger inzwischen von Interpol gesuchten Freiheitskämpfer, wie sie sich nannten. 

Eva wusste selbst nicht genau, wann, warum und wie sich ihre Träume zerschlagen hatten. Sie waren geplatzt, bunte Seifenblasen eines Lebens, das ihnen zu fremd war, als dass sie es hätten erreichen können. Die einen waren immer weiter an den Rand der Utopien gedriftet, hatten schließlich ihr Studium beendet und waren ein paar Jahre später selbst im einst verhassten Establishment gelandet. Andere hatten versucht, ihren Idealen treu zu bleiben, sich mit der Gesellschaft soweit zu arrangieren, dass sie wenigstens einmal am Tag einen Teller voll bekamen, und sie von innen heraus zu verändern. 

Und ein paar schließlich hatten den Kampf bis zuletzt geführt und waren gestorben. Für die Sache.

Eva gehörte zu denen, die sich arrangiert hatten. Sie hatte ihrem Leben stets einen alternativen Anstrich gegeben, mit Latzhosen, Batikkleidern, Räucherstäbchen, Tofu und Klangschalen-Meditationen. Ihre Selbstfindungskurse und Baumgespräche hatten ihr tatsächlich ein bescheidenes, aber stetiges Einkommen gesichert. Natürlich nicht genug, um für’s Alter vorzusorgen.

Und jetzt war Eva siebzig und alleine. Eine Alt-68erin mit angegrautem Hennahaar. Die Freunde von damals waren in alle Winde verstreut. Manchmal schickte eine eine Kettenmail mit der Bitte um Unterstützung eines Regenwaldprojekts. Oder einer hielt einen Diavortrag über Nepal in der Stadtbibliothek. 

Bekanntschaften waren kein Ersatz für Freunde. Das erlebte Eva besonders in der Weihnachtszeit. Da igelten sich die Leute ein in ihrem selsbtgestrickten Kokon aus Plätzchen und Gemütlichkeit, und jemand wie Eva blieb außen vor. Nicht, dass sie diess Spießer beneidete. Aber – so ganz alleine unter ihrer Palme, an die sie drei lila Kugeln hängte, hätte sie sogar einen Glühwein von der Nachbarin angenommen, wenn sie sie dazu eingeladen hätten. Hatte sie aber noch nie.

Und dieses Jahr sollte es endlich anders werden. Dank Angela Merkel. Bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten sollten sich treffen. Wie wunderbar!

Eva hätte nicht gewusst, woher sie zehn verschiedene Personen herzaubern sollte. Aber ein oder zwei…..oder drei, oder vier?

Sie ging ins Schlafzimmer, schloss die Tür ab und holte aus der hintersten Schublade ihrer Sockenkommode die alte Sigg Sauer, die sie damals aus der WG gerettet hatte, bevor die Bullen die Wohnung gestürmt hatten. 

Dann ging sie zu dem großen Supermarkt am Anfang des Industriegebiets. Wie erwartet tummelten sich dort an den Ausgängen gleich mehrere Weihnachtsmänner. Junge Burschen in langen, roten Gewändern, die unter Rauschebart, angeklebten Wimpern und Corona-Visier deutlich schwitzen. Eva kauft einen 6-er-Pack Mineralwasser in Plastikflaschen. Würde sie sonst nie tun. Mühsam schleppt sie ihn bis vor die Füße eines der Weihnachtsmänner. „Guten Tag, Sie wollen uns Menschen hier doch beschenken, stimmt’s?“, fragt sie und lächelt angestrengt. „Naklar, hohoho“, antwortet der Weihnachtsmann und holt einen Rabattgutschein mit aufgeklebtem Schokostern aus seinem Jutesack. „Nein, danke, ich esse keine Schokolade. Aber sie können mir ein wenig Ihrer Zeit schenken. Kommen Sie, tragen Sie mir die Flaschen ins Auto.“ 

Nach einem erstaunten Zögern packte der Weihnachtsmann – er muss wirklich jung und athletisch sein! -den Sixpack und folgte Eva zu ihrem verrosteten Renault. „Danke“, sagte sie und machte die Heckklappe auf. Als der Weihnachtsmann sich zu ihr umdrehte und sich verabschieden wollte, drücktd sie ihm die Sigg-Sauer in den Bauch. „Einsteigen, schnell“, befahl sie. 

Daheim fesselte sie ihn an einen Küchenstuhl. „Bin gleich wieder da“, versprach sie. Und hielt Wort. Bald hockten vier ratlose Weihnachtsmänner gefesselt in ihrer Küche. 

„So, Ihr Lieben. Jetzt koch ich uns ein leckeres Essen. Und danach gibt’s die Bescherung. Ganz wie in alten Zeiten! Aber erst schauen wir uns die Weihnachtsansprache von Frau Merkel an. Ohne sie hätte ich auch diesmal alleine Weihnachten gefeiert.“ 

Plagiamus igitur…. Guttenberg non sumus


Nachdem der Journalist mir so nachhaltig die Tagespolitik ans Herz gelegt hat, kann ich nicht schweigen. Zumal, da ich dachte, es sei in diesem Fall noch nicht einmal alles gesagt, geschweige denn von allen. Als ich mich dann aber doch – um zumindest rudimentär journalistisch zu handeln – vorab informierte, stieß ich auf einen Blog, in dem just meine Fragen gestellt wurden. Allerdings kommt der Verfasser zu anderen Schlüssen und Antworten. Statt zu plagiieren, zitiere ich (erlaubt hat er mirs nicht, aber ich gebe mal die Quelle an und hoffe, dass ich im Zweifelsfall meinen Weblogtitel nicht zurückgeben muss.)

