Es muss nicht immer Mord sein!


es_muss_nicht_immer_mord_sein….auch der ganz normalen Alltagswahnsinn steckt voller literarischer Inspirationen. Vier Autorinnen der internationalen Autorinnenvereinigung e.V.* lesen von Liebe, Glück und Genuss.

Am 19. Juni 2015 um 19 Uhr in der Magdalenenkirche, Ohlauer Str. 16, 80997 München

Wobei das auch mal tödlich enden kann. Erleben Sie vier unterschiedliche Sichtweisen auf das Leben. Sybille Angers “Geliebter Moritz” ist ein Krimi ohne Mord. Marie Bastide geht mit einem genialen Sternekoch auf  – tödliche – Trüffeljagd im Fünf-Seen-Land und in der Toskana. Annegret Braun hat die Mutter der Wellküren und der Biermösl-Blosn porträtiert unter dem Blickwinkel “Wie Frauen Glück erleben”. Und Angelika Wessbecher kommentiert den Obergiesinger Alltag mit einer gehörigen Spritze humoristischer Ironie. “Hahn im Korb” ist der Gitarrist Dimitrj Tretjak, der die Lesung mit Live-Musik untermalt.

“Es muss nicht immer Mord sein” ist eine Veranstaltung im Rahmen der Moosacher Stadtteilkulturtage. Der Eintritt ist frei.

Lebst du noch – oder „nudgest“ du schon?


Ich habe das Wort schon mal gehört. In Verbindung mit der Kanzlerin. „Unserer“ (meiner? Hmmm) Kanzlerin. In einem Beitrag auf B5 Aktuell. Damit wache ich morgens auf. Dem entsprechend verschwommen ist meine Erinnerung daran, worum es bei dieser Reportage ging. Aber als ich anfange, den Artikel in meiner Sonntagszeitung zu lesen, in dem es um „nudging“ geht – und um den Erfinder des Begriffes, einen amerikanischen Verhaltensökonomen, kommt die Erinnerung wieder. Wem dieser Titel genauso fremd ist wie das denglische Wort, dem geht es nicht anders als mir vor noch nicht allzu langer Zeit. Aber das ist jetzt anders. Jetzt bin ich erleuchtet! Ich weiß, woran es liegt, wenn etwas schief läuft, in der Welt. Der kleinen und der großen. in der Politik, der Wirtschaft und der Liebe. Wer nicht nudget, der nicht gewinnt. Weshalb Barack Obama darauf setzt, und die EU, und, ja, auch Angela Merkel. Denn offenbar will sie auch die nächste Wahl gewinnen. Welche eine Vorstellung!

Gut – bevor mir meine Leser wieder abspringen, muss ich für diejenigen, die in verhaltensökonomischer Blindheit dahinwandeln, etwas erklären. Auch, um zu beweisen, dass ich zumindest im Ansatz verstanden habe, worüber ich hier gerade schreibe.

Ein Versuch am Amsterdamer Flughafen hat ergeben, dass Männer im Pissoir seltener daneben pinkeln, wenn links neben dem Abzug das Abziehbild einer Fliege aufgeklebt ist. DAS ist ein nudge. Also – nicht die Fliege, natürlich. Sondern das, was sie beim emotional belegten und rational Handelnden auslöst. Ein „heimlicher Anstoß für die freie Entscheidung“ – wie die FAZ titelt. Ein nicht ganz so intimes Beispiel: nach Obamas Annäherung an Cuba sei, so Thaler, ein Fonds gleichen Namens („Cuba“) in börsianische Höhen geschnellt, und das, obwohl der Fonds nicht das geringste mit Castros sonnigen Stränden zu tun hat. Angela Merkel soll sich im Zusammenhang mit der geringen Bereitschaft zur Organspende für nudging interessiert haben – um der unwilligen Bevölkerung mit einem „nudge“, einem freundschaftlichen Schubser, sozusagen, einen Stoß zu geben. Wie in Österreich. Dort ist, nachdem jeder Bürger ausdrücklich und schirftlich die Bereitschaft zur Organspende verneinen muss, die Spenderzahl angeblich rasant angestiegen. Frei nach dem Motto: wer nicht nein sagt, sagt ja.

