Adventskalender MiniKrimi vom 8. Dezember 2018


Verlorener Sohn

Der verlorene Sohn

In der Minervastraße war eine bestimmte Anzahl an Appartements behindertengerecht gestaltet, und es bestand ein Vertrag mit einem soliden, bis dato skandalfreien Pflegedienst. Damit entsprach die Siedlung dem in die Zukunft weisenden Konzepts eines Mehrgenerationen-Wohnens – wofür die Architekten einen extra Preis kassiert hatten.

In einer solchen Wohnung lebte das Ehepaar Alexander und Ursula Martini. Sie waren erst kürzlich schweren Herzens aus ihrer Villa am Nymphenburger Kanal in die Minervastraße 89 gezogen. Er konnte sich aufgrund einer ausgeprägten Arthritis kaum noch im Haus bewegen, geschweige denn Treppen steigen. Sie litt unter wiederkehrendem starken Schwindel, der sie daran hinderte, den Haushalt, das Haus und den Garten zu ihrer eigenen Zufriedenheit und der ihres Mannes in Schuss zu halten.

Auch in der Wohnung war Alexander nur noch mit dem Gehwagen unterwegs. Ursula fiel es immer schwerer, die nötigen Gänge zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Apotheke zu erledigen. Mehr als einmal in der Woche fiel das Mittagessen aus, oft auch das Abendbrot. Den Martinis mangelte es nicht an Geld – aber sie waren zu stolz, Hilfe zu suchen. Und sie hätten auch nicht gewusst, wohin sie sich wenden sollten.

Als eines Tages das Treppenhaus von dichten Rauchschwaden und einem beißenden Geruch nach verbrannter Milch erfüllt war, ergriff die Nachbarin die Initiative. Kurz darauf trat Pfleger Boris in das Leben der Martinis, ein mittelgroßer, mittelkräftiger Mann mit längerem Haar und Vollbart. „Haben Sie denn keine Kinder?“ fragte er Ursula, während er ihr half, den Einkauf zu verstauen, und gleichzeitig die Suppe für Alexander kochte. Er hatte gemerkt, wie unangenehm es den beiden war, Fremde in ihre Privatsphäre zu lassen.

„Nein!“ war Ursulas einsilbige Antwort, nach unmerklichem Zögern. „Nein, wir haben keine Kinder.“ „Warum nicht?“ „Das hätte nicht zu unserem Lebensstil gepasst.“ Und dann „Wir sind viel bereits, wissen Sie. Beruflich. Mein Mann hatte viel im Ausland zu tun, seine Aufträge kamen immer sehr kurzfristig. Heute noch in Paris, und morgen hieß es plötzlich Koffer packen und ab in die Mongolei. Es war sehr spannend.“ Sie lächelte, für einem Moment in der Vergangenheit verloren. „Wow.Da haben Sie sicher viele Fotos,“ sagte Boris und sah sich suchend im Wohnzimmer um. Fehlanzeige.“Oh nein, Fotos gibt es nicht. Dazu waren seine Aufträge viel zu….. Egal. ich denke, Sie sollten Alexander jetzt seine Suppe bringen.“

Als Boris gegangen war, saß das Ehepaar nebeneinander auf der Couch und schwieg. Wie still es war. Die Kaminuhr tickte die Minuten herunter, unwiederbringlich verronnene Zeit. Sinnlos, ihr nachzutrauern, sie enthielt lange schon nichts als Leere. „Wenn das Telefon klingeln und ein Enkelkind seinen Besuch ankündigen würde….“, sagte Alexander. Ursula sah ihn überrascht an. „Sowas sagt DU? Wir waren uns doch beide einig, das….“ „Ja, natürlich. Ich konnte mich nicht um Jan-Joseph kümmern. Und Du..“ „Ich wollte nicht. Sprich es ruhig aus. Nein, in unserem Leben war kein Platz für ein Kind. Es wäre auch viel zu gefährlich gewesen. Kinder sind so unberechenbar . Und so fordernd.“ „Wir hätten ihn bei den Großeltern lassen können.“ „Du weißt genau, dass wir damit verwundbar geworden wären! Agenten dürfen keine Achillesferse haben. Und Jan-Joseph war eine.“

„Ob er das gespürt hat und deshalb zu nah an den Abgrund gekrochen ist?“ „Das ist doch Spekulation.Gut, dass Deine Leute den Vorfall unter den Teppich gekehrt haben. Ich hätte keine bohrenden Fragen tragen wollen.“

„Hättest Du nicht, Ursula. Nein. Aber warum nicht?“

„Gute Nacht, Alexander. Schaffst Du es allein ins Bett?“

Am nächsten Tag kam Boris wieder. Und am übernächsten. Immer wieder fragte er Ursula, ob sie keine Kinder hätten und warum nicht. Schließlich sagte sie ihm, dass sie einen anderen Pfleger haben wolle. Da saßen sie auf dem Balkon, alle drei. Es war ein lauer Frühlingsabend und Boris schlug vor, zum Abschied einen Prosecco zu trinken. Er war ihnen gar nicht böse, so schien es. Das freute Ursula. Ein Ärger weniger.