Markwart schreibt also auf http://www.markwart.wordpress.com: „Warum jetzt? Es ist doch kein Zufall, daß diese Angelegenheit gerade jetzt in aller Öffentlichkeit breitgetreten wird. Normalerwesie wäre so etwas mit einem kleinen Artikel in der Zeitung und einer Meldung in den Fernsehnachrichten abgetan worden. (Ja, das denke ich allerdings auch. Denn die Medien springen nur auf Züge auf, zu denen sie die Fahrkarte bekommen. Und von wem? Anm. v. mir) Warum diesmal nicht? Soll zu Guttenberg kaltgestellt werden oder ist dies nur ein massiver Schuß vor den Bug? Warum wird diese Geschichte zu einem Skandal ausgeweitet? Oder andersherum: Worin lag zu Guttenbergs Fehlverhalten in den Augen der wirklichen Machthaber? Besonders interessant ist das daher, da „Gutti“ ja schon als zukünftiger Kanzler gehandelt wurde (Genau genau genau. Und wem passt das vielleicht nicht? Und warum?) Tadelloses Auftreten, intakte Familie, Blitzkarriere in der Politik (immer Vorsicht bei Blitzkarrieren in der Politik!!!), Atlantiker in Perfektion. Einen Mann so aufzubauen und dann in eine solche Affäre schlittern lassen? Da muß was Größeres im Spiel sein. (Ja, das denke ich auch!)  Wer steckt dahinter? Es gibt ja Mutmaßungen, daß Merkel und Seehofer von zu Guttenbergs Schwäche profitieren. (Da mag was wahres dran sein. 🙂 ) Schließlich war ja auch der Schleudersitz „Verteidigungsminister“ deren Idee (offiziell hatte zu Guttenberg die Wahl zwischen Innen- und Verteidigungsministerium. Und da wählt er ausgerechnet den Verteidigungsposten? Ja, klar…). Außerdem macht doch das offenkundige „sich hinter zu Guttenberg stellen“ mißtrauisch. Meuchelmörder stehen zumeist auch hinter ihrem Opfer.
Rotgrün wird wohl nicht dahinter stecken, die haben selber genug Dreck am Stecken und müssen eine Revanche fürchten. Die Opposition kann nun ein bißchen Dampf ablassen, den Moralapostel geben, Wählerstimmen in großem Maße wird es kaum bringen (Interessanter Gedanke…. ).

Möglicherweise ist ja  zu Guttenberg den wirklich Mächtigen außerhalb Deutschlands auf den Schlips getreten? Aber womit?
Soweit das Zitat.

Wie eingangs geschrieben, lohnt es sich zuweilen, vor dem eigenen Artikel durch den Bloggerwald zu streifen. Denn genau diese Fragen habe ich mir auch gestellt. Werde ich stellen. Allerdings divergieren wir in der Beantwortung. Dass die Ausmaße, die diese Affäre annimmt, ebenso wenig zeitlich zufällig sind wie deren Inititialzündung – da gehe ich mit Markwart konform. Schwierig bzw. zweifelhalft erscheint mir dann allerdings die Andeutung von Dunklen Mächten (in denen wären wir wenn überhaupt dann doch geborgen?) außerhalb Deutschlands. Wen genau meint Markwart? Globale Konzerne? Oder versteckt sich hinter dieser  freiheitsliebenden Fassade „altreichliches“ Gedankengut? Es klingt so an. Mir friert das Mark….

Ich glaube, Guttenberg ist zu schnell zu mächtig geworden. Vor allem hat er zu viel Rückhalt im Volk, pardon, in der Bevölkerung. Wir haben keinen Edward, keine Kate, dann wenigstens Karl-Theodor und seine Stefanie. Stammbaummäßig nehmen die sich kaum etwas…

Nun ist die Tatsache, adliger Abstammung zu sein, per se eigentlich kein Grund, diskriminiert zu werden. Gut, das Wort ist stark. Aber ich frage mich: sind die ständigen Probleme an den unterschiedlichsten militärischen und – jüngst – auch noch privaten Fronten ausschließlich Frucht der ausnehmenden Führungs- und Verhaltensfehler dieses Mannes? Wenn ja  (ich will nichts ausschließen): wie kam es dann zu seinem steilen fehlerlosen Aufstieg? Und warum hat niemand schon viel früher „aufgemerkt“, wie wir in Bayern sagen?

Ich habe auch keine Antwort. Wohl aber eine Idee. Es ist nicht so, dass die CDU keine fähigen Köpfe gehabt hätte, in den letzten Jahren. Die auch auf höchste Ebene hätten steigen können. Aber – sie sind alle…. „verschwunden“. Und einsam weht der Wind der Macht Frau Merkel um das Physiker-Haupt. Vielleicht sollten wir unseren Dürrenmatt nochmal ganz anders lesen……. 🙂