„Liberalen Paternalismus“ nennen Thalers Kompagnon und Miterfinder das. Der Schlüsselbegriff ihrer Theorie – beinhaltet ein Paradoxon: Freiheit und Bevormundung sollen – angeblich – keine Gegensätze sein.Sagt die FAZ. Und das Gespann Thaler/Sunstein.

Clever, denke ich. Und fange gleich an zu überlegen, welche „nudges“ ich wo einsetzen muss, um die Verkaufszahlen meines  Miniataurus in die Höhe zu treiben. Ich verschicke ein Mailing mit einem Kaufangebot, und wer nicht ablehnt, hat schon gekauft. Ätsch bätsch! Das Kleingedruckte nicht gelesen, oder was? Ehm – da WAREN wir doch schon mal? Und haben das zumindest halbwegs gesetzlich wieder in den Griff gekriegt? Kaltwerbung, unlauterer Wettbewerb und so. Aber halt, das gilt ja wieder nur für die „kleinen Fische“. Wie war das damals? Hast du nicht bis zum festgesetzten Datum verweigert, schwupps, warst du Soldat. Hat dich keiner mehr gefragt. „Gutt“, das ist nun auch Schnee von gestern, danke, Karl T.  Doch jetzt mal ganz im Ernst: haben diese Verhaltensökonomen nicht vielleicht „die Sonne am Mittag“ entdeckt?

Mein Sohn ist ja inzwischen so gut wie flügge (ehm, naja, so gut wie :-). Und kann sich als Erwachsener noch wunderbar an all die kleinen „heimlichen Anstöße“ erinnern, mit denen ich erziehungstechnisch seine Entscheidungen in meine Bahnen gelenkt habe. Damit, dass ich mich hinter einer Säule im Einkaufszentrum versteckt habe, zum Beispiel, als er nach dreimaligem Rufen immer noch nicht von den Teddybären im Schaufenster Abschied nehmen wollte. Hui, da hatte er sich aber schnell entschieden, seine „Mamma“ zu suchen“. Oder als ich, als Motivationsschubser zum Zimmeraufräumen, kurzerhand ALLE Legosteine auf sein Bett geworfen habe – und ihn dazu. Autsch. Im Nu waren die Legos im Kasten. Meine Mutter hat mir mal 12 (!) Blumenkästen mit Geranien durch die 250 qm-Altbauwohnung in mein Zimmer getragen, nachdem ich der Bitte, diese zu gießen, lange nicht nachgekommen war. Die Erfahrung, wie leicht die armen Blumen mangels Wasser waren, hält bist heute an – und ich gieße meinen Garten regelmäßig 🙂

Schade eigentlich, dass ich nicht auf die Idee gekommen bin, so ein Buch zu schreiben wie Mr. Thaler. Das hätte sich vermutlich mangels Konkurrenz besser bzw. schneller verkauft als ein Trüffelkrimi.

Vielleicht sollte ich das ja nachholen. Mit einem Buch, das vor den möglichen Folgen eines Merkel-Nudgings warnt und post-Wahl-Szenarien ausmalt. Etwa so: wenn ihr euch von „Mutti“ so angestupst fühlt, dass ihr das Kreuz hinter ihrem Namen macht, unterschreibt ihr damit gleichzeitig die Erlaubnis auf völligen Verzicht jeglicher Privatsphäre. Das gilt dann für eure E-Mails ebenso wie für eure Bankgeheimnisse, und vielleicht lesen dann nicht nur die Amerikaner mit, sondern auch noch die Chinesen. Die werden sich dann dafür interessieren, welche Kondomfarben ihr bevorzugt – und das ganz und gar ohne die Notwendigkeit von irgendwelchen Freihandelsabkommen.

Nein! Das ist natürlich blanker Unsinn, meine Lieben! Ich habe maßlos übertrieben und wünsche euch jetzt einen erholsamen Sonntagabend. Übrigens: wer mir schreibt, wie die neuen Frankfurter Tatort-Kommissare waren, bekommt ein klitzekleines Geschenk von mir. (Haha, ich kann es noch, das „n“-Wort).

Umtausch ausgeschlossen?!