Als der Wein ihnen beiden bereits zu Kopf gestiegen war und sie sich schon nicht mehr bewegen konnten, setzte Boris sich vor sie hin und sagte: „Der Abgrund war nicht so steil. Einheimische nahmen mich auf und pflegten mich gesund. Sie konnten nicht verstehen, warum meine Mutter mich in den Tod gestürzt hatte. Mir war es lange egal. Aber dann wollte ich es wissen. Ob Du es bereust, Mutter. Jetzt weiß ich, Du tust es nicht. Siehst Du, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Ich bereue auch nichts.“

 

Adventskalender MiniKrimi vom 7. Dezember 2018


Noblesse oblige…..

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Was halten Sie von Hunden in der Stadt? Die Meinungen gehen da ja weit auseinander, von „geht gar nicht“ über „Hunde sind Umweltsünder“ bis hin zu „Hunde sind gut gegen Einsamkeit und deshalb in Single-Metropolen überlebenswichtig.“

Corinna hatte eigentlich weder eine Beziehung noch eine Meinung zu Hunden. Bis sie in die Minervrastraße zog. Die geräumige Erdgeschosswohnung kaufte sie sich vom Geld ihres Mannes, der mit einer blonden Weißrussin auf Nimmerwiedersehen verschwunden war. Und kaum war sie eingezogen, holte sie sich vom restlichen Geld zwei preisgekrönte chinesische Schopfhunde als Grundstein für ihr Hundezucht: Minervas Heart Saver.

Nun  sind chinesische Schopfhunde zwar klein, äußerst liebevoll und von Natur aus erstmal nicht aggressiv.  Dennoch sind sie, zumal im Wurf, leb- und stimmhaft. Schon begann sich Widerstand gegen Corinnas Hundezucht zu formieren. „Hunde gehören auf dem Land gezüchtet, nicht in einer Wohnsiedlung. Nicht in einer exklusiven, und schon gar nicht bei uns.“ „Die armen Hunde, ständig eingesperrt.“ „Der Garten sieht aus wie eine Festung. Das schadet der Wohnqualität.“ Doch dann stellten sich die ersten Interessenten für die Welpen ein, und plötzlich war alles anders. „Hast Du die gesehen? Das war doch die Frau Glas!“ „Gestern habe ich einen aus einer Stretch-Limo aussteigen sehen, der sah genauso aus wie David Garret.“ Aber den Vogel schoss der Besuch eines TV-bekannten Designers mit Vornamen Guido ab. „Obwohl der doch eigentlich auf Windhunde steht..?“

Seitdem wurde Corinnas Hundezucht in der Minervastraße gelitten. Nicht zuletzt, weil die Züchterin es so einzurichten verstand, dass die Bewohner*innen des öfteren die Möglichkeit zu einem Selfie mit einem A-, B- oder C-Promi hatten,

Kurz – Die Welpen von Minervas Heart Saver boomten. Regenbogenpresse und Privatsender berichteten über die Wunderhunde, die ganz besonders schön und stark waren. Auf die Frage, wie ihr das gelinge, antwortete Corinna nur geheimnisvoll: „ich barfe.“

Eines Tages jedoch zog ein neuer Mieter in die Minervastraße. Und der schien ein großes Problem mit der Hundezucht zu haben. Er warf Corinna im Vorbeigehen böse Blicke zu, und schließlich gestand sie ihrer größten Bewunderin und besten Freundin Anita: „Der Kerl macht mir Angst. Mit diesen tätowierten Muskelpaketen und der Glatze sieht er absolut gewaltbereit aus. Ich glaube, ich muss meine Hunde trainieren, mich zu verteidigen.“ Dabei kicherte sie, verständlicherweise.

Und dann geschah es. Mitten in der Nacht wurden die Bewohner*innen der Siedlung an der Minervastraße von hektischem Hundegebell geweckt. Schrill und aufgeregt. Doch als reihum Licht aus den Fenstern auf den Rasen floss, war nichts mehr zu sehen. Und die Bewohner*innen legten sich zu Bett, manche mit dem festen Vorsatz, Corinna morgen zur Rede zu stellen.

