Tag steht Kopf


…vor dem siebten Türchen mal was Lyrisches 🙂

Der Tag steht Kopf.  Auf klarblau bewegtem Meer ziehen graugeschäumte Wolkenwellen gelbe rosa Schweife hinterher.

Am Himmelsufer stehen Dächer rot in weißen Socken, Tannenspitzen kitzeln ihren Saum. Aus Fenstern Türen Toren streben Schritte ins Unendliche.

Heute hebt das Licht die Grenzen auf.

Der SMS-Adventskrimi. 6. Dezember: Eingesackt.


„Wie süß! Der Chef schickt uns nen Nikolaus in den Laden! Hallo, lieber Nikolaus!“

Behäbig schiebt sich der dicke Mann in den Juwelierladen, die Glöckchen an seinem Stab bimmeln mit der Tür um die Wette.

„Hohoho….wart ihr auch alle brav?“

„Klar doch, wir haben heute ganz besonders viel Umsatz gemacht. Muss ja was rein in die Socken der Liebsten.“

„Schön schön schön. Dann macht mal schnell die Kasse auf – und rein in den Sack mit den Moneten. Und die ganzen Klunker hier noch dazu.“

Der Nikolaus leert seinen Sack auf den Boden – heraus purzeln Nüsse und Äpfel – und verleiht seinen Worten mit einer Beretta 92 FS Nachdruck.

„Haltet den Dieb! Stoppt den Nikolaus!“ Doch keiner nimmt die Rufe ernst. Am wenigstens die zwei, drei Dutzend Nikoläuse, die sich, schwer bepackt, auf der Fußgängerzone tummeln.

Der SMS-Adventskrimi. 5. Dezember: Das Trüffelschwein


Ein schöner Nachmittag! Endlich wieder blauer Himmel. Sieht gut aus, die Sonne auf dem Schnee. Schade,dass es morgen wieder regnen wird. Naja, alles ist vergänglich. Auch die Sorgen. Schon crazy. Da lebe ich auf Pump in Noahs Abstellkammer. Fahre schwarz mit der U-Bahn zur Arbeitsagentur. Mein Porsche rostet abgemeldet in der undichten Garage. Nur, weil die letzte Wette danebenging. „Junge, als Finanzexperte findest du mein kleines Vermögen lächerlich. Trotzdem wirst du es erben, einmal. Weil du mir immer Trüffelkonfekt bringst“. Heute, Tante Jule….!

SMS-Adventskrimi. 4. Dezember: Enthüllt.


Gereizte Frage, die Stimme gepresst: „Und woran erkenne ich, dass die Unterlagen echt sind?“

„An den Reaktionen, sobald die Dokumente online sind. Ne Atombombe is n Knallfrosch, dagegen.“ Flaches Flüstern, heiseres Lachen.

„Ok. Laden Sie sie hoch.“ Stress.

„Nein. Sie klingen blass. Auf der Flucht sein macht mürbe. Meine Informationen können Sie retten. Ich warte auf Sie.“ Seltsames R.

„Nein…. Ja….. Wo?“ Verunsicherung. Wut.

„St. Nicholas, um 12 Uhr Mittag.“ Kühle Anweisung.

„Auf dem Spielplatz? Na gut.“ Erleichtert.

Brighton. Kind ersticht Mann im Sandkasten. War der Täter ein Lilliputaner?

Der SMS-Krimi-Adventskalender. 3. Dezember: Komm!


„Brrr…………kalt!“

„Ich kenn ne Abkürzung.“

„Wie schön, der Winterwald. Ein Meer aus Puderzucker mit ganz vielen Schokoladenbäumen drin.“

„Komm. Es wird Nacht.“

„Abendrot! Da gehts lang!“

„Nein. Komm.“

„Ohhh….der See…“

„Gefroren. Komm….komm… komm!!!“

Der SMS-Krimi-Adventskalender. 2. Dezember: Der Hinterhalt


Mit Nebelfingern greift die Winternacht das blasse Schneelicht von den Bäumen.

Die frühe Dunkelheit lockt allerlei verborgene Gelegenheiten hinter den versteckten Lorbeerbusch.

Da kommt ein spätes Rodelkind nach Haus getrödelt. Ganz allein!

Husch!!!

Der SMS-Krimi-Adventskalender. Nur hier. Jeden Tag.


1. Dezember.

Überführt!

„….. befindet sich auf der Flucht. Er wird polizeilich gesucht wegen angeblicher Vergewaltigung…..“ schrillt ihre Stimme grellgelb in den hellen Raum.“Er ist……“ Licht aus.

Stille.

Gute Nacht.

Sarrazin oder die Sache mit den Genen


Die Medienwelt ist ja sehr schlicht gestaltet. Einschaltquoten und Auflagenzahlen regieren die Titel. Und Thilo Sarrazin bringt beides. Wir können ihm seit Erscheinen seines Buches nicht entrinnen. Auf jeder Frequenz und aus jedem Blatt schallt uns der Name entgegen. Ist ja auch wohlklingend. Sarrazin. Woher kommt der eigentlich? Der „Stern“ hat letztes Jahr recherchiert, dass der Banker und vielleicht bald Ex-SPDler einer sabäischen Familien entstamme, die über Nordafrika und Spanien nach Frankreich gelangt sei und sich dort mit Hugenotten „vermischt“ habe. Und legt für „sarrazin gleich sarrasin“ zwei Namensbedeutungen nahe. Erstens: eine Person, die zur muslimischen Bevölkerung des Mittelalters gehörte, zweitens:  Buchweizen. Gleich, für welche der beiden Bedeutung man sich entscheidet: genetisch einwandfrei ist das alles nicht. Na und? Weiterlesen „Sarrazin oder die Sache mit den Genen“

Elbanische Melegie


Grün fächert Pinienduft auf warme Hänge. Pink oleandert Palmenblickeüber Lorbeerwänden. Blau buchtet sanft an schwarzem Sand. Darüber glitterflittert Weiß unendlich bis zum Horizont. Ein Silberboot strichzieht gen Himmelerde.

Meine Häute schwimmen in dem lauen Meer aus grauem, gelbem rotem Stein. Meine Augen trinken Diamanten aus dem Wasser, schlürfen Blätter von den Inselhängen. Rosmarin und Sonnensaft umhüllen mich, ich sinke in die Nacht aus Salz und Wellenschlag.

Das Leben schmeckt nach achtundzwanzig Grad. Ich bin mir selbst zu eng und gieße meine klammen Poren aus im grenzenlosen Blau der Tage.

In eigener Sache


"Alle sind unterwegs"Die Welt dreht sich weiter. Politiker kommen und gehen, entscheiden nach diesem Gutdünken oder jenem Gewissen. Katastrophen geschehen. Wunder auch.

Ich klinke mich aus, für eine Sonnenwoche. Geocaching, Spurensuche, Schattenspiele, Burgen aus Sand und Schaumkronenzählen am Strand. Mariebastide wird Stille produzieren oder Lyrisches, vielleicht, wenn die Insel einen Hotspot verortet. Genießt die süße Melancholie der verblasssenden Sommerdämmerung!