Böse ist spannender als lieb


Hast du schon mal einen Bösewicht mehr gemocht als den Helden? Wen und warum?

Wenn ich meine Protagonist*innen „erschaffe“, faszinieren mich die Bösen oft mehr als die Guten. Wobei beide immer zwei Seiten haben. In jedem schlummert doch ein Janus.

Aber während die „Guten“ automatisch immer auf der „richtigen“ Seite stehen und dabei oft wie Scherenschnitte wirken, haben die „Bösen“ viel mehr Facetten. Wer fragt schon: wie ist der Gute bloß gut geworden?“

Bei den Bösen möchte man wissen, wo der Abweg begann. Wer ihn vielleicht wie verursacht oder beschleunigt hat. Und vor allem: gibt es eine Rettung? Gute brauchen keine Erlöser. Böse schon (wenn auch nicht unbedingt in ihren Augen).

Das mag auch die Freundschaften erklären, die sich zwischen Unbekannten über Gefängnismauern hinweg anbahnen, nicht selten zwischen gänzlich unbescholtenen Menschen und Schwerverbrecher*innen.

Mein Gereon, verrücktes Genie und Sternekoch in meinem Krimi „Miniataurus“ ist ein literarisches Beispiel für die Faszination des eigentlich Bösen, Gefährlichen.

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