Aber dazu kam es nicht. Denn schon um neun stand Anita am mit Kletterrosen umrankten Müllhäuschen und erzählte jedem, der es hören wollte, dass „die Glatze“ gestern Nacht Corinna bei ihrem Gassigang aus dem Hinterhalt angegriffen habe. Nur dank des heldenhaften Eingreifens ihres Zuchtrüden Apollo sei ihr die Flucht gelungen. „Natürlich lässt sie das nicht auf sich sitzen. Sie hat schon um sieben mit dem Schröder telefoniert, der kümmert sich persönlich drum.“ Ehrfurchtsvolles Schweigen. Die Tochter des Landesvaters hatte  kürzlich erst einen allergiefreundlichen Welpen von Corinna erhalten. Scheinbar hatte „die Glatze“ Wind von ihren Absichten bekommen, denn von Stund an war er wie vom Erdboden verschwunden, und auch eine groß angelegte Polizeirazzia brachte ihn nicht zum Vorschein.

Bei der nächsten Ausstellung machte Zuchtrüde Apollo den ersten Preis. Einen so starken, gut genährten Rüden, so die Juroren, hätten sie noch nie gesehen. Wie ihr das gelungen sei, fragten sie Corinna. Aber sie antwortete nur lächelnd: „ich barfe.“

N.B.
Wer weiß, wie lange die Minervastraße noch ein Treffpunkt der reichen und schönen Hundefreunde geblieben wäre. Leider kam eines Tages der Lebensgefährte der „Glatze“ zu Corinna. Mit Beweisen, dass sie sowohl ihren Mann als auch seinen Geliebten erschlagen und zu Hundefutter verarbeitet habe, als dieser versuchte, sie mit dem Wissen über ihre Tat zu erpressen. Sein Partner nahm einen erneuten Anlauf – mit einem abgerichteten Dobermann im Schlepptau, der Corinna und ihren Apollo zähnefletschend anknurrte. Am nächsten Tag ließen Corinna und ihre beiden chinesischen Schopfhunde die Minervastraße hinter sich. Seitdem dürfen dort nur noch Goldfische gehalten werden. Und Katzen.

Adventskalender MiniKrimi vom 6. Dezember 2018


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Von drauß‘ vom Walde…….

„Du weißt, was du tun musst Schließ die Tür ab und mach auf keinen Fall auf, wenn du alleine bist, kapiert?“ „Ich bin doch kein Baby. Ich bin schon fünf. Und ich bin auch nicht dumm. Ich weiß genau, was ich machen muss, wenn ich allein bin. Und wenn ein Einbrecher kommt und die Tür mit einer Bombe aufmacht, dann nehme ich mein Jedi-Schwert und mache so! Und zack ist er tot, der EInbrecher.““

„Ja. Schon klar. Du nimmst dein Jedi-Schwert. Aber trotzdem, für den Fall, dass ein Einbrecher kommt – es kommt ja vielleicht gar keiner, also ganz sicher, glaube ich. Aber für den Fall dass doch einer kommt, und wenn dann dein Jedischwert nicht funktioniert“ 

„Mein Jedischwert funktioniert immer!“

„Schon klar. Aber wenn es plötzlich doch nicht funktioniert, dann schau her, dann nimmst du das hier.“

„Aber das ist doch das Messer aus der Küche, das wir nicht nehmen dürfen. Das japanische, das vom Papa.“

“Genau. Es ist japanisch, das ist wie von Master Yoda. Ok?“

„Ela, ich will nicht, dass du weggehst. Die Mama hat gesagt, wir sollen beide daheim bleiben, bis sie von der Arbeit kommt. Du sollst mich nicht allein lassen, hat die Mama gesagt. Und später kommt der Nikolaus.“

„Ach mach kein Aufstand. Ich bin nur kurz drüben bei der Lara. Oder hast du Angst? Du bist ja doch noch ein Baby!“

„Nein bin ich nicht. Geh weg!“

„Ok. Ciao, Kleiner.“

Max setzt sich in seinem Zimmer auf den Boden. Die Kartons sind noch nicht alle ausgepackt. Er fühlt sich gar nicht zu Hause, hier in der Wohnung in der Minervastraße. Er wäre lieber in Schwabing geblieben. Aber er weiß, dass das nicht geht. Mama und Papa sind zwar noch seine Eltern, und Elas. Aber sie sind nicht mehr zusammen. Deshalb kann Mama nicht mehr in Schwabing wohnen, und er und Ela auch nicht. Mama will das so. Jetzt wohnen sie in einer ganz neuen Wohnung. Er hat ein eigenes Zimmer, nicht mehr mit Ela zusammen. Und Mama hat auch ein Zimmer. Mit Frank. Frank ist der neue Papa. Aber Max weiß nicht, was er davon halten soll. Er hat doch schon einen Papa. Vom Fenster aus kann er die Berge sehen, wenn der Himmel klar ist. Ob er den Nikolaus sehen kann, wie er durch die Wolken fliegt? Oder machst das nur der Weihnachtsmann? Es wird dunkel, und Max hat Angst. Die Wohnung ist voller Geräusche, nichts ist vertraut. Draußen kann er den Aufzug hören. Manchmal knallt eine Tür. Dann ist alles still. Wann kommt Ela? Und Mama? Und der Nikolaus?