Hallo Schöpfung, liebe Vorsehung, verehrte Genetik – to whom it may concern!

Ich möchte mein Kind umtauschen. Ich weiß, Sie werden jetzt sagen, dass die Rückgabefrist nach 22 Jahren abgelaufen ist. Aber ein bekanntes skandinavisches Möbelhaus tauscht die Waren sogar dann noch um, wenn sie Gebrauchsspuren aufweisen. Einfach so, aus Kulanz. Sie müssen nicht einmal einen Mangel haben. Das tut mein Kind auch nicht. Im Gegenteil. Ich bin zufrieden mit ihm. Nicht nur im Großen und Ganzen. Auch im Kleinen. Gut, er lässt die Socken unterm Sofa liegen und schraubt die Zahnpastatuben nicht zu. Seine Post stapelt sich ungeöffnet auf dem Schreibtisch und droht, von den Fensterbrettern auf den Boden auszuufern. Er parkt seine Schuhe mitten im Flur und belegt gleich nach seiner Ankunft Sofa und Fernsehen mit Beschlag. Er findet wichtige Dokumente nicht und macht die Mutter dafür verantwortlich. Also mich. Ein ganz normales „Kind“, eben.

Aber genau da liegt das Problem!

Schauen Sie. Ich kenne Mütter, die müssen ihren Kindern noch im reifen Erwachsenenalter nachputzen. Deren Töchter kriegen nichts auf die Reihe und geben den Eltern die Schuld dafür. Manche müssen sich sogar verschulden, um die Kinder zu retten!

Ich kenne Familien, da sorgt allein der normale Umgangston dafür, dass die Nachbarn wegen Lärmbelästigung eine Dezibel-Messung beantragen. Söhne, die ihren Müttern nicht mal zum Muttertag ein Vergissmeinnicht auf die Fußmatte legen! Ich kenne Ehepaare, die schon ein Mietangebot in die Zeitung setzen, wenn die Kinder den Aufnahmebescheid für das übernächste Semester erhalten haben. Solche, die ihre Kinder nach Spitzbergen zum Studieren schicken und sogar persönlich dorthin begleiten würden, und alternativ gerade noch damit einverstanden sind, ein Stipendium in Ney York zu finanzieren, allerdings ohne Rückflugticket.

Ich kenne Leute, die nicht wissen, was ihre Kinder am liebsten frühstücken. Und Kinder, denen frühestens zu Weihnachten auffallen würde, dass ihren Eltern der Telefonanschluss gekündigt worden ist, weil das die einzige Gelegenheit ist, zu der sie sie anrufen. Falls in der Gegend, in der sie sich zu der Zeit gerade aufhalten, zufällig genug Netz vorhanden ist.

Sehen Sie – SO ein Kind hätte ich gerne. Stattdessen haben Sie mir einen Sohn ausgehändigt, mit dem ich mich am Karfreitag in eine Orgelandacht setzen kann. Einen, der mir auch mal – selten, allerdings – schon nah dreimaliger Aufforderung den Müll rausträgt. Einen, der den Wohnungsschlüssel seiner Studentenbude daheim vergisst, weil er lieber noch nicht zurückfahren würde. Einen, mit dem ich reden kann, diskutieren und sogar lachen. Einen, der eine kleine Leere in seinem Zimmer hinterlässt, die sogar Hund und Kater spüren. Wobei letzterer dann auch noch seinen Protest auf den Teppich pinkelt. Also ehrlich!

Das ist unfair! Deshalb würde ich gerne von meinem Rückgaberecht Gebrauch machen und lieber ein Kind haben, mit dem ich mich in keiner Weise verstehe. Eines, auf dessen Abwesenheit ich mich freue, eines, dessen Fehlen mir wie eine Erleichterung erscheint, wenn es nach kurzem Semesterurlaub wieder zum Studium zurückkehrt. Eines, das nicht kochen kann und nur Hamburger und Fritten isst. Eines – warum nicht – das rechts- oder linksradikale Parolen grölt. Eines, für das ich mich schämen möchte. Eines, das mir Vorwürfe macht, das mich antagonisiert und mit dem ich mich ganz und gar nicht verstehe.

