Mir stehen die Haare zu Berge!


Nein stimmt nicht. Mehr. Aber gestern! Ich züchte mit Liebe und Jahresausdauer jeden Zentimeter, im Hinterkopf die Befürchtung, dass ich meine Haare nie wieder so lang tragen werde wie jetzt. Als Kind lief ich mal einer blonden Frau hinterher, deren Mähne sich bis auf den Po herunterlockte. So schöne Haare, dachte ich. Und lief schneller und schneller, bis ich sie überholt hatte. Dann drehte ich mich um und tat, als hätte ich etwas verloren. Ich war ja gut erzogen, wollte aber trotzdem sehen, zu welchem Gesicht die Prachtfrisur gehörte. Die Dame war weit über sechzig, mindestens. Und ich war geschockt. Diese Erinnerung trage ich mit mir rum. Und deshalb bleiben mir nur noch wenige Jahrzehnte, bis Rapunzels alte Zöpfe weg müssen.  Beinahe wäre es aber bereits gestern um meine Locken geschehen. Gewesen. Seit Wochen beäugte ich eine Strähne auf der linken Kopfseite, vorne neben dem Pony. Stumpf und widerspenstig streckte sie sich allen Lotionen, Pflegeölen und Feuchtigkeitskuren zum Trotz wie ein explodiertes Kabel in alle Richtungen außer der, in die ich sie legen wollte.

Gestresst von der bereits hinreichend beschriebenen Haut- und Nabelschau gab mir der Anblick dieser Strähne dann den Rest. Mit Mord als beherrschendem Gedanken ging ich, ganz ruhig, an meinen Sekretär. Holte aus der unteren mittleren Schublade die Papierschere und stellte mich vor den Badezimmerspiegel.  Eiskalt musterte ich mein Gesicht, als sähe ich es zum letzten Mal.

Ich brachte die Schere in Angriffsstellung. Sah mir todesmutig ins Auge. Wie ein Film liefen Szenen aus meiner Vergangenheit an mir vorüber. Ich mit  sechs und schulterlangen Haaren. Ich mit sieben und Bubikopf. Ich mit neunzehn und Spliss. Ich mit zwanzig und Pudelwelle. Ich mit dreißig und Bob. Ich blinzelte eine Träne in die Wimpern. Und schnitt…….. AHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!

Beste Freundinnen


Ein Vorwurf hat mich von Kindheit an begleitet. „Du bist irgendwie anders. Nicht wie andere Mädchen. Teenager. Frauen. Du hast keine beste Freundin.“ Und ja. Es stimmt. Ich hatte so was nie…..nötig, vielleicht.

Während andere Mütter sich täglich am Sandkastenrand trafen – dem waren zweistündige Vorbereitungsorgien zwischen Kleiderschrank und Schminkspiegel vorausgegangen, ihrem Aussehen nach zu urteilen – und sich auf Krabbeldecken an Zigaretten, „Latte“ und Klatschgeschichten labten, hockte ich abseits unterm Baum und schrieb. Oder ich las. Während andere „Mädels“ sich nach der Arbeit zum gemeinsamen Schwitzen ins Workout-Studio oder auf die Joggingpiste begaben, fuhr ich – im Auto, nicht mit dem Rad! – nach Hause. Und las. Oder schrieb.

Während sich andere Frauen am Elternstammtisch trafen, den sie als willkommene Gelegenheit zu vorherigen gemeinsamen Shopping-Exzessen in einschlägigen Outlet-Stores oder Fußgängerpassagen nutzten, schrieb ich meinem Sohn den einen oder anderen Schulaufsatz. Oder ich las seine Kinderbücher.

Seit einiger Zeit habe ich mich geändert. Streckenweise. Ich habe eine Freundin, mit der ich tanzen gehe, zuweilen. Und eine, mit der ich liebend gern neue Geschäftsideen entwerfe. Und in die Tat umsetze (www.mord-a-la-carte.de !!!!). Ja. Wahrscheinlich entdecke ich auf meine ansatzgrauen Tage doch noch meine Weiblichkeit. Und erkenne den Wert von BESTEN FREUNDINNEN.

Die beiden wichtigsten möchte ich euch nicht nur vorstellen, sondern ans Schneckenherz legen! Weiterlesen „Beste Freundinnen“