Da klopft es an der Tür. „Ich bin der Nikolaus. Bist du der Max?“

„Ich darf die Tür nicht aufmachen, hat Ela gesagt. Geh weg und komm zurück, wenn Mama und Ela wieder da sind!“

„Aber Max, ich bin der Nikolaus. Vor mir brauchst du doch keine Angst zu haben!“

Doch, denkt Max. Und zur Sicherheit holt sein Jedischwert. Und das japanische Messer, so, wie Ela es ihm gesagt hat. Der Nikolaus kann warten, aber wenn da draußen ein Einbrecher ist, wird Max sich wehren.

Da hört er, wie sich etwas am Türschloss bewegt. Der Einbrecher, denkt Max. Jetzt bricht er die Tür auf, wie in den Filmen, die er nicht sehen darf.

Da, jetzt wird die Wohnungstür langsam geöffnet. Draußen im Flur ist es genauso dunkel wie in der Wohnung. Max sieht nur Umrisse, ein großer schwarzer Mann in einem langen Kampfumhang. Der Feind der Jediritter! Max umklammert das Messer mit beiden Händen und rammt es dem Mann in den Bauch. Max ist stark.

Frank stirbt auf dem Weg zum Krankenhaus. Er sollte Max und Ela als Nikolaus die Geschenke bringen. So war es ausgemacht. Aber Ela hatte ihr Gründe, sich nicht daran zu halten. Das Problem Frank war gelöst.

Adventskalender MiniKrimi vom 5. Dezember 2018


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Heute gibt es einen ganz besonderen Leckerbissen, meine Lieben! Einen Gastkrimi meiner lieben Autorenkollegin Carola Christiansen. Sie ist Präsidentin der Mörderischen Schwestern. Viel Vergnügen beim Lesen!

Die Wohnung 

Sie saß auf dem Sofa, die Füße exakt parallel nebeneinander auf der Auslegware, die Knie fest zusammengedrückt. Ihre Stricknadeln flogen. Sie erzeugten ein unablässiges leises Klicken.

Er saß bewegungslos auf dem Sessel. Die Zeitung hatte er sinken lassen. Sein Gesicht war zu einer missmutigen Maske erstarrt. Die Augen funkelten bösartig darin. Das Geräusch ihrer Stricknadeln machte ihn wahnsinnig. Er musste an Loriot und die Geschichte mit dem Frühstücksei denken. Ein einziger Satz hatte sich ihm eingeprägt, und er wiederholte ihn wie ein Mantra: Irgendwann bringe ich sie um…. Er knüllte den Zettel in seiner Faust zusammen.

Während die Wolle sich zwischen ihren Händen zu einer Socke verformte, dachte sie daran, dass sie in einer Woche ihren 60. Hochzeitstag feiern würden. 60 Jahre mit diesem bornierten Scheusal! Hoppla, jetzt hatte sie die Farben falsch aufgenommen! Sie trennte die letzten Reihen auf. Warum hatte sie es nicht geschafft, sich zu trennen? Sinnlose Fragen: Warum? Wieso? Weshalb? Sie dachte an den Zettel in ihrem Ärmel und seufzte.

Die junge Frau legte eine Hand auf ihren nicht mehr ganz so flachen Bauch. Noch gut fünf Monate, dann war es soweit! Gnädig ertrug sie seine Zärtlichkeiten. Obwohl sie langsam ungeduldig wurde. Er hatte den Kopf an ihrer Brust vergraben und streichelte ihr Gesicht. Sie seufzte und sah auf die Designer-Wohnzimmeruhr. Dazu musste sie ihre Position auf dem Sofa etwas verlagern. Die Hand auf ihrer Wange hielt in der Bewegung inne. Er hob den Kopf, suchte ihren Blick. Sie verzog das Gesicht zu einem beruhigenden Lächeln und drückte seinen Kopf zurück. Sie hatten noch Zeit.

Ihre Gedanken begannen zu wandern. Spätestens von dem Augenblick an, als sie die beiden Alten in ihrer Wunschwohnung in der Minervastraße aufgesucht hatten, war klar gewesen, dass die nicht so bald und schon gar nicht freiwillig ausziehen würden. Sie seufzte. Es war einfach nicht fair! Diese Wohnraumsituation! Da waren sie, ein erfolgreiches Paar! Er ein gefragter Webdesigner, sie eine Bloggerin mit mehreren Tausend Followern. Und was nützte ihnen das? Sie erwarteten Nachwuchs und würden schon bald eine größere Wohnung brauchen! Wie sollten sie die finden? Ein Leben außerhalb der Großstadt kam für sie nicht infrage. Wie sollte sie den nagelneuen Porsche-Kinderwagen über unbefestigte Dorfstraßen zerren? Und, schlimmer noch, wer würde sie sehen? Sie würde zwischen schmutzigen Windeln und Babybreis zugrunde gehen – und niemand würde es auch nur bemerken!