Alles klar?

Ok. Na gut. Dachte mir schon, dass Sie das sagen.

Wissen Sie was, dann vergessen Sie die Anfrage einfach. Bzw. erwarte ich dann aber aus Kulanzgründen, dass Sie mir später, wenn es mal um Schwiegerkinder und Enkel gehen wird oder sollte, auch keinen Strich durch die Rechnung machen und mich nicht wie die böse Schwieger- oder Großmutter hinstellen. Ist das ein Deal?

Frohe Ostern!


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„Der Herr ist auferstanden!“ – „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Die Sonne schien durch die Fenster der Matthäuskirche, spiegelte sich im Lachen des Landesbischofs und in den Gesichtern sicherlich vieler Gottesdienstbesucher. Ich jedenfalls verspürte das Großartige dieses Ostergeschehens. Und ich bin meinem Sohn dankbar dafür, dass er darauf gedrungen hat, „zu Ostern eine prunkvolle Messe, einen feierlichen Gottesdienst“ zu besuchen. Jubelnde Stimmen lassen die Freude in mir, in dir vibrieren!

Während ich dies schreibe, wirbeln Schneeflocken vor meinem Fenster weiße Tupfen auf die Tannen. Und wenn schon. Mit „Osteraugen“ betrachtet, ist auch das Wetter in seiner vielseitigen Unberechenbarkeit Ausdruck dessen, was wir spüren und – Gott sei Dank – nicht mit Verstand aufzuwiegen brauchen. Das Leben blüht. Die Natur ersteht jeden Frühling neu. Warum sollten wir uns schwer tun, daran zu glauben, dass auch wir ein Teil von ihr sind? Und dass auch wir – Gott sei Dank – wieder aufgeweckt werden?

Bedford-Strohm hat in seiner Predigt eine Begegnung im Altenheim als „prägendes Osterereignis“ bezeichnet. Ich gehe mal davon aus, dass das nicht dem wirklich perfekt strukturierten Predigtaufbau angepasst war, und nehme Geschichte und Aussage als wahr an. Eine Demenzkranke habe im Verlauf seiner Gründonnerstagpredigt immer wieder „so nimm du meine Hände“ gesungen, gesummt, wie auch immer. Und damit, so Bedford-Strohm, den Kern von Ostern vorweggenommen. Und verstanden.

Meine Mutter hatte, aufgrund  der Nebenwirkung eines Schmerzmittels, die Osternacht in verwirrtem, aber leider sehr wachem Zustand verbracht und war demzufolge leider nicht pünktlich zum Ostergottesdienst ausgehfertig. Ich denke nicht, dass sie dem Sinn oder Hintergrund von Ostern noch verstandesmäßig folgen kann. Vielmehr sagt sie immer öfter, dass sie „das mit dem Tod von Menschen nicht gut geplant“ findet. Sie hat Angst, fürchte ich. Und: sie glaubt nicht an eine Auferstehung. Weil sie das intellektuelle Konstrukt des Glaubens nicht mehr halten kann, mental. Aber: was bleibt dann dem Menschen, wenn er sich, seiner Vernunft beraubt, dem Ende nähert? Ist der Wert des Glaubens an das Denken gekoppelt? Wobei doch genau dies das Totschlagargument der Agnostiker ist: dass man Gott mit Vernunft eben nicht greifen kann?

Ich wünsche mir für meine Mutter dieses „So nimm du meine Hände“-Erlebnis. Ich wünsche es mir für mich, die ich beständig versuche, den Vorhang zwischen Diesseits und Jenseits zu lüften, mit dem Herzen, zumindest. Mich der Tatsache der Endlichkeit menschlichen Fleisches zu nähern und gleichzeitig der Akzeptanz des Nichtwissens.

Aber das ist ein weiter Weg ohne Landmarken, geführt von Gewissheiten, die mit dem Verstand nicht zu deklinieren sind.

Draußen fliegen die Schneeflocken, in einer Welt, die meine ist – und doch von mehr als einer Scheibe, einer Mauer, einer Unendlichkeit getrennt.

Ostern wird es immer wieder. Mal mehr, mal weniger. Wäre die Erkenntnis ein Spiel, würde ich meinen Level halten. Und weitermachen, bei der nächsten Gelegenheit.

Vor Ostern ist nach dem Aus


Karfreitag plus

Ich bin dann mal weg. Hätte Jesus heute gesagt, vor seiner Verhaftung, dem Prozess und der Kreuzigung. Weg – das war er dann auch. Für drei Tage, für immer, für eine Ewigkeit – je nach Winkel oder Stimmung des Betrachters.

Für mich ist er auch oft weg. Vor Ostern, aber auch danach. Obwohl ich es bin, die „weg“ ist. Weit weg. In meinem Alltag, dem Fließen und dem Überfluss. Wenn ich Glück habe, erlebe ich einen kleinen Anstoß, der mich zurückbringt. Auf den Weg. Eine Begegnung. Oder ein Film. Gestern schaltete ich kurz in das Leben französischer Nonnen. Ihre Dikussionen drehten sich um die Frage, ob man vor Liebe vergehen kann und wie. Jesus sei vor Liebe am Kreuz gestorben, sagte eine von ihnen.

Auferstehen sei ein Kunstwort, hörte ich heute einen Mönch erklären. Das griechische Wort bedeute eigentlich „aufstehen“ oder „aufgeweckt werden“. Und deshalb beinhalte unser Glauben im Licht von Ostern tatsächlich ein Aufstehen inmitten dieser Welt. Gegen Armut. Gegen Ungerechtigkeit. Gegen Terror. Gegen das Abbrennen von Häusern für Asylbewerber. Gegen ungleichen Lohn für weibliche Kolleginnen. Gegen Vorurteile. Gegen Gleichgültigkeit. Gegen das Böse in der Welt. Und in uns. Vor allem in uns, denn, seien wir ehrlich, es wird uns nicht gelingen, eine abstrakte Welt zu ändern. Aber uns können wir ändern .Wenn wir aufstehen.

Morgen, zum Beispiel. Weil wir einem Beispiel folgen können. Aus welchem Blickwinkel wir diesesn Jesus auch betrachten mögen. Als Gottes Sohn, als Revolutionär, als Querdenker, Impulsgeber. Jedenfalls war er kompromisslos. Und ein wenig von alledem kann auch uns nicht schaden. Oder?

„Ich bin dann mal weg“. So gesehen ist der Karfreitag ein Trost. Er schlägt mir eine Brücke über den Karsamstag hin zum Ostergeschehen. Per aspera ad astra. Durch die Enge zu den Sternen. Auf dieser Brücke kann ich stehen, ich kann über sie gehen. Ich kann sie in meinen Gedanken behalten, in meiner Erinnerung und in meinem Herzen.

Es hat aufgehört zu regnen. Bald wird es wieder hell. Und dann ist Ostern. Alle Jahre wieder.

Niklas und der siebte Sinn


NiklasAngeloheIch glaube ja nicht an Intuition. Das heißt, ich glaube zwar daran, nehme diesen Glauben aber nicht ernst, in mir, von mir. Deshalb bin ich gestern nach dem windgetriebenen Gang über die Erdbeerwiese ganz bewusst am Spielplatz entlang Richtung Wald gegangen. „Die Mutter auf der Schaukel hat auch kein Problem mit Niklas“, dachte ich und ärgerte mich über meine Furcht. „Mädchen“, schimpfte ich mich. Und lief weiter auf dem geteerten Weg. „Nur das kleine Stück bis zum Feld, und dann am Wiesenrain entlang. Auf der Straße ist die Gefahr, von herabfallenden Ziegeln getroffen zu werden, viel größer“. Dennoch, mein Herz klopfte so laut, dass ich es zu hören meinte. Kurz vor dem alten Steintor, dass verlassen den Anfang der Angerlohe markiert, setze die Böe ein. Fegte von oben in die kahlen Wipfel und schwang sich dann sirrend von Ast zu Ast herab. Die Stämme ächzten, als sei ihre RInde zu eng. Zwei, drei schnelle Schritte, und ich schmiegte mich eng an den schmalen Bogen. Er bot wenig Schutz. Dann kam mein weißer Hund dazu, drückte sich gegen mein Bein und warf mir einen durchdringend kohlschwarzen Blick zu. „Los, lauft!“, rief ich den Hunden zu, dreht mich von dem Steinbogen weg und begann, den Weg zurück zu rennen. Die zwei Hunde stürmten wie Harpien voran. Unmöglich, die Beklemmung zu beschreiben, die mich auf diesen wenigen Metern erfasste. Angst, nackt und kalt. Ein noch nie so erlebtes Gefühl. Und gleichzeitig der Ärger darüber. „Du Weichei“, dachte ich, aber ich musste weiter. Bis zur Wiese. Der Straße. Erst dann blieb der weiße Hund stehen. Drehte sich zu mir um. Und schien zu lächeln.