Nein, redete sie sich ein, es war völlig in Ordnung, dem Tod ein wenig auf die Sprünge zu helfen! Letztendlich – was hatte man mit über 80 schon noch von seinem Leben? Warum konnten diese störrischen Alten es nicht einsehen und endlich abkratzen?! Wenn sie schon nicht ausziehen wollten!

Blaulicht verzerrte die Nacht. Ein altes Ehepaar lag zerschmettert auf dem Boden vor dem Mietshaus.

Mindestens ebenso rätselhaft allerdings war der Tod des jungen Ehepaares, das als Nachmieter in die Wohnung der alten Herrschaften gezogen war. Wie sich später herausstellte, hatten sie vergifteten Champagner getrunken. Die junge Frau lebte noch, war allerdings ins Koma gefallen. Fünf Monate und vier Tage später, wurde sie von einem gesunden Kind entbunden. Danach wurden ihre lebenserhaltenden Maßnahmen abgeschaltet.

Das Ehepaar fasste sich an den Händen. Sie hielt behutsam das Bündel mit dem winzigen Säugling. Die Adoption war nicht ganz einfach gewesen, da sie beide schon fast 40 Jahre alt waren. Aber wichtig war nur, dass es geklappt hatte!

Und dann war auch noch, völlig überraschend, diese Wohnung frei geworden….

Adventskalender MiniKrimi vom 4. Dezember 2018


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Tödliche Arien

Die Minervastraße liegt in einer Neubausiedlung am südlichen Stadtrand von München. Eine ruhige Gegend. Ein paar Familien mit Kindern, nicht zu viele, dazu sind die Wohnungen hier zu teuer. Ein idealer Rückzugsort für Rentnerinnen, wie Barbara.

Sie hat eine 2- Zimmer-Wohnung im vierten Stock. Das schönste an ihrer Wohnung ist der Balkon. Barbara hat ihn mit einer üppigen Vielfalt exotischer Büsche und Bäume in eine zauberhafte Oase verwandelt, die ein wenig an den verwunschenen Wald in der Zauberflöte erinnert. Tatsächlich hat Barbara ihren Beauceron Papageno genannt. Die beiden verbringen viel Zeit in dieser grünen Kulisse. Dann singt Barbara das Papageno-Lied, oder die Arie der Königin der Nacht. Der Beauceron liegt ihr zu Füßen, still wie der erlegte Lindwurm.

Die Oper ist Barbaras Leben. 40 Jahre hat sie dort verbracht, alle bedeutenden Aufführungen mit gemacht, von der Zauberflöte über Don Giovanni bis zu Carmen, Aida und dem Fliegenden Holländer. Sie kann sie alle auswendig, die unsterblichen Melodien. Champagnerarie, Habanera, Nessun dorma. Sie hat sie alle mitgesungen, auf ihrem Hocker in der Garderobe. 

Jetzt betritt die pensionierte Garderobiere selbst die musikalische Bühne. Und singt und schmettert, wann immer ihr danach ist. Morgens, mittags, abends, ja sogar nachts. Ihr unfreiwilliges Publikum auf den umliegenden Rängen in der Minervastraße ist alles andere als begeistert. Nachdem entsprechende Anrufe, Briefe, ja sogar Steinwürfe nicht gefruchtet haben, überlegen sich die verzweifelten Hausfrauen der Siedlung eine wirksame Methode und beauftragen den Hausmeister mit der nachhaltigen Lösung des Problems. Belle erklärt ihm den Plan in allen Einzelheiten. Und verspricht ihm nach getaner Arbeit eine süße Belohnung. Fred, der seit ihrer ersten Begegnung im Müllhäuschen unsterblich in Belle verliebt ist, zögert nur unmerklich.

Am nächsten Abend klingelt er bei Barbara. „Die Nachbarn aus dem dritten Stock haben sich beschwert. Ihr Hund hat auf den Balkon gepinkelt, und der Urin ist runtergelaufen. Das ist ekelhaft.“ „Papageno „pinkelt“ nicht, auch nicht auf dem Balkon, und schon gar nicht so, dass es den Erbenbergers auf den tropft“, wehrt sich Barbara. „Kommen Sie, ich zeige es Ihnen,“ sagt Fred und geht durch’s Wohnzimmer auf Barbaras Balkon. Im Gänsemarsch folgen Barbara und Papageno. Der Beauceron wedelt aufgeregt mit dem Schwanz, es liegt was in der Luft, er spürt es.

„Hier“, Fred deutet nach unten. Barbara kann nichts erkennen. Fred beugt sich etwas über die Brüstung. „Sehen Sie? Nein? Warten Sie“; sagt er, zieht die mit grünem Brokat bezogene Gartenbank an die Brüstung und schiebt Olga hinauf. „Sehen Sie jetzt?“ „Nein!“ „Weiter unten,“ sagt Fred. Er klettert neben Olga auf die Bank und drückt sie über die Brüstung, immer stärker. „Nein!“, ruft sie wieder und dann: „Lassen Sie das! Fass! Fass! Fass!“ Barbara rudert mit den Armen. Aber bevor sie endgültig das Gleichgewicht verliert, lässt Fred sie plötzlich los. Papageno ist seiner Herrin zu Hilfe gekommen. 

Die Polizei kann nicht davon ausgehen, dass der Hund den Hausmeister gezielt umbringen wollte. Und die Nachbarn, die behaupten, ganz deutlich Barbaras Befehl „fass“ gehört zu haben, stehen mit ihrer Aussage allein gegen die Opernfreundin, die glaubhaft versichert, sie habe immer nur „lass“ gerufen. Wie in einem Rezitativ. 

Belle und die anderen haben keinen Einfluss auf das Opernprogramm dieses Abends: Barbara schmettert auf ihrem Balkon im schrägsten Sopran den Triumphmarsch. 

Adventskalender MiniKrimi vom 3. Dezember 2018


Fototapete

Jedem sein Päckchen

Paketzusteller bedienen Klingelbretter wie eine Klaviatur. Nicht nur in der Minervastraße 89, aber hier, in einem Hochhaus, haben sie natürlich eine besonders große Auswahl. Melitta Vukovic war es leid, immer wieder die Briefe und Päckchen für ihre Nachbarn anzunehmen. Aufgrund ihres Namens hielten die Fahrer sie vielleicht für die Hausmeisterin. Oder sie verständigten sich untereinander mit einem geheimen Nachrichtensystem und wussten deshalb alle, dass sie immer zu Hause war. Melitta litt an Agoraphobie. Sie war arbeitsunfähig und mit einer reißfesten Kette aus Ängsten an ihre vier Wände gekettet. Mit Fototapeten versuchte sie, sich in die Ferne zu träumen. Nach Hawai, in die Alpen, an die Chinesische Mauer. Das klappte aber nicht wirklich. 

Melitta hätte gerne auf ihre großzüge Witwenrente verzichtet, mit der sie sich locker eine Kreuzfahrt im Jahr hätte leisten können. Einmal auf der Bank auf dem Spielplatz im kleinen Park vor der Minervastraße zu sitzen, dafür würde sie alles geben. 

Stattdessen hockte sie tagein, tagaus in ihrer Wohnung im Erdgeschoss, und der einzige Kontakt mit der großen weiten Welt waren die Pakete, die sie entgegennahm.Flache Plastiktüten mit Kleidung, schwere Kartons vom Bücherversand, einmal war sogar ein ganzer Kratzbaum bei ihr abgegeben worden. Die Nachbarn bedankten sich mal verschämt, mal überschwänglich, die besonders originellen legten ihr eine Schachtel Merci auf die Fußmatte. Melitta hasste Schokolade.

Anfangs hatte sie versucht, einfach nicht aufzumachen. Aber das hatte sie nicht durchgehalten.  Dann war Tom Müller im achten Stock eingezogen. Schon am nächsten Tag kam das erste Päckchen für ihn an. Sie wunderte sich, dass er direkt nach dem Einzug – den sie durch das Küchenfenster beobachtet hatte – schon wieder unterwegs war. Aber sie nahm sein Päckchen an, als Einzugsgeschenk, sozusagen. Gegen zehn Uhr am gleichen Abend klingelte es bei Melitta Sturm. Sie hatte sich grade mit einem Cuba Libre vor ihre Hawai-Tapete gesetzt und wollte nicht aufmachen. Aber Tom Müller klingelte Sturm, riss ihr das Päckchen aus der Hand und knurrte: „Nächstes Mal tragen Sie’s mir rauf und legen es vor die Tür, klar?“ 

Nächstes  Mal, dachte Melitta, nehme ich das Päckchen nicht an. Aber dann tat sie es doch. Es kam jeden Mittwoch, nie stand ein Absender drauf, es war weich und geruchlos. Ja, Melitta schnüffelte tatsächlich daran. Denn natürlich war sie neugierig. Und jeden Mittwoch stand Müller vor ihrer Tür, riss ihr das Päckchen aus den Händen und stürmte damit in den Aufzug. Es war ein Ritual, ein Tanz, den die beiden führten. der junge Mann mit den tätowierten Armen und gepiercten Ohren und die alte Frau mit der Angst vor offenen Räumen. Er blaffte sie an, sie rümpfte die Nase. Dann, eines Mittwochabends, kam er nicht. Sie lauerte bis Mitternacht hinter der Eingangstür. Umsonst. Auch am nächsten Tag – Fehlanzeige. Drei Tage später erst klingelte es. Er hatte eine geschwollene Nase und blutunterlaufene Augen. „Besuch von den Bullen“, brummte er zur Erklärung und dann: „Gottseidank hast du mir das Zeug nicht raufgebracht, sonst säße ich jetzt im Knast. Aber warum nicht?“

Sie erklärte ihm die Sache mit der Agoraphobie. Er staunte. Dann riss er das Päckchen auf, gab ihr einen kleinen braunen Klumpen daraus und erklärte ihr, wie sie daraus Plätzchen backen sollte. „Erst essen, dann fliegen,“ sagte er und lachte. 