Heute bin ich über die Erdbeerwiese gegangen, am Spielplatz vorbei und auf dem Asphaltweg in Richtung steinernes Tor. Weit bin ich nicht gekommen. „Niklas“ hat eine riesige Buche gefällt, Stamm und Äste bedecken den Weg und das Tor.

Ich habe ihre letzten Atemzüge gehört, gestern Nachmittag, ich habe ihr Stöhnen gespürt, und für ein paar Sekunden waren wir vielleicht in unserer Angst vor dem Leben verbunden.

Bloggerin schenkt Lesefreude…. auch über den 23. März hinaus!


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OOOOOPS. Da habe ich ein Datum übersehen. Eine Deadline! Nein! Für Euch wird daraus einfach eine Liveline. Denn ich verschenke auch heute noch einen Miniataurus. Oder morgen. Oder so.

Na – wie sieht’s aus mit der Leselust? Ich freu mich auf euch. Ungeheuer…… !

Heute? Heute!


Die Vögel zwitschern. Die Tulpen stoßen grün durch den Mulch. Der Himmel hellblaut. Der Wind schweigt. Was ich heute mache? Ich fühle. Leer und Sehnsucht. Spannung und Freude. Trauer und Lust. Woran ich denke? An Morgen. Und Übermorgen. Bin ich kurzsichtig? Nein! Ich genieße den Tag und begreife die Stunden als das, was sie sind: unwiederbringliches Lebensgeschenk. Ich kann sie genießen und nehmen, solange sie dauern. Oder sie aufschieben, nur, um zu merken, dass sie mir unter dem Hindenken welken und zu vergangenen Zeiten zerfallen.

Ich lebe, also bin ich. Ich plane das Morgen und hoffe noch einen Tag über das Gestern hinaus. Mehr geht nicht. Ergo sum!

Ariadnefaden in Halle


Saal79„Heute werden Sie Zeugen eines Verbrechens, ohne dass Sie befürchten müssen, hinterher unter Eid darüber auszusagen“. Waren die Zuhörer im vollbesetzten Saal 79 im Landgericht Halle erleichtert? Zumindest erheitert. Und so erlebten sie mit Gereon Abendorf den Beginn seiner Trüffelsuche, die schnell zu einer Trüffelsucht wird. Sie lernten Ariane kennen und ihre Gegenspielerin Sophie, die beiden Bracken Agata und Orfilio. Und versetzten sich für 45 Minuten in das herbstliches Fünf-Seen-Land und das Slow-Food-Städtchen San Miniato. Während der Vorfrühling Halle in kühle Dunkelheit hüllte, flockte im Landgericht-Saal der erste Schnee. Drinnen knisterte es zwischen Gereon und der Chemikerin Sophie, und so manchner Zuhörer mag einen Hauch von Trüffeln erahnt haben.

Wie es weiter geht mit dem genialen Meisterkoch? Ob er den Stern im Trüffelhimmel erringt? Wird Ariane ihre Liebe zu ihm neu entdecken? Oder verdreht Sophie Gereon den Kopf? Ziehen die beiden in die Toscana? Oder erlebt der Wilde Hund eine neue Romanze?

Das alles steht im Miniataurus. Und wer nach der Lektüre unbändigen Appetit auf Trüffeln hat, der kann eines der Gerichte im Anhang ganz einfach ausprobieren. Genuss für alle Sinne.

Hier gibt’s das Buch online zu bestellen: als klassisches Printprodukt oder als E-Book.