Seitdem genießt Melitta ihre Tage in der Minervastraße. Morgens überlegt sie sich, ob sie in die Berge oder ans Meer reisen will. Dann macht sie sich mit einer Tasse Tee und ihrem Plätzchenteller auf den Weg in ihre Traumwelt. Und jeden Mittwoch kommt Tom Müller und füllt ihren Proviant auf. Sie sollen auch schon mal gemeinsam geflogen sein……

Adventskalender MiniKrimi vom 2. Dezember 2018


Zu schön, um wahr zu sein

Zu schön, um wahr zu sein.

Die Balkone in der Minervastraße 89 sind einer der Gründe, warum die Wohnungen in dieser Neubausiedlung so unverschämt teuer sind. Man hat, vor allem ab dem 6. Stock, eine sensationelle Aussicht auf das Bergpanorama der bayerischen Alpen.

Ira, Filialleiterin eines renommierten Münchner Bankhauses, wohnte im dritten Stock. Aber seit einigen Wochen war auch ihre Aussicht einzigartig aufregend. Im Haus gegenüber waren auf der zweiten Etage neue Mieter eingezogen. Und statt in der Julisonne vor sich hin welkender Geranien war auf dem Balkon ein Bild von einem Mann zu sehen. Wirklich spektakulär. Ira gewöhnte sich an, den Nachbarbalkon aus dem Augenwinkel immer im Blick zu haben. 

Das Pärchen von gegenüber war sich offensichtlich nicht der Tatsache bewusst, dass es, umringt von Hochhäusern, quasi auf dem Präsentierteller saß. Das beobachtet man in der Stadt ja öfter. Ganz ungeniert turtelten die beiden an den heißen Sommerabenden, mal mehr, mal weniger angezogen, dort herum. Ira, die seit zwei Jahren keinen festen Freund mehr hatte. wurde beim Beobachten ganz heiß. 

Um die Details besser sehen zu können, kaufte sie sich ein neues Handy mit verschiedenen Objektiven und gab vor, die Vögel in den Bäumen auf dem Rasen vor den Häusern zu beobachten. Zwei Wochen später geschah es – die beiden Nachbarn begannen zu streiten. Imm häufiger und immer lauter. Der Mann lief dann in seiner Aufregung nackt auf den Balkon und zündete sich eine Zigarette an. Ina stockte der Atem, er hatte einen Körper wie Adonis! Es blieb nicht bei dem einen Streit – und Ira war genießende Zeugin.

Es kam, wie es kommen musste. Eines Abends bemerkte er, dass sie ihn beobachtete, und ging hastig zurück in die Wohnung. Am nächsten Tag traute Ira sich nicht, ihren Posten zu beziehen. Als es an der Tür klingelte und er vor ist stand, nur im Bademantel und darunter – nichts, da konnte Ira nicht einmal mehr denken, dass sich ihre kühnsten Träume erfüllt hätten.

Drei Stunden lang schwebte sie auf Wolke sieben, naja, schweben trifft ihre vielfältigen Positionen nicht im mindesten. Schließlich schlief sie ein, müde vom Sex und vom Champagner. Als sie aufwachte, brauchte sie nicht lange, um festzustellen, dass ihr Schmuck, ihr Bargeld, die Kredit- und die EC-Karten weg waren, samt den PIN-Codes. Sie wollte grade die Polizei anrufen, als ihr Handy vibrierte. Fotos von ihr, in unmöglichen Stellungen, und die lapidare Nachricht: „keine Polizei, sonst landest Du im Netz. Damit findest Du in Deinem Alter garantiert keinen Job mehr. Und schönen Gruß auch von meiner Freundin.“ 

Adventskalender MiniKrimi vom 1. Dezember 2018


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Ein MordsHaus: Bittermandel-Plätzchen

Die Anonymität in der Großstadt ist relativ. Es mag Häuser geben, in denen ein Nachbar wochenlang unbemerkt tot in der Wohnung liegt und von niemandem vermisst wird. In der Minervastraße 89a wäre so etwas undenkbar. Hier kennt jeder jeden. Bzw. vor allem die Frauen kennen sich. „Anita aus dem dritten Stock hatte gestern einen Neuen zu Besuch.“ „Was heißt hatte – der war heute Morgen immer noch da!“ „Claudia hat ja so zugenommen! Ist die schon wieder schwanger?“ „Nee, seit ihr Mann arbeitslos ist, ist er für*s Kochen verantwortlich. Das setzt an.“ Und so weiter. 

Jemima war auf dieses nachbarschaftliche Miteinander nicht vorbereitet. Nach einem nervenaufreibenden Scheidungskrieg hatte sie in der exklusiven Hochhaussiedlung Minervastraße vor allem eines gesucht: Ruhe und – ja, die Anonymität eines Großstadthauses. 

Stattdessen wurde sie beim Einzug von einer Delegation der Hausbewohnerinnen begrüßt. Jemima balancierte eine Pyramide von Kartons und Schachteln, über die sie kaum hinwegschauen konnte, Richtung Eingangstür. Elvira kreuzte ihren Weg, beladen mit einem kunstvoll mit Schokoglasur verzierten Marmorkuchen. Der Zusammenprall war unvermeidlich. Noch Tage später war der Weg gepflastert mit schokoladenüberzogenen Muschelsplittern. Jemima hat den Nachbarinnen die Zerstörung ihrer Muschelsammlung nie verziehen. Und Elvira ihrerseits machte Jemima nicht nur für die Missachtung nachbarschaftlicher Freundlichkeit im allgemeinen und weiblicher Solidarität im besonderen verantwortlich, sondern auch für die nachhaltige braune Verfärbung ihrer Seidenbluse. 

Das Verhältnis zwischen Jemima und den Bewohnerinnen der Minervastr. 89a  war gespannt. Aber als der November sich seinem Ende zu neigte und die Adventszeit mit den ersten Lichterketten auf Balkonen und Fensterbänken Einzug hielt, stimmte die Erwartung auf milde Weihnachtslaune auch die Frauen gnädig. Und so beschlossen sie bei einem spontanen Treffen im hauseigenen Fitnessraum, Jemima noch eine Chance zu geben, Teil ihrer eingeschworenen Schwesternschaft zu werden. 

Jemima wunderte sich über die Einladung zum gemeinsamen Plätzchenbacken, die in Form eines kunstvoll verzierten Muffins eines Abends auf ihrer Türmatte lag – komplett mit allen Daten auf einem rosaroten Fähnchen. Prima, dachte sie. Und brachte zum vereinbarten Treffen ihre Allerlieblingsplätzchen mit. „Jemimas Amarettini.“ Ein todsicheres Rezept. Elvira, die Vorkosterin, war zwar der Meinung, dass das Bittermandelaroma zu dominant sei. Leider konnte sie die verbesserte Rezeptur nicht mehr genießen. Ihre einzigen Hinterbliebenen, das Katzenpärchen Miez und Mauz, fühlten sich schon bald bei Jemima heimisch. 

Der MiniKrimi Adventskalender 2018


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Hattet Ihr gedacht, heuer gäbe es keinen? Falsch! Heute Abend geht’s los! Und zwar erlebt Ihr diesmal auf mariebastide.de ein „Mords Haus“ – 24 Blicke hinter ganz normale Türen….

Ihr dürft gespannt sein, was sich einem Mietshaus mitten in München so alles abspielt…..

 

Wenn ich Dich suche.


Wenn der Schmerz verebbt, kann die Trauer aufsteigen.
Sie legt sich wie ein weiches Tuch um meinen Hals und riecht nach Dir.
Ich gehe ins Gästezimmer, diesen Raum, den Du nur als Gast bewohnen wolltest, und der Dich doch gefangen hielt, in Deinen letzten Jahren.

Ich suche Dich. Hinter geöffneten Schranktüren hängen Deine letzten Lieblingskleider. Ich vergrabe mein Gesicht zwischen den paar Röcken und Pullovern. Schlüpfe in die braune Teddyjacke, finde in der Tasche ein zerknülltes Tuch.

Aber hier bist nicht Du.

An der Stirnseite des Raumes hängst das Kreuz, vor dem ich schon als Kind gebetet habe, auf den Knien: „Bitte lieber Gott, bring meine Mamma bald zurück“. Hinter mir stand mein Vater, Whiskeyglas in der Hand, mehr Angst um Dich als ich.

Und dann höre ich Dich, dort, nur dort, wo ich Dich finden kann! In mir.

Alles ist gut so, wie es ist. Halt mich nicht fest, dann kann ich um Dich sein. Jetzt beginnt Deine Zeit. Genieße sie, so, wie ich meine Zeit genossen habe. Und dann unsere. Erinnere Dich gerne, sieh mich lachen, hör mich sprechen, singen. Aber weine nicht. das entspricht nicht dem Sinn der Zeiten. Es geht mir gut, Und Du sollst kein Mitleid haben, vor allem nicht mit Dir.

Stattdessen trinke die Minuten, tanz die Tage, lebe mir denen, die Dich lieben. Halte mich im Herzen, aber nicht mit Deinen